Markiert: Modellklinik

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Es ist ein Meilenstein in der Geschichte der Buschklinik: knapp 28 Jahre nach der Eröffnung ist die Buschklinik seit dem 15.02.2019 an das öffentliche Stromnetz angeschlossen. Auch wenn die Klinik seit 1991 über eine eigene Solaranlage verfügt und über Jahrzehnte der einzige Ort im Umkreis mit einer eigenen unterbrechungsfreien Stromversorgung war, ist der Anschluss an das öffentliche Stromnetz wichtig als Reserve, falls technische Probleme mit Solaranlage oder Speicherbatterien auftreten. Das war Ende 2018 über mehrere Monate hinweg der Fall: die Speicherbatterien hatten das Ende ihrer Lebensdauer erreicht und mussten erneuert werden. Es dauerte mehrere Monate, bis der Fehler lokalisiert und neue Batterien bestellt, geliefert und installiert werden konnten. Jetzt kann bei technischen Problemen mit der Solaranlage einfach auf das öffentliche Stromnetz umgeschaltet werden.

Schon Ende 2017 waren die Überland-Stromleitungen entlang der South Bank Road von der Küste kommend in Jahaly angekommen. Im Laufe des Jahres 2018 wurden einige Familien in Jahaly, die es sich leisten konnten, an das Stromnetz angeschlossen. Erst Mitte Januar 2019 wurden wir darauf aufmerksam, dass die Strom-Unterverteilung des Dorfes an einem Strommast  direkt gegenüber der Buschklinik endete. In einer absoluten Rekordzeit von nur zwei Wochen wurde die Stromleitung in Zusammenarbeit mit dem gambischen Stromversorger Nawec über die Landstraße bis auf das Projektgelände verlängert und mit dem Inselnetz von Klinik und Kindergarten verbunden. Dafür musste ein großer Strommast zur Überquerung der Landstraße per Sattelschlepper geliefert und mit einem Kranwagen aufgestellt werden, die Leitungen mussten verlegt und ein Stromzähler installiert werden. Ohne die langjährigen guten Kontakte in Gambia und ohne die tatkräftige Unterstützung durch die Elektro-Firma “General Engeneering” von Charles M’bye, der der Vorsitzende von Project Aid The Gambia ist, hätte das niemals so schnell geklappt. Nächtliche Geburten im Licht von Taschenlampen oder Handy-Leuchten gehören jetzt der Vergangenheit an. Wir sind sehr glücklich.

Bildergalerie

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Am 24.01.2019 haben die Projekthilfe Gambia e.V., Project Aid The Gambia und Dr. Isatou Touray, Gesundheitsministerin Gambias*/**, eine Absichtserklärung (“Memorandum of Understanding”)  zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung im ländlichen Gambia unterzeichnet.

  1. Ausgangssituation

Die Lage im staatlichen Gesundheitswesen in Gambia ist desaströs. In den größeren staatlichen Krankenhäusern fehlen Medikamente und medizinische Geräte. Dasselbe trifft auf die ländlichen Gesundheitsstationen zu, die über das Land verteilt sind.

Die Gesundheitsstationen auf dem Land sind baulich und hygienisch in einem desolaten Zustand. Die wenigsten haben eine Versorgung mit Elektrizität und fließendem Wasser. Gesundheitsstationen, die an das Stromnetz angeschlossen sind, verfügen über ein monatliches Budget für Strom („Cash Power“), das zu gering bemessen ist und oft schon Mitte des Monats aufgebraucht ist. Nächtliche Geburten finden im Schein von Taschenlampen oder Handys statt.

Die nicht vorhandene Versorgung mit Medikamenten führt dazu, dass Patienten ihre Medikamente für die Behandlung in umliegenden privaten Apotheken zu überteuerten Preisen kaufen müssen. Diese privaten Apotheken werden von ehemals im staatlichen Gesundheitssystem angestellten und gut ausgebildeten Krankenschwestern/-pflegern betrieben, die dem staatlichen System jetzt fehlen.

Fachärzte fehlen im ganzen Land. Zum Beispiel gibt es in Gambia nur einen einzigen Diabetologen, der nur eine verschwindend geringe Zahl an Diabetikern behandeln kann – und auch das nur in der Hauptstadt Banjul und nur mit Hilfe eines Vereins in Deutschland.

Viele Krankenschwestern/-pfleger im ländlichen Bereich haben den Staatsdienst verlassen, weil das Ministerium ihnen und ihren Familien keine Wohnmöglichkeiten in oder in der Nähe der Gesundheitsstationen zur Verfügung stellen kann.

Aus Deutschland und anderen europäischen Ländern gespendetes medizinisches Equipment funktioniert oft nicht lange, da es keine Trainingsangebote für technisches Personal gibt und/oder Geld für Wartung und Reparatur fehlt.

2011/2012 hat die Projekthilfe Gambia e.V. mit Fördermitteln des BMZ  (Bundesministerium für Zusammenarbeit und Entwicklung) das staatliche Gesundheitszentrum im Dorf Njaba Kunda als Modellklinik neu gebaut und an das gambische Gesundheitsministerium übergeben.

2009/2010 hat die Projekthilfe Gambia e.V. eine bauliche Bestandsaufnahme aller 33 damals existierenden ländlichen Gesundheitsstationen durchgeführt. Es existieren Grundriss-Zeichnungen und Fotos.

Durch das nachfolgend beschriebene Projekt könnte Gambia zu einer Modellregion in Afrika werden.

  1. Projektbeschreibung 
  • Gebäude/Equipment
    • Die Gesundheitsstationen sollen baulich saniert/renoviert werden. Die hygienischen Verhältnisse sollen verbessert werden: Schaffung einer Wasserversorgung, Fliesen aller Räumlichkeiten etc.
    • Es soll jeweils ein kleines Labor eingerichtet werden
    • Wohnraum für Personal, das nicht aus den umliegenden Dörfern stammt, soll geschaffen werden (Neubau)
    • Aufbau eines zentralen „Facility-Management“-Teams aus lokalen Handwerkern, die für Wartung/Reparaturen der Gebäude zuständig sind (geplant: über einen Zeitraum von 10 Jahren nach Erst-Renovierung bzw. Neubau)
  • Strom/Wasser
    • Möglichst alle ländlichen Gesundheitsstationen sollen mit einer unterbrechungsfreien (Solar-) Strom- und Wasserversorgung ausgestattet werden – durch Installation von kleinen PV-Anlagen inkl. Speicherbatterien.
  • Medizinische Geräte
    • Medizinisches Equipment (gebraucht) für staatliche Krankenhäuser soll dezentral in Deutschland besorgt (Spende oder Ankauf) und nach Gambia verschifft werden
    • Training für technisches Personal
    • Schaffung einer Möglichkeit zur Wartung/Reparatur von medizinischem Equipment vor Ort in Gambia
  • Medikamentenversorgung
    • Das existierende System der kostenfreien Abgabe von – nicht existierenden -Medikamenten an Patienten soll abgeschafft werden. Patienten sollen in Zukunft verschriebene Medikamente zum Einkaufspreis (Großhandelspreise) zzgl. 10% Zuschlag erwerben. Dies wurde im vorliegenden MOU bereits vereinbart.
    • Aus den Einnahmen aus Medikamentenverkauf und Patienten-Behandlungsgebühren können neue Medikamente gekauft werden
    • Die Beschaffung der Medikamente inkl. Logistik (Lieferung/Lagerung) soll an lokale private Groß-Apotheken outgesourct werden.
    • Dies würde den kleinen privaten Apotheken im Umfeld der Gesundheitsstationen die Geschäftsgrundlage entziehen. Die Betreiber (Krankenschwestern/-pfleger) würden in den staatlichen Gesundheitsdienst zurückkehren.
  • Klinik-App
    • Die Projekthilfe Gambia e.V. entwickelt zurzeit eine App für Smartphones, mit der der Betrieb einer Gesundheitsstation komplett abgewickelt werden kann inkl.
      •  Registrierung von Patienten
      • Einnahmen Gebühren für Behandlung, Labor
      • Diagnose/Behandlung inkl. medizinischen Guidelines für die Behandlung/Medikation der am häufigsten auftretenden KrankheitenLaborergebnisse
      • Ausgabe/Verschreibung von Medikamente
      • Möglichkeit der Datenweitergabe von Symptomen/Krankheiten an UN/WHO oder andere internationale Organisationen
    • Die App verschickt alle Daten täglich und automatisiert zur Auswertung an einen zentralen Server (via Internet oder SMS)
    • Informationen über die Anzahl von behandelten Patienten und Krankheiten stehen taggleich zur Verfügung.
    • Häufung von Krankheiten in bestimmten Orten/Regionen und möglicherweise beginnende Epidemien können frühzeitig entdeckt und bekämpft werden.
    • Informationen über die Anzahl ausgegebener Medikamente stehen taggleich zur Verfügung und können zur Nachbestellung/Logistik genutzt werden.
    • In größeren Gesundheitsstationen muss ein kleines Netzwerk („Intranet“) mit Server (PC, Laptop) zur Datenspeicherung/-weiterleitung eingerichtet werden. Voraussetzung dafür ist eine unterbrechungsfreie Stromversorgung. Diese wird durch die installierte PV-Anlage/n und Speicherbatterien garantiert.
  1. Projektstatus

Zurzeit wartet die Projekthilfe Gambia e.V. auf Informationen aus dem gambischen Gesundheitsministerium über

  • Anzahl/Benennung der ländlichen Gesundheitsstationen, die saniert/renoviert werden sollen
  • baulichen Zustand der einzelnen Gesundheitsstationen
  • Anschluss an das Stromnetz
  • Personalausstattung
  • Anzahl Patienten/Jahr
  • vorhandenes medizinisches Equipment in staatlichen Krankenhäusern
  • fehlendes medizinisches Equipment in staatlichen Krankenhäusern

Anschließend kann der Finanzierungsbedarf festgestellt, eine Kostenkalkulation und eine Terminplanung erarbeitet werden. Zurzeit werden Partner für die Umsetzung des Memorandum of            Understanding (MOU) gesucht.

 

*Update: Am 15.03.2019 wurde die Gesundheitsministerin Dr. Isatou Touray zur Vizepräsidentin ernannt. Bis auf weiteres bleibt sie auch Gesundheitsministerin.

**Update: Am 27.03.2019 wurde Dr. Ahmadou Lamin Samateh zum neuen Gesundheitsminister ernannt.

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20180516_Projekthilfe-Matthias-Ketteler-bei-Präsident-Adama-BarrowEs war eine lange Anreise für Projekthilfe-Chef Matthias Ketteler, Charles Mbye, Local Chairman Project Aid The Gambia und Christian Göken von Riverboat Doctors International e.V., um den gambischen Präsidenten Adama Barrow zu treffen. 370 Kilometer von der Küste bis ganz in den Osten des Landes, wo der Präsident in seinem Heimatort Mansajang Kunda einige Urlaubstage verbrachte

Für das Treffen mit der Projekthilfe am 16.05.2018 nahm sich Präsident Barrow 45 Minuten Zeit, um insbesondere die schwierige Situation der ländlichen Gesundheitsstationen zu besprechen. Nach 22 Jahren Diktatur des ehemaligen Machthabers Yaya Jammeh seien die Staatskassen geplündert, sagte der Präsident. Das kleinste Land Afrikas sei auf internationale Hilfe angewiesen.

Charles M´bye betonte die langjährige Hilfe, die die Projekthilfe in diversen Bereichen leiste. Präsident Barrow lobte die Arbeit der Buschklinik in Jahaly, die seit über 27 Jahren einen hervorragenden Ruf habe und im Gesundheitsministerium als DIE Modellklinik Gambias für den ländlichen Bereich bekannt sei.

Matthias Ketteler erläuterte einige Ideen zur Verbesserung der Versorgung mit Medikamenten sowie der Bereitstellung von gebrauchten Medizingeräten. In den vergangenen zehn Monaten wurden bereits diverse Geräte durch die Projekthilfe zur Verfügung gestellt. Für das Sammeln von Sachspenden, für Maßnahmen zur Instandhaltung und für ein Training gambischer Techniker benötige die Projekthilfe jedoch entsprechende Vereinbarungen mit der Regierung. Charles M´bye machte deutlich, dass für solche Vorhaben ein direkter und kompetenter Ansprechpartner der Regierung erforderlich sein, um Kommunikations- und Entscheidungsprozesse zu beschleunigen.

Diese Vorschläge fanden die Zustimmung von Präsident Barrow. Noch während der Gesprächs ordnete er telefonisch für den nächsten Tag ein Treffen der Gesundheitsministerin, des zuständigen Staatssekretärs, des Gesundheitsdirektors Gambias sowie des Leiter des größten gambischen Krankenhauses (RVTH) mit den Vertretern der Projekthilfe an.

Folgende Themen sollen besprochen werden:

–              Bereitstellung von Medikamenten in ländlichen Gesundheitsstationen

–              Unterstützung bei Instandsetzung/-haltung der Gesundheitsstationen

–              technische Möglichkeiten der Erhebung von Behandlungsstatistiken, Medikamentenverbrauch, Früherkennung von Seuchen und Epidemien

–              Unterstützung von Krankenhäusern mit medizinischen Geräten

–              Trainingsmaßnahmen zur Qualifizierung gambischer Techniker bzgl. der Instandhaltung und Reparatur von Medizingeräten

Ein Mitarbeiter des Büros des Präsidenten wurde der Projekthilfe als direkter Ansprechpar5ner benannt.

Gegen Ende des sehr produktiven Gespräches wurde auch die Arbeit der Gesundheitsstation in Buniadu der Riverboat Doctors International e.V. angesprochen. Auch híer war der Präsident gut unterrichtet und dankte der Delegation für die Hilfe der vergangenen Jahre und für die Wiedereröffnung dieser Einrichtung.

 

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DSC_0447-kleinEine Spende ist das eine – die Umsetzung in Afrika aber ist manches Mal gespickt mit Hindernissen. Die Ernst-Weichel-Grundschule in Heiningen hat der Projekthilfe Gambia e.V./Hattingen ihre gebrauchten Schulmöbel gespendet. Der IT-Sicherheitshersteller G DATA aus Bochum hat die Transportkosten von Heiningen nach Jahaly übernommen. (Presseerklärung G DATA)

Dies ist die Geschichte von 60 Schultischen und 148 Stühlen und ihrer Reise von Deutschland bis ins Dorf Jahaly in Gambia.

Die Schulmöbel wurden von einem ehemaligen Schüler der Schule und ex-Freiwilligen der Projekthilfe Ende Februar in Heiningen in einen Schiffscontainer verladen. Die 6.000 lange Reise über Rotterdam und den Hafen in Banjul/Gambia dauerte sieben Wochen und verlief ohne Probleme.

Anschließend dauerte es fünf weitere Tage, die Zollbefreiung für die Ladung zu bekommen. Am 26. April schließlich konnten Tische und Stühle am Projektbüro ausgeladen und zwischengelagert werden.

Am 2. Mai wurden die Möbel in den projekteigenen Lkw verladen für den Transport nach Jahaly. Die letzten 270 Kilometer vom Projektbüro bis nach Jahaly erwiesen sich dann noch einmal als unvorhergesehen hindernisreich.

Am frühen Morgen des 3.Mai verlässt der Lkw das Projektgelände. Mit der Fähre setzt der Lkw auf die Nordseite des Gambia-Flusses über. Im Dorf Buniadu wartet Projekthilfe Chef Matthias Ketteler, um 38 Stühle an einen kleinen Kindergarten zu übergeben. Anschließend macht sich der Lkw auf den Weg nach Jahaly – noch 250 Kilometer.

Kurz nach 12:00 Uhr mittags: der Lkw-Fahrer ruft an. In voller Fahrt ist der linke Vorderreifen geplatzt. Er hat die Kontrolle über den Wagen verloren, ist von der Landstraße abgekommen, hat einen Baum im Busch umgefahren und steht jetzt am Straßenrand, um den Reifen zu wechseln. Glücklicherweise ist niemand zu Schaden gekommen. Das Problem: der Fahrer hat keinen geeigneten Wagenheber. Matthias Ketteler beschafft in einem Dorf einen Wagenheber. Der Reifen wird gewechselt, der Wagenheber zurückgebracht. Die Verkehrspolizei in einer 25 Kilometer entfernten Stadt wird informiert, da ein Unfallbericht für die Versicherung benötigt wird. Der diensthabende Polizist hat kein Fahrzeug zur Verfügung. Wie lange er braucht, um eines zu besorgen, ist unklar. Das kann Stunden dauern und würde für das Projektteam eine Übernachtung in den Fahrzeugen mitten im gambischen Busch bedeuten. Außentemperatur am Nachmittag: ca. 45 Grad Celsius.

Projekthilfe-Chef Ketteler entscheidet, nicht auf die Polizei zu warten. Der LKW bleibt nach den ersten 300 Metern schon wieder stehen: auch der Kühler ist beim Unfall beschädigt worden und verliert große Mengen Wasser. Das Team besorgt Kanister mit Wasser in einer nahegelegenen Gesundheitsstation. In immer kürzeren Abständen muss Wasser nachgekippt werden – so geht es nicht weiter. Matthias Ketteler holt in der nächstgrößeren Stadt Klebstoff (Harz), um die Löcher im Kühler notdürftig zu flicken. Dreißig Kilometer hin, dreißig zurück. Mit Tempo 60 geht es dann in die Stadt Farafenni. Dort muss ein zweiter Reifen gewechselt werden, der beim Unfall beschädigt worden war. In Farafenni muss das Projektteam mit der Fähre erneut über den Gambia-Fluss übersetzen. Es bedarf viel Erfahrung und Überredungskünste, um mit der nächstmöglichen Fähre mitgenommen zu werden. Die Wartezeit kann sonst schon mal mehrere Stunden dauern. Die letzten hundert Kilometer nach Jahaly legt der kleine Konvoi im Schneckentempo zurück. Die Dunkelheit bricht herein – der Lkw hat nur noch ein intaktes Vorderlicht. Projekthilfe-Chef Ketteler fährt voraus und sichert den Lkw ab. Ankunft in Jahaly 16 Stunden nach der Abfahrt vom Projektbüro. 16 Stunden für 270 Kilometer…

Aber: Ende gut – alles gut. Am nächsten Morgen werden die Möbel entladen, zusammengebaut, gesäubert und von Lehrern und Schülern in ihre Schule getragen – gleich auf der anderen Straßenseite gegenüber von der Buschklinik. – P.S.: auf der Rückfahrt des LKW platzt ein dritter Reifen. Nach sieben Stunden Fahrt ist der LKW dann zurück am Projektbüro.

Die letzten 200 Meter der langen Reise von 60 Schultischen und 110 Stühlen haben wir hier unten in einem kurzen Video dokumentiert:

Video: Ankunft Schulmöbel in Jahaly (2018)

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20170730_MK-Mass-Haddy-mit-Kinderakten-01Die Zusammenarbeit zwischen Projekthilfe Gambia e.V. und dem Friedensdorf International in Oberhausen wird fortgesetzt. Das haben die beiden Organisationen nach einem Gespräch bekräftigt. Im Oktober wird der nächste Gambia-Einsatz des Friedensdorf in Gambia stattfinden. Kranke und verletzte Kinder, denen in Gambia medizinisch nicht geholfen werden kann, werden dem Einsatz-Team vom Friedensdorf vorgestellt. Das Einsatz-Team entscheidet vor Ort, welche Kinder in Deutschland behandelt werden können. Zur Zeit sichtet das Management-Team in unserem Projektbüro in Manjai Kunda die medizinischen Berichte und Dokumente der Kinder, die auf der Warteliste für eine Behandlung durch das Friedensdorf stehen. Um die medizinischen Vorbereitungen für Behandlungen in Deutschland zu verbessern und professionelle Vor-Untersuchungen sicherzustellen, plant die Projekthilfe, das Management-Team um eine ausgebildete Krankenschwester zu erweitern und mit dem MRC (Medical Research Council) in Gambia zusammenzuarbeiten. Die Krankenschwester wird sich nach der Rückkehr der Kinder nach Gambia dann auch um die medizinische Nachsorge kümmern.

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Mass-Suso-u-Matthias-Ketteler-4-Ausschnitt

Liebe Mitglieder, Förderer und Freunde der Projekthilfe Gambia e.V.!

Zum 1. Juni 2017 hat unser neuer Projektmanager in Gambia, Mass Suso, seine Arbeit aufgenommen.

Mass Suso hat ein Diplom in Management und einen zusätzlichen Abschluss “Öffentliche Verwaltung”. Er hat Seminare zu den Themen Leadership (Führung) und Personal-Management  absolviert. Bis November 2015 war er Personalleiter in der Geschäftsführung der Firma Radville Farms Ltd. in Gambia.

Der Vorstand der Projekthilfe Gambia e.V.  freut sich sehr auf die Zusammenarbeit. In den ersten Monaten wird Mass Suso unterstützt von Biba Mousa, die 2011/2012 Projektmanagerin war.

Die Hintergründe zum Wechsel des Managements lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Nach einer überraschenden Kündigung des vierköpfigen Management-Teams sowie im Anschluss die Kündigung aller Projekt-Mitarbeiter von Buschklinik und Kindergarten in Jahaly standen Mitte Mai 2017 alle Projekte in Gambia nach 25 Jahren plötzlich kurz vor dem Aus.

Die Buschklinik war 17 Tage geschlossen. Die Klinik-Mitarbeiter haben erst am 06. Juni 2017 ihre Arbeit – vorläufig – wieder aufgenommen.

Für Entscheidungen des Vorstands notwendige Informationen aus den Projekten übermittelte das ehemalige Management-Team unvollständig, verspätet oder gar nicht. Informationen des Vorstands an die Mitarbeiter in Jahaly wurden nicht übermittelt.

Das ehemalige Management ersetzte ein Schreiben der Klinik-Mitarbeiter, in dem Gehaltserhöhungen gefordert wurden, durch eine eigene, völlig anders lautende Version, betitelte es als „Kündigung“ („Letter of Resignation“) und verschickte es an den Vorstand in Deutschland.

Der Vorstand wird nach weiteren Recherchen und Ermittlungen entscheiden, ob gegen das ehemalige Management in Gambia Strafanzeige wegen Urkundenfälschung u.a. gestellt wird.

Der Kindergarten bleibt zunächst geschlossen und wird nach den Sommerferien im September wieder öffnen. Die Projekthilfe ist zur Zeit in Verhandlung mit der gambischen Regierung, die ab dem neuen Schuljahr das Personal für den Kindergarten stellen soll. Die Bereitschaft dazu hat das gambische Bildungsministerium bereits mitgeteilt. Die Projekthilfe bleibt zuständig für die Gebäude, für Renovierungen und Unterrichtsmaterialien.

Diese Zusammenarbeit mit der gambischen Regierung ist zunächst als Pilotprojekt für einen Zeitraum von zwei Jahren angelegt. Sofern die bisherige Qualität von Unterricht und Betreuung der Kinder erhalten bleibt, hält der Vorstand der Projekthilfe eine solche Kooperation für zukunftsweisend in der Entwicklungszusammenarbeit: Gemeinnützige Organisationen wie die Projekthilfe sind verantwortlich für Gebäude und Instandhaltung und behalten Einfluss auf Organisation und Struktur der Einrichtung. Die Regierung stellt das Personal.

Sollte diese Kooperation sich nicht zur Zufriedenheit der Projekthilfe entwickeln, würden die Mitarbeiter nach Ablauf der Pilotphase als Angestellte zur Projekthilfe zurückkehren.

Durch die Einsparung der Personalkosten für die Lehrer des Kindergartens stehen der Projekthilfe Finanzmittel zur Verfügung, die der Vorstand langfristig für die Unterstützung weiterer staatlicher Gesundheitsstationen und Schulen einsetzen möchte.

Als erstes Projekt übernimmt die Projekthilfe in der staatlichen Gesundheitsstation Njaba Kunda Health Centre die Verantwortung für Gebäude und Anlagen (Wasser/Solar) sowie für die Versorgung mit Medikamenten.

Der Vorstand der Projekthilfe Gambia e.V. hat in diesem Zusammenhang eine strategische Neuausrichtung der Projektarbeit in Gambia beschlossen:

  1. Die Buschklinik bleibt als Modellklinik komplett in der Hand der Projekthilfe
  2. Die Moringa-Plantage wird weiterhin durch die Projekthilfe betrieben
  3. Der Kindergarten wird in einer zweijährigen Pilotphase in Kooperation mit der gambischen Regierung betrieben
  4. Das Njaba Kunda Health Centre als gemeinsames Pilotprojekt von Projekthilfe und Regierung führt im Erfolgsfall zu einer Neu-Organisation der ländlichen Gesundheitsversorgung in Gambia

Eine ausführliche Stellungnahme stellt die Projekthilfe auf Anforderung gerne zur Verfügung. Diese Stellungnahme wird auf der nächsten ordentlichen Jahresmitgliederversammlung der Projekthilfe Gambia e.V. ausliegen.

Mit freundlichen Grüßen, Ihr Vorstand

Projekthilfe Gambia e.V.

Matthias Ketteler, Frank Heuer, Dieter Lieken, Ulfert Engelkes, Thomas Wiegeman

Hattingen, am 12. Juni 2017

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Mass-Suso-u-Matthias-Ketteler-4-AusschnittMatthias Ketteler, (Mit-) Gründer und Vorsitzender der Projekthilfe Gambia e.V., begrüßt Mass Suso als neuen Projektmanager der Projekthilfe in Gambia.

Mass Suso hat ein Diplom in Management und einen zusätzlichen Abschluss “Öffentliche Verwaltung”. Er hat Seminare zu den Themen Leadership (Führung) und Personal-Management  absolviert. Bis November 2015 war er Personalleiter in der Geschäftsführung der Firma Radville Farms Ltd. in Gambia.

Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit.

Dieser Wechsel zum 01. Juni war notwendig geworden, nachdem unser bisheriges Management-Team Mitte Mai aus heiterem Himmel gemeinsam und fristlos gekündigt hatte.

Eine ausführliche Stellungnahme dazu folgt in Kürze.

2018-Health-Centre-Buniadu

20170103_Christian-Göken-Ramatoulie Saidykhan-Famara-Fatty-Manjai-Office-kleinDie beiden gemeinnützigen Vereine Projekthilfe Gambia e.V. (Hattingen) und Riverboat Doctors International e.V.  (Ganderkesee) vereinbaren eine enge Zusammenarbeit in Gambia. Zum 01.02.2017 übernimmt der Partnerverein der Projekthilfe in Gambia, Project Aid The Gambia, Management und Betrieb des Gesundheitszentrums Buniadu der Riverboat Doctors für zunächst sechs Monate. Durch die Kooperation mit der Projekthilfe kann das Health Centre, das seit November 2016 geschlossen ist und zuvor monatlich etwa eintausend Patienten versorgte, wieder geöffnet werden.

 Große Erleichterung beim Vorstand der Riverboat Doctors International e.V.: das Health Centre Buniadu, ein Gesundheitszentrum am Nordufer des Gambia-Flusses, kann Anfang Februar 2017 den Betrieb wieder aufnehmen. Project Aid The Gambia, das seit 1991 im Dorf Jahaly am Südufer des Flusses für die Projekthilfe Gambia die Buschklinik Hattingen betreibt,  übernimmt Management, Verwaltung und Betrieb der Gesundheitsstation Buniadu für zunächst sechs Monate.

Die Gesundheitsstation Buniadu, die ausschließlich mit Spendenmitteln der Riverboat Doctors finanziert wird, hatte ihre Arbeit Anfang November 2016 eingestellt. Eine deutsche Krankenschwester, die das Projekt seit vielen Jahren mit großem persönlichen Engagement geleitet hatte, hatte ihre Arbeit vor Ort aus gesundheitlichen Gründen beenden müssen.

„Wir hatten die Befürchtung, alles zu verlieren“, sagt Christian Göken, erster Vorsitzender der Riverboat Doctors, „der Verein seine Gesundheitsstation, unsere gambisches Personal seine Arbeit und unsere Patienten ihre Gesundheitsversorgung.“

Die Projekthilfe und ihre gambische Partnerorganisation, Project Aid The Gambia, waren bereit zu helfen und übernehmen jetzt den Betrieb des Health Centre Buniadu.

„Auch die gambischen Behörden begrüßen diese Entscheidung“, sagt Matthias Ketteler, Mit-Gründer und Vorstandsmitglied der Projekthilfe. „Alle Beteiligten profitieren jetzt von der über 30-jährigen Erfahrung der Projekthilfe mit Gesundheitsprojekten in Gambia.“

Eine Krankenschwester/Hebamme für das Gesundheitszentrum ist bereits gefunden und nimmt ihre Arbeit in Buniadu Anfang Februar auf. Die Arbeitsverträge von sieben Hilfskrankenschwestern, zwei Reinigungskräften sowie zwei Wachleuten wurden verlängert.

Project Aid The Gambia übernimmt für das Health Centre Buniadu, das erst kürzlich komplett renoviert wurde, die Projektbetreuung. Gehaltsstruktur, Preisgestaltung (Patientengebühren und kostenlose Medikamentenausgabe) und Buchhaltung sowie die Kommunikation mit dem deutschen Träger werden an das System der Projekthilfe angepasst.

“Die Arbeit unseres dreiköpfigen Managementteams im Projektbüro ist inzwischen so gut eingespielt, dass wir die zusätzliche Aufgaben zur Zufriedenheit der Spender und Förderer in Deutschland übernehmen können“, sagt Famara Fatty, Projektmanager der Partnerorganisation der Projekthilfe in Gambia.

Alle Kosten, die für den Betrieb und das Management des Health Centre Buniadu entstehen, werden von Riverboat Doctors International e.V. getragen. Die Vorstände der beiden Vereine erhoffen sich zudem Kostenreduzierungen durch das gemeinsame Management der Projekte, zum Beispiel beim Einkauf von Medikamenten, durch Personalaustausch und gemeinsame Fortbildungen.

Foto: Christian Göken, 1. Vorsitzender Riverboat Doctots International e.V., Ramatoulie Saidykhan, Hebamme/Krankenschwester Health Centre Buniadu, und Famara Fatty, Projektmanager Project Aid The Gambia

über Riverboat Doctors International e.V.

Der als gemeinnützig anerkannte Verein Riverboat Doctors International e.V. wurde 2004 gegründet und hat seinen Sitz in Ganderkesee/Niedersachsen. Seit 2007 betreibt der Verein ein Gesundheitszentrum für ambulante Versorgung im Dorf Buniadu auf der Nordseite des Flusses Gambia, das „Buniadu Health Centre“. Das Team des Gesundheitszentrums besteht aus zwölf einheimischen Mitarbeitern inklusive einer ausgebildeten Krankenschwester/Hebamme. Regelmäßige personelle Unterstützung bekommt das Team vor Ort durch Freiwillige (Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger, sowie Handwerker) aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Täglich finden etwa 70 ambulante Behandlungen statt, ein Großteil davon Kinder. Infektionskrankheiten, Malaria, Wurmerkrankungen, Verbrennungen und Unfälle aller Art werden behandelt, zunehmend auch chronische Krankheiten wie Diabetes und Bluthochdruck. Zusätzlich werden in Zusammenarbeit mit einheimischen Fachkräften Aufklärungskurse in den Bereichen Ernährung und Hygiene angeboten. Vorstand und Mitglieder des Vereins in Deutschland arbeiten ehrenamtlich. Das Health Centre Buniadu verfügt seit 2011 über eine Wasserversorgung und eine Solaranlage.

Weitere Informationen:

Homepage:   www.rdi-ev.de

Facebook:     www.facebook.com/riverboatdoctors

 

 

Team-Gambia-Spendentour-2017

Logo-Gambia-Spendentour-2017_mittelSchweren Herzens hat sich die Regionalgruppe Nord der Projekthilfe Gambia e. V. dazu entschlossen, die ab heute, Freitag, 20.01.2017, geplante Spendentour Gambia kurzfristig abzusagen. Ursprünglich wollten neun Mitglieder der Projekthilfe mit drei Fahrzeugen von Deutschland nach Gambia fahren, um die Fahrzeuge dort zu übergeben. Fast drei Jahre wurde diese Tour geplant. Nun aber hat der im Dezember 2016 abgewählte Präsident Gambias Yahya Jammeh erklärt, nicht auf sein Amt verzichten zu wollen und den Ausnahmezustand ausgerufen. Daraufhin sind gestern Eingreiftruppen der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas mit Zustimmung des UN-Sicherheitsrates in Gambia einmarschiert, um die Machtübergabe an den gewählten Präsidenten Adama Barrow zu erzwingen. Adama Barrow war kurz zuvor in der gambischen Botschaft in Dakar (Senegal) vereidigt worden. Vor dem Hintergrund der unklaren Situation und dem nicht geklärtem Verbleib des ehemaligen Präsidenten wäre es unverantwortlich, die Tour durchzuführen. Somit kann leider nur die Absage erfolgen. Die Fahrzeuge und alle Spenden werden aber in jedem Fall zu einem späteren Zeitpunkt übergeben.

Die Mitglieder der Projekthilfe und die Tourteilnehmer bedauern die Absage sehr und bitten um Verständnis, wenn zum jetzigen Zeitpunkt keine genaueren Angaben gemacht werden können. Leider sind die Verhältnisse sehr unklar und die Informationen äußerst widersprüchlich. Über den Verlauf und den Ausgang der Auseinandersetzungen in Gambia und die Entscheidungen zur Spendentour wird die Projekthilfe weiter informieren.

Einen Zeitungsartikel aus der Nordwestzeitung zu unserer Absage finden Sie | hier |

Gerne stehen wir für Rückfragen zur Verfügung.

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