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Verschlagwortet: Project Aid The Gambia

Raissa Neumann und Marina Sedrakyan vom Friedensdorf am Flughafen Banjul
Raissa Neumann und Marina Sedrakyan vom Friedensdorf am Flughafen Banjul

Ein Einsatzteam des Friedensdorf International e.V. in Oberhausen hat am 09.12.2022 acht gambische Kinder, die in Deutschland medizinisch behandelt worden waren, zurück nach Gambia begleitet.

Am Flughafen von Banjul wurden die Kinder an ihre Eltern übergeben. Die Friedensdorf-Mitarbeiterinnen Raissa Neumann und Marina Sedrakyan informierten die Eltern ausführlich über den Verlauf der Operation(en) in Deutschland und gaben Tipps für die weitere Nachsorge zuhause. Zwei der Kinder werden im März noch einmal nach Deutschland reisen müssen, um die medizinische Behandlung fortzusetzen.

Im April 2022 hatte das Friedensdorf-Team insgesamt dreizehn Kinder, die in Gambia nicht angemessen medizinisch versorgt werden können, zur Behandlung nach Deutschland gebracht. Medizinisch geht es dabei um die operative Behandlung von zum Beispiel Verätzungen der Speiseröhre, Folgen von Verbrennungen oder urologischen und orthopädischen Fehlbildungen.

Die Projekthilfe Gambia unterstützt das Friedensdorf bei der Vorbereitung der Behandlungsreisen, besorgt Visa und ärztliche Dokumente und betreut die Eltern während der Abwesenheit ihrer Kinder. Sämtliche Kosten für Reise, Behandlung und Aufenthalt in Deutschland übernimmt das Friedensdorf. Die Krankenhäuser in Deutschland operieren und behandeln die Kinder meist kostenlos.

Die Kinder reisen ohne Eltern nach Deutschland und leben bis zu ihrer Genesung und Rückkehr nach Gambia im Friedensdorf zusammen mit vielen Kindern aus anderen Krisenregionen der Welt.

Die Zusammenarbeit zwischen Friedensdorf und Projekthilfe Gambia besteht seit 2012. Seither sind 89 gambische Kinder in Deutschland medizinisch versorgt worden.

Bei diesem 17. Hilfseinsatz  in Gambia hat das Friedensdorf-Team keine Kinder mit zur Behandlung nach Deutschland genommen. Sechs neue Fälle, die dafür in Betracht kommen, wurden dem Team vorgestellt. Neun ehemalige Patienten erhielten Folge-Medikamente und medizinische Hilfsmittel.

Der nächste Hilfseinsatz des Friedensdorfes in Gambia ist für März 2023 geplant.

Der neue Vorstand der Projekthilfe (von links nach rechts): Ulfert Engelkes, Rolf Kuhlemann, Rieke Wiese, Matthias Ketteler
Der neue Vorstand der Projekthilfe (von links nach rechts): Ulfert Engelkes, Rolf Kuhlemann, Rieke Wiese, Matthias Ketteler

Auf der Mitgliederversammlung 2022 der Projekthilfe Gambia am 25.11.2022 in Essen hat Vorstandsmitglied Jürgen Heuer aus Altersgründen seinen Rücktritt erklärt. Mit dem Rücktritt von Frank Heuer im Juni 2022 waren somit zwei Vorstandsposten nicht besetzt.

Die Mitgliederversammlung hat einer beantragten Satzungsänderung zugestimmt, nach der der Vorstand der Projekthilfe aus mindestens drei und höchstens fünf Mitgliedern besteht.

Die Mitgliederversammlung hat Rolf Kuhlemann neu in den Vorstand gewählt, so dass der Vorstand in der aktuellen Amtsperiode (bis zur Mitgliederversammlung 2023) aus vier Mitgliedern besteht: Matthias Ketteler, Ulfert Engelkes, Rieke Wiese und Rolf Kuhlemann.

Rolf Kuhlemann, Jahrgang 1950, hat an der Ruhr-Universität Elektrotechnik studiert und war bis zu seiner Pensionierung in der Energiewirtschaft tätig. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Als Privatier arbeitet er im Vorstand mit.

2010 ist Rolf Kuhlemann in näheren Kontakt zu Matthias Ketteler gekommen und hat geholfen, die fünf Toyota-Landcruiser für die Hilfskonvoi-Tour 2011 nach Jahaly fit zu machen. Er hat dann an der Tour als Koch und Fahrer des „Küchenwagens“ teilgenommen.

„Die Tour mit einem tollen Team, der begeisterte Empfang durch die Dorfbewohner von Jahaly und die Eindrücke, die ich in den ersten zwei Wochen vor Ort gemacht habe, haben mich veranlasst, mich intensiv in der Projekthilfe zu engagieren”, sagt Rolf Kuhlemann. “Im Jahr 2011 und den Jahren danach war ich vielfach in Jahaly und habe mich u.a. um den Aufbau der solaren Stromversorgung mit Batteriespeicher gekümmert.“

Die Satzungsänderung wird der Vorstand jetzt beim zuständigen Vereinsgericht – Amtsgericht Essen – anmelden. Anschließend veröffentlichen wir die Satzung in ihrer neuen Fassung auf dieser Webseite.

Zur bis zum 25.11.2022 gültigen Satzung geht es | hier |

Der blaue Bus im Kinderdorf Bottrop in Gambia
Der blaue Bus im Kinderdorf Bottrop in Gambia

Die Teilnehmer der Spendentour 2022 von Norddeutschland nach Gambia sind alle wohlbehalten nach Deutschland zurückgekehrt – und verarbeiten jetzt die vielen Erlebnisse auf der abenteuerlichen 7.000-Kilometer-Reise.

Alle vier Tour-Fahrzeuge haben inzwischen neue Eigentümer gefunden.

Der Krankenwagen wurde an das Projekt übergeben. Das Fahrzeug hat jetzt eine gambische Zulassung, Kennzeichen und Versicherung und wird als einer von zwei Krankenwagen im Jahaly Health Centre eingesetzt.  Wir haben den Wagen durchgecheckt nach der langen Reise, innen etwas umgebaut und außen Projekthilfe-Aufkleber angebracht. Mit dem Krankenwagen bringen wir unsere Patienten aus Jahaly bei Bedarf zur weiteren Behandlung ins 40 Kilometer entfernte Krankenhaus nach Bansang. Unseren “alten” Krankenwagen haben wir an das Kanifing General Hospital gespendet.

Der blaue Minibus (Mercedes-Sprinter) mit 8 Sitzen hat uns das Kinderdorf-Bottrop in Gambia abgekauft, finanziert vom Otto-Hahn-Gymnasium Dinslaken. Das Fahrzeug soll dort als Schulbus eingesetzt werden.

Den weißen Minibus hat ein Gambier übernommen.

Den Pkw-Kombi hat Ablai gekauft, ein ehemaliger Fahrer des Projekts in Gambia. Mit dem Fahrzeug baut er sein kleines Taxi-Unternehmen aus.

Alle Verkaufserlöse kommen unseren Projekten in Gambia zugute.

Die Spendentour 2022 der Regionalgruppe Nord der Projekthilfe Gambia mit zehn Teilnehmern führte im Oktober von Rodenkirchen über Frankreich, Spanien, Marokko, die Westsahara, Mauretanien, den Senegal bis ins Dorf Jahaly nach Gambia. Knapp 7.000 Kilometer in vierzehn Tagen.

Zwei kurze Reels auf Instagram über die Spendentour sehen Sie | hier | und | hier |. Zum Tour-Tagebuch geht es | hier | 

Gruppenbild im Jahaly Heath Centre
Gruppenbild im Jahaly Heath Centre

Spendentour Tag 14 – 28.10.2022
Gambia: Bansang – Jahaly

Wie können wir das angemessen beschreiben? Am Ziel anzukommen nach so einer langen Reise?

Heute Vormittag um kurz nach 11 fährt unser kleiner Konvoi auf Jahaly zu. Der Krankenwagen mit Blaulicht und Martinshorn – wie es sich gehört.

Die Kindergartenkinder und ihre Betreuer winken uns vom Straßenrand aus zu. Die Mitarbeiter vom Jahaly Health Centre sind alle da und heißen uns willkommen. Vor dem Kliniktor warten die Dorfältesten von Jahaly. Wie stolz und edel sie aussehen.

Auf dem großen Platz zwischen den Gebäuden wird gesungen, getrommelt und getanzt.

Staunen und Begeisterung bei denen von uns, die zum ersten Mal hier stehen. Gänsehaut und Emotionen pur bei denen, die schon früher einmal hier waren und heute zurückkehren an diesen besonderen Ort.

Rieke Wiese spricht Dankesworte an das Spendentour-Team – besonders an Dieter Lieken, ihren Vorgänger im Projekthilfe-Vorstand. Für Dieter war es die letzte Tour von vielen, für Rieke die erste. Riekes Dank geht auch an die Teams von Health Centre und Kindergarten für die geleistete Arbeit.

Die Dorfältesten danken den Tour-Teilnehmern für ihr Engagement und die Strapazen. Und natürlich freuen sie sich auch über den neuen Krankenwagen für das Health Centre.

Vor der Rückfahrt nach Bansang, wo wir heute nochmal übernachten, bleibt genug Zeit für viele Gespräche und das Erkunden des Projektgeländes

Ausruhen, eine Bootstour auf dem Gambia-Fluss, Abendessen – das steht anschießend noch auf dem Programm.

Morgen geht es 300 Kilometer bis an die Küste. Dort machen wir die Autos klar für den Verkauf bzw. den Einsatz im Projekt: Wüstensand rauspusten und zweimal feucht durchwischen… 😉 Wir machen die Tour-Buchhaltung fertig und rechnen ab, wir gehen an den Strand und arbeiten im Projektbüro zusammen mit Fatima und ihrem Team.

Und unser Tour-Maskottchen Gambino? Der wird sich ins gambische Nachtleben stürzen und mal so richtig den Bär rauslassen. Das hat er sich auch verdient, der kleine Teddy.

 

Wir klappen unser Tour-Tagebuch heute zu. Danke für‘s Lesen und Mitfiebern. Hallo noch einmal an alle neuen Follower auf Facebook und Instagram. Bitte bleibt uns treu. Wir haben auch nach der Spendentour noch viele interessante Geschichten aus unseren Projekten zu erzählen.

Und: wenn ihr könnt, bitte unterstützt unsere Arbeit mit einer einmaligen Spende oder einer Förderschaft. Das geht ganz einfach online hier

Wir wissen, dass die Zeiten gerade nicht einfach sind. Trotzdem: wir dürfen die Menschen in Gambia nicht vergessen.

Dankeschön.

Habt ihr den Anfang unserer Spendentour vielleicht verpasst?
Zum Tour-Tagebuch auf unserer Webseite geht es hier

Hier gibt’s nochmal alle Fotos und Videos in den Highlights bei Instagram:  Tour 1    Tour 2     Tour 3

Das war’s. Das war unsere Spendentour 2022. Von Rodenkirchen in der Wesermarsch bis nach Jahaly in Gambia. 6.850 Kilometer – „handgestoppt“. Wir haben gar nicht mehr auf den Kilometerstand geguckt. Das ist auch ganz egal. Denn es geht uns nicht um Rekorde, sondern darum, dass unsere Hilfe ankommt.

0 Kilometer bis Jahaly

Rieke Wiese
Sabine Schmidt
Daniel Meier
Dieter Lieken
Dieter Wiese
Ingo Lieken
Marion Lieken
Martin Lüschen
Oktawian Wesierski
Fritz Borchers

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Empfang an der Grenze in Gambia
Empfang an der Grenze in Gambia

Spendentour Tag 13 – 27.10.2022
St. Louis, Senegal – Bansang, Gambia

Es ist schon irgendwie verrückt: da kommen wir nach 13 Tagen und über 6.500 gefahrenen Kilometern endlich am Jahaly Health Centre (Buschklinik) an – und fahren einfach dran vorbei

Aber der Reihe nach.

Nach dem erholsamen Pausentag gestern in der Zebra Bar bei St. Louis im Senegal brechen wir heute Morgen um kurz nach sechs Uhr wieder auf.

Es ist die vorletzte Etappe, bevor wir am Freitag am Jahaly Health Centre ankommen.

Die Strecke führt einmal quer durch den Norden des Senegal runter bis zum Grenzübergang nach Gambia bei Farafenni. Dann soll es weitergehen nördlich des Gambia River bis zur Fähre bei Janjanbureh.

Unser Ziel heute auf der Südseite des Flusses: ein kleines Hotel in der Stadt Bansang, 40 Kilometer östlich von Jahaly. Insgesamt knapp 500 Kilometer.

Und wieder mal kommt alles anders als geplant.

Für die 350 Kilometer bis zur Grenze brauchen wir tatsächlich zehn lange Stunden. Warum? Schwer zu sagen: sengende Hitze, viel Verkehr, sehr viele Lastwagen – und:

Vor, in und nach jedem Dorf zwingen Schwellen in der Fahrbahn zum gaaanz langsam fahren. Das ist zwar eigentlich gut und irgendwie kultiviert – man merkt den französischen Einfluss – aber trotzdem hält es uns natürlich auf.

Wir passieren Berge von frischen Melonen am Straßenrand und direkt daneben coole Jungs, die auf ihren Motorrädern abhängen.

In Kaolack verfahren wir uns kurz – und sehen in den Nebenstraßen, dass es auch hier offensichtlich keine funktionierende Müllabfuhr gibt.

Die Formalitäten an der Grenze sind überraschend kurz – und schwupps, sind wir in Gambia. Dort warten schon seit anderthalb Stunden Bettina und Brigitte, zwei Fahrer-Frauen, die uns per Flieger „überholt“ haben, als wir uns unten gerade schwitzend durch die Sahara gekämpft haben.

Zum Empfangskomitee gehören auch Projekthilfe-Chef Matthias Ketteler, der zufällig gerade in Gambia ist, und Projektmanagerin Fatima Njie.

Weil es in knapp zwei Stunden schon dunkel wird und wir nicht wissen, ob die Fähren über den Fluss dann überhaupt noch fahren, entscheiden wir spontan, die Route zu ändern. Also geht es schon nach Farafenni über die neue Senegambia-Brücke rüber auf die Südseite – und weiter Richtung Osten.

Und so kommt es, dass wir am Abend in der Dunkelheit am Jahaly Health Centre ganz leise vorbeihuschen.

Für die Statistik der Kilometerstand seit Rodenkirchen: 6.525 Kilometer. Aber heute erstmal weiter bis Bansang.

Morgen Vormittag ist dann die offizielle Ankunft in Jahaly. Wir sind gespannt und freuen uns sehr.

DAS. WIRD. GROSS.

Noch 40 Kilometer bis Jahaly

 

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40 km Schlaglochpiste nach Diama, Grenzübergang zum Senegal
40 km Schlaglochpiste nach Diama, Grenzübergang zum Senegal

 

Spendentour Tag 11 + Tag 12 – 25./26.10.2022

Tag 11: Nuakschott, Mauretanien – St. Louis, Senegal
Tag 12: Zebra Bar, St. Louis, Senegal (Pausentag)

Heute grüßen wir Euch aus der Lodge Zebra Bar, einem kleinen Paradies bei St. Louis im Senegal. Direkt am Meer. Hier machen wir heute Pause. Also so richtig. Wir tanken neue Kraft. Machen einfach mal gar nix und schalten ab.

Gestern war ein verdammt anstrengender Tag! Sowas würde es in Deutschland nicht geben.

Abfahrt um 7 Uhr in Nuakschott, der Hauptstadt von Mauretanien. Unsere Tagesetappe: 350 läppische Kilometerchen. Nur. Dachten wir.

Aber dass wir dafür am Ende 14 Stunden brauchen würden – darauf waren wir nicht vorbereitet.

Die ersten 200 Kilometer waren geprägt von kaputten Straßen, Müll in der Landschaft, willkürlichen Polizeikontrollen und – immerhin – vielen Dromedaren.

An einer Polizeikontrolle zu Beginn der Buckelpiste durch den Nationalpark – den gefürchteten “Reisfeldern” – haben wir einen Guide engagiert. Oder engagierte er uns ? Die einen sehen es so, die anderen so 🤣

Das große Theater ging los an der kleinen Tankstelle in Süd-Mauretanien – irgendwo im Nirgendwo. Uns traf auch hier wieder fast der Schlag angesichts der “Sanitäreinrichtung”. So war es auch schon in der Westsahara: wie soll das funktionieren? Wer geht da rein? Hygiene-Level auf einer Skaka von 1 bis 100: minus 50.

Wird es jemals möglich sein, dass sich das verbessert? Und wie?

Gleiches gilt für das Abschließen einer Auto-Haftpflichtversicherung für den Senegal und Gambia. Unter einem Sonnenschirm im Dorf ganz in der Nähe von Irgendwo im Nirgendwo. Die Versicherung war nicht gerade preiswert. Viel nerviger aber: wir mussten zwei Stunden darauf warten.

Wir nutzten die Zeit und kauften Wasser, Cola und Baguette an der Tankstelle. Immerhin.

Auch nervig: die vielen Polizeikontrollen. Total willkürlich. Wir vermuten: alles reine Schikane. Die wissen offenbar immer, wo wir sind. Würde es in Deutschland nie geben.

Der Polizist verschwand mit unseren Dokumenten: Pässe, Führerscheine, KFZ-Scheine. Alles. Und dann? Setzte er sich in seine Hütte und kochte sich erstmal eine Kanne Tee. Was er von uns wollte? Dreimal dürft ihr raten.

Nicht nur mit dem ständigen Geld abgeben, auch mit der Piste ging es brutal holprig weiter. Unfassbarer Staub. Danke für nix.

War unser Guide überhaupt eine Hilfe? Wir hatten inzwischen so unsere Zweifel. Sowas würde es in Deutschland nicht geben.

Dieter W. lotste uns zu Fuß an den tiefsten Schlaglöchern vorbei. Nur nicht streckenbleiben!

Für die 40 Kilometer Buckelpiste durch den Nationalpark bis zum Grenzübergang Diama brauchten wir vier Stunden. Wir sahen Warzenschweine, Krokodile, Büffel (?) und Vögel, Vögel, Vögel. Der Senegal-Fluss ist nicht weit entfernt.

Am Grenzübergang verlangte der Guide (s)eine fürstliche Entlohnung. Für was nochmal? Nerv hoch 10.

Die Wartezeit an der Grenze kriegten wir auch irgendwie rum. Im Chefbüro lief die Champions League-Übertragung auf einem Flachbildschirm an der Wand. Sowas würde es in Deutschland nicht geben. Aber: wir sind ja auch in Afrika…

Gegen 21 Uhr: Ankunft in der Zebra Bar. Wir waren wieder mal 14 Stunden unterwegs.

Gambino haute sich gleich aufs Ohr. Hat er sich auch verdient, der kleine Kuschelbär.

Kilometerstand seit Deutschland: 5.960 km
Noch 550 Kilometer bis Jahaly.

Wir sind morgen wieder für euch da.

 

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In der Sahara - Straße nach Nuakschott
In der Sahara - Straße nach Nuakschott

Spendentour Tag 10 – 24.10.2022
Dakhla, Westsahara – Nuakschott, Mauretanien

 

Was für ein HAMMER-Tag.

Um 5 Uhr fahren wir in Dakhla los. Vier Stunden brauchen wir zur Grenze nach Mauretanien.

Ausreise aus der Westsahara und Einreise nach Mauretanien gelingen ohne Probleme – also fast. Die Einreise verzögert sich etwas, da der Drucker für die Visa-Aufkleber immer wieder streikt.

Gottseidank haben wir einen “Guide” engagiert, der uns bei der Grenzbürokratie hilft: erst ein Stempel für die Autos (10 Euro pro Auto), dann die Visa (54 Euro pro Person), dann noch eine Versicherung für die Autos (25 Euro pro Auto). In genau dieser Reihenfolge.

Davor zwischen den Grenzübergangen 5 Kilometer Niemandsland. Keine Schilder, keine Straße, nur Sand und Geröll. Das alles dauert fast vier Stunden.

Dann 400 Kilometer bis Nuakschott durch die Ausläufer der Wüste Sahara. Die Landstraße ist in einem schlechten Zustand. Teilweise zur Hälfte weggebrochen, dann wieder gut, dann wieder Slalomfahrt um Schlaglöcher.

Unsere Nerven liegen blank. Es sind 42 Grad draußen – und in den Autos. Die Suppe läuft uns über das Gesicht. Der Ventilator auf dem Armaturenbrett ist komplett sinnlos. Keine richtige Pause. Ausgelaugt. Kopfschmerzen. Die Stimmung im Team ist gut, aber generell ist die Situation ist eher “mäßig”, würden wir sagen.

Aber dann das Highlight des Tages: einmal die Wüstendüne runterrutschen auf T-Shirt und herumliegendem Kotflügel. SO hatten wir uns das gedacht 😉

An einer Tankstelle in der Wüste müssen wir unsere Quittung selber schreiben. Später tanken wir nach aus unseren Reservekanistern.

Ankunft in Nuakschott nach 14 Stunden Fahrt. Mannomann – jetzt sind wir aber auch durch. Und der blaue Bus hat einen platten Reifen. Gottseidank erst auf dem Parkplatz vor dem Hotel passiert. Auch das noch. Oktawian macht das.

Und morgen gleich der nächste Stresstest: für die letzten 40 Kilometer auf einer fiesen Schlaglochpiste bis zur Brücke bei Diama (Grenzübergang zum Senegal) sollten wir mal locker 3 – 4 Stunden einplanen, hat man uns vorgewarnt. Na super ;-(

Noch ca. 750 Kilometer bis Jahaly.

** Mehr Fotos und Videos von heute in den Instagram-Highlights “Tour 2″ hier  (ab Story 54)

 

 

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Nochmal die nächste Etappe checken...
Nochmal die nächste Etappe checken...

Spendentour Tag 9 – 23.10.2022
Westsahara: Dakhla (Pausentag)

 

 

Pausentag in Dakhla. Beim Studieren der Landkarte für die Etappe morgen durch Mauretanien stellen unsere Tourplaner fest, dass sie sich etwas “verplant” haben: bis Nuakschott, der Hauptstadt von Mauretanien, sind es nicht 530 Kilometer, sondern 830 Kilometer.

Das bedeutet, wir werden morgen schon um 5 Uhr aufbrechen müssen, um noch vor der Dunkelheit anzukommen. 4 – 5 Stunden bis zur Grenze, dann durchs Niemandsland zwischen der Westsahara und Mauretanien, und dann nochmal 4 – 5 Stunden durch die Ausläufer der Sahara. Wir rechnen damit, dass wir inklusive Grenzkontrollen 10 – 12 Stunden unterwegs sein werden.

Heute morgen checken wir die Fahrzeuge und füllen den Proviant auf. Auch beim Koffer- und Taschen-Tetris gibt es immer was zu optimieren.

Wir freuen uns über die Karikatur, die unser Freund Michael für uns kreiert und an uns geschickt hat.

Am Nachmittag sind wir nochmal am Strand. Es sind die schönsten Strände der Westsahara, sagen sie. Gambino will unbedingt nochmal hin, um die Surfer, Kitesurfer und Windsurfer aus aller Welt zu beobachten.

Auf dem Weg zum Strand 🤦‍♂️ fahren wir uns mal so richtig schön im Sand fest. Gute Übung für das Niemandsland morgen 😉

Ob wir morgen in Mauretanien überhaupt Internet haben, wissen wir noch nicht. Also guckt immer mal wieder vorbei hier bei uns. Spätestens Dienstag Abend im Senegal sind wir wieder online.

Wir werden früh schlafen gehen heute Abend. Wir freuen uns sehr auf morgen. Es wird spektakulär. Das wissen wir.

Immer noch 1.561 Kilometer bis Jahaly. Sagt Google Maps.

 

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Baguette und Möhren
Baguette und Möhren

Spendentour Tag 8 – 22.10.2022
Westsahara: Boujdour – Dakhla

Unser Tagesziel Dakhla, die südlichste Stadt in der Westsahara. Ein kleines Paradies soll das sein, haben wir gelesen. Dann nix wie hin. Nur 300 Kilometer. Abfahrt um 7:30 Uhr.

Heute stellen wir fest, das viele Geschäfte hier erst um 8 Uhr öffnen. Also verbinden wir das Tanken mit unserer Frühstückspause.

Gut, dass wir gestern Abend noch ausreichend Baguette und Möhren eingekauft haben. Der Küchenwagen hatte eigentlich mehrere Kilo Rodenkirchener Schwarzbrot eingepackt. Doch das ist leider inzwischen verschimmelt. Was in Deutschland auch mit wenig Konservierungsstoff lange haltbar ist, hat im marokkanischen Wüstenklima nicht wirklich eine Chance. Schade. Aber wieder was gelernt.

Und die Bananen aus Boujdour müssen auch erst noch kräftig nachreifen! Aber Versuch macht klug.

Mittlerweile sind wir ein eingespieltes Team. Campingtisch aufbauen, Proviant aus den Tiefen diverser Kisten hervorzaubern, Kaffee kochen: jeder übernimmt eine Aufgabe rund um das Thema Frühstück.

Unsere Strecke Richtung Dahkla führt weiter am Atlantik entlang – allerdings ohne Steilküste und daher ein bisschen eintönig. Die Gespräche umso vielfältiger. Ab und zu kommt ein Staunen durchs Walkie Talkie: „Habt ihr den Vogelschwarm gesehen?“ – oder „Schaut mal, die einsame Hütte. Wäre das nicht ein Ort zum übernachten?“

Unsere Mittagspause fällt aus. Wir fahren durch bis zum Hotel. Ankunft 14:00 Uhr.

Immer wieder fahren wir auch heute durch dichten Nebel. Das hat tatsächlich einen großen Vorteil: die Außentemperatur bleibt bei angenehmen 23 Grad. Das ist völlig gut auszuhalten in den Autos ohne Klimaanlage.

An die ständigen Polizeikontrollen haben wir uns inzwischen gewöhnt: Anhalten. Passports abgeben. Passports fotografieren. Passports zurückbekommen. Fotos von allen Kennzeichen. Weiterfahren.

Übrigens: Gambino freut sich schon auf das Abendessen. Es gibt Spagetti mit Tomatensoße.

Habt ihr Fragen zu unserer Tour? Schreibt sie einfach in die Kommentare bei Facebook hier oder Instagram hier. Da wir morgen nochmal einen Pausentag einlegen, haben wir genug Zeit, um eure Fragen zu beantworten.

Jetzt haben wir aber erstmal noch ein paar Stunden frei. Gucken wir mal, ob wir mit Hilfe von Gambino das Paradies hier wirklich finden.
🏝️ 🤣😂

Noch 1.561 Kilometer bis Jahaly. Sagt Google Maps.

 

 

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Morgenkreis

Spendentour Tag 7 – 21.10.2022
El Ouatia, Marokko – Boujdour, Westsahara

 

In unserem “Morgenkreis” vor der Abfahrt checken wir die Fahrzeuge und besprechen die Route – wer fährt vorne, wann und wo wollen wir tanken, wo Pause machen? Müssen wir Geld wechseln?

Als Tagesziel planen wir die Hafenstadt Boujdour in der Westsahara. 400 Kilometer. Das scheint machbar. Abfahrt ganz gemütlich um kurz vor 9 Uhr.

300 von den 400 Kilometern gehen direkt am Atlantik entlang. Am Morgen zieht der Nebel vom Meer in Richtung Wüste – typisch für die Gegend hier trotz Wüstenklima. Und es wird auch immer “wüstiger” um uns herum. An der Straße stehen Schaufelradbagger bereit, um die Landstraße von Sand freizuhalten.

Die Straße Richtung Süden wird seit Jahren stetig ausgebaut, neue Brücken über ausgetrocknete Flussbetten sind entstanden. Und neue Tankstellen, in denen wir sogar mit Euro bezahlen können.

Wir fahren an verlassenen und mit Plastik vermüllten Dörfern vorbei – und immer wieder der atemberaubende Ausblick von der Steilküste auf den Atlantik. In den Städtchen entlang der Landstraße begegnen wir Armut und vielen Bettlern.

Mittagspause um 14:30 Uhr nach 300 Kilometern in einem schattigen Truckstop am Straßenrand. 33 Grad Außentemperatur – gefühlt sind es 40 Grad.

In der Westsahara steigt die Polizei- und Militärpräsenz deutlich an. Das Gebiet ist seit 1975 größtenteils von Marokko annektiert – völkerrechtlich ist die Angelegenheit bis heute nicht geklärt.

Die Gedanken, die wir uns gestern über unsere Reise, über Sinn und Zweck dieses großen Abenteuers, gemacht haben, hat Martin heute auf den Knien in sein Notizbuch geschrieben und so zusammengefasst:

“Viele unserer Informationen und Berichte lesen sich wie ein normales Reisetagebuch. Wir haben viel Spaß auf dieser Reise und machen auch mal dummes Zeug.

Unsere Berichte sind aber vor allem auch eine Art “Arbeitsnachweis”, den wir für unsere Spender und Unterstützer erbringen.

Um es klar zu sagen: Urlaub ist das nicht.

Und jeder aus unserer Gruppe ist unterschiedlich belastbar. Seit Tag 6 zeigen sich erste “Spitzen”, die wir abschleifen wollen – eine Gemeinschaftsaufgabe.

Betrachten wir es mal mit Abstand: was haben wir bisher erreicht?

– fast 4.500 Kilometer gefahren
– fast 60 Stunden am Steuer in 7 Tagen
– 6 Stationen in 4 Kulturkreisen
– Sprachenwirrwar bei jeder Tankstelle und jeder Straßensperre
– Nächte mit nur 4 bis 5 Stunden Schlaf
– Temperaturen zwischen 13 und 39 Grad

Die Liste wird länger. Jeden Tag.

Unsere Erkenntnis: für jede und jeden von uns ist das harte Arbeit am Limit. Das sehen wir auch an unserer Tour-Apotheke, die täglich mehr in Anspruch genommen wird. Und die Sahara-Wüste kommt erst noch.

Am anstrengendsten aber ist die kognitive und mentale (Über-)Forderung. Mit allen Sinnen nehmen wir Neues auf – in jeder Minute. Das muss erstmal verarbeitet werden.

Unser Kopf brummt, läuft mit Hochleistung. Pausen sind selten. Und mit der Hitze steigt der “Druck im Kessel”.

Jeder sucht sein persönliches Ventil, um auch mal Druck abzulassen. Wir als Gemeinschaft suchen und finden dann eine Lösung, fangen jeden wieder ein und auf. Man kann sich mal kurz fallenlassen, aber dann geht es weiter. Es muss.

Ein Blick in die Augen an Tag 7 zeigt: wir bringen volle Leistung. Zu jeder Zeit. An jedem neuen Tag. Immer. Uneingeschränktes Engagement. Die eigenen Fähigkeiten einbringen.

Unter dem Strich zählt aber nur das Ergebnis als Gruppe. Unsere “Performance”.

Und eins ist mal ganz sicher: ohne Teddy Gambino, unserem Tour Maskottchen, wären wir am Arsch.”

Noch ca. 1.900 Kilometer bis Jahaly.

 

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