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Verschlagwortet: Jahaly/Madina Kindergarten

20211113_Wechsel-im-Vorstand-der-Projekthilfe-Rieke-Wiese-und-Dieter-Lieken-1

Rieke Wiese ist neues Mitglied im Vorstand der Projekthilfe Gambia e.V. Die Mitgliederversammlung hat sie am 12.11.2021 als Nachfolgerin von Dieter Lieken gewählt. Im Vorstand vertritt Rieke Wiese die Regionalgruppe Nord der Projekthilfe.

“Ich möchte vor allem junge Leute begeistern, sich für die Projekthilfe zu engagieren“, sagt Rieke Wiese. Rieke ist 24 Jahre alt und arbeitet als Gesundheits- und Krankenpflegerin auf der Kinder-Intensivstation am Klinikum Oldenburg.

Rieke Wiese will jetzt frischen Wind in die Vorstandsarbeit einbringen – „und weiblichen Sachverstand“, sagt sie. Als Gast hat sie bereits seit einem Jahr regelmäßig an den Vorstandssitzungen teilgenommen.

Rieke war 2017 zum ersten Mal in Gambia. „Land und Leute und das, was ich in Gambia erlebt habe, haben mich schon in der ersten Woche gepackt“, sagt sie heute. 2018 hat Rieke drei Monate in der Buschklinik mitgearbeitet: „Ich bin begeistert davon, was ich in Jahaly gesehen habe und was ich selbst dort machen konnte.“ Sie hat erfahren, wie die Gesundheitsversorgung in einem anderen Land funktioniert und wie man in einer anderen Kultur mit ganz anderen Krankheiten und mit Medikamenten umgeht. „Ich war neugierig“, sagt sie. „Das bin ich immer schon.“

„Ich weiß, wie es in der Buschklinik läuft und fühle mich mit Jahaly sehr verbunden. Jetzt möchte ich mich aktiv in die Vorstandsarbeit einbringen, viel dabei lernen und Beruf und ehrenamtliches Engagement verbinden.“

Faszinierend findet Rieke, dass Gambia ein Land ist mit „vier verschiedenen Welten“, wie sie sagt. „Die Welt der Hauptstadt Banjul, die Welt der Touristengebiete an der Küste, die kleine Welt auf dem Gelände des Projektbüros und dann die Welt in der Buschklinik bzw. im Dorf Jahaly.“

 

„Ich mache Platz im Vorstand für jüngere Leute”, sagt Dieter Lieken. “Die Arbeit für die Projekthilfe hat mein Leben bereichert. Ich habe viele Freunde in Gambia gefunden und werde der Projekthilfe auf jeden Fall weiterhin sehr verbunden bleiben.”

Dieter Lieken ist Krankenpfleger und hat 1996 die Regionalgruppe Nord in der Wesermarsch/Niedersachsen gegründet. Dem Vorstand der Projekthilfe gehörte er seit 2006 an.

1994 lernte Dieter Lieken die Projekthilfe kennen. Im August 1994 begleitete er Matthias Ketteler nach Gambia in die Buschklinik. Schon auf dem Rückflug beschloss er, in der Projekthilfe mitzuarbeiten.

“Die übersichtliche Organisation, das engagierte Arbeiten des Vorstandes, aber als Wichtigstes die Herzlichkeit der Bewohner von Jahaly haben mich immer wieder motiviert, für die Projekthilfe zu arbeiten. Dies gilt im Übrigen auch für meine Frau und für meine ganze Familie.”

Dieter Lieken begleitete intensiv den Aufbau der Gartenbau-Projekte in Gambia. Insgesamt hat er vier Hilfskonvois nach Gambia begleitet.

Herzlich Willkommen, Rieke. Und vielen Dank für deine Arbeit, Dieter.

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20210604-Raeder-fuer-Afrika

Der Verein “Räder für Afrika – Tiroler helfen vor Ort” in Österreich hat sich aufgelöst und sein restliches Vereinsvermögen in Höhe von 3.000 Euro an die Projekthilfe Gambia gespendet.

“Wir haben uns gedacht, bei Euch ist das Restvermögen gut angelegt. Alles Gute für Eure tollen Projekte”, schreibt dazu Andreas Langer von dem Verein aus Tirol.

“Räder für Afrika” hatte 2018 einen CITARO-Linienbus auf dem Landweg über Marokko, Mauretanien und Senegal nach Gambia überführt – als Unterstützung für eine gambische Großfamilie. Die Familie wollte ein Unternehmen gründen und mit dem Bus einen Linienverkehr zwischen der gambischen Hauptstadt Banjul und Farafeni auf der Nordbank anbieten. Dies war trotz vieler Versuche allerdings nicht umsetzbar. Daher wurde der Bus vor Ort verkauft, und der Erlös und weitere Spenden des Vereins helfen der gambischen Familie, ihre Grundversorgung zu decken. Der Verein hat außerdem medizinische Hilfsgüter an das Krankenhaus in Farafeni übergeben sowie Fahrräder, Schulbedarf und weitere Spenden für Kinder besorgt.

“Räder für Afrika” hatte 2018 Kontakt zur Projekthilfe aufgenommen, um Tipps für die Überführung des Busses zu bekommen.

Im Mai 2021 endete die Reise der “Räder für Afrika” – der Verein hat sich aufgelöst. “Auch wenn dieses Kapitel zu Ende geht, bleibt vieles bestehen: ein Abenteuer, eine großartige Erfahrung in der Community und unser Beitrag in Afrika und Gambia. Gemeinsam handeln wirkt!”, schreibt der Verein zum Abschied auf seiner Facebook-Seite.

 Die Projekthilfe Gambia “fährt” weiter und verspricht, das anvertraute Vereinsvermögen aus Österreich im Sinne von “Räder für Afrika” zu verwenden.

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Der Kindergarten in Jahaly darf nach einer über siebenmonatigen Zwangspause am 28. Oktober endlich wieder öffnen. Schulen und Kindergärten in Gambia waren seit dem 18.März wegen der Corona-Pandemie geschlossen.

Seit zwei Tagen sind Lehrer und Erzieher dabei, die Öffnung des Kindergartens vorzubereiten. Zunächst hat das Kindergarten-Team alle Klassenzimmer vom Staub der letzten sieben Monate gesäubert. Anschließend werden die Räume gereinigt und auch das Außengelände wieder auf Vordermann gebracht. Auch sind kleinere Reparaturen an den Gebäuden notwendig. Kaputte Stühle werden repariert. Schließlich erarbeitet das Team ein Hygiene-Konzept, um den Auflagen der Gesundheitsbehörden nachzukommen. Vor zwei Tagen wurden alle Gebäude durch Freiwillige vom Roten Kreuz Gambia gründlich desinfiziert. Seit gestern können Eltern ihre Kinder für die Aufnahme in den Kindergarten registrieren. Nicht zu vergessen auch die inhaltliche Vorbereitung auf das neue Kindergarten-Jahr.

Während der Kindergarten-Schließung wurden alle Patienten der Buschklinik über das Gelände des Kindergartens geleitet – dort wurden Hände gewaschen und desinfiziert sowie Masken an jeden Patienten verteilt. Die Klassenräume und die große offene Bühne am Spielplatz wurde als Wartebereich genutzt, um den 1,50 Meter Abstand zwischen den Patienten einhalten zu können. Dafür muss das Buschklinik-Team jetzt eine Alternative erarbeiten.

Gambia ist das Land in Westafrika, das von der Corona-Pandemie am schwersten betroffen ist. Bis heute wurde in Jahaly keine Corona-Infektion festgestellt – allerdings gibt es auch gar keine Test-Möglichkeiten.

Spendenaufruf-Masken-fuer-Gambia

Unsere Spendenaktion „Masken für Gambia“ war ein großer Erfolg. Nach dem Erscheinen unseres  Newsletters vom 04.04.2020 und dem Spendenaufruf „Ein Brief aus Gambia“ vom 20.04.2020 sind bis heute Spenden in Höhe von 21.778,00 Euro auf unserem Vereinskonto eingegangen. Über Facebook haben wir weitere 2.673,70 Euro an Spenden für die Aktion erhalten – insgesamt also 24.671,70 Euro.

Wir bedanken uns aus ganzem Herzen für die vielen kleinen und großen Spendenbeiträge. 20.000 Euro sind schon Ende April nach Gambia an Project Aid The Gambia überwiesen worden. Inzwischen wurden dort bereits 30.000 Masken produziert – und die Produktion läuft weiter…

Die ersten Masken wurden Anfang April ausgeliefert: 1.000 Stück an die Buschklinik und 500 Stück an das Health Center Buniadu, das wir im Auftrag der Riverboat Doctors International e.V. betreuen. In Jahaly und Buniadu erhalten die Patienten eine Maske, die sie nach ihrem Besuch wieder abgeben. Die Baumwollmasken werden dann über Nacht in heißem Wasser mit Waschmittel eingeweicht und am nächsten Tag ausgewaschen und getrocknet, bevor sie erneut ausgegeben werden. Die beiden Health Center waren die ersten und einzigen Gesundheitsstationen in Gambia, in denen überhaupt Masken für Mitarbeiter und Patienten vorhanden waren. Ein kurzes Video dazu können Sie auf Facebook sehen hier (bitte einfach klicken).

In Jahaly werden inzwischen auch persönliche Masken an Patienten und ihre Begleitung gegen eine kleine Gebühr (20 Dalasi, ca. 35 Cent) verkauft. Nach anfänglicher Zurückhaltung der Dorfbevölkerung haben wir inzwischen über 360 Masken an sie verkauft. Viele Menschen, gerade im ländlichen Gambia, glauben nicht an die Existenz des Virus. Woher sollen sie davon auch erfahren – ohne Zugang zu Zeitungen, Radio, TV oder Sozialen Medien? Mehrere tausend Masken haben wir an Firmen in der Küstenregion oder andere Hilfsorganisationen im Land verkauft, z.B. an das Kinderdorf Bottrop in Gambia. Das Krankenhaus von Serekunda, der größten Stadt Gambias, hat 400 Masken kostenlos von uns erhalten. In einigen Apotheken sind unsere Masken ebenfalls zu erwerben. Alle Erlöse fließen zu 100 Prozent in die Produktion weiterer Masken. Mit jeder Maske erhalten Käufer und Nutzer ein DIN-A5-Flugblatt, auf dem der hygienisch korrekte Gebrauch der Masken in Text und Bild erklärt wird. Von diesem Flugblatt haben wir mehrere zehntausend Exemplare drucken lassen.

Am Donnerstag (04.06.2020) haben wir endlich eine Liste bekommen mit 23 Health Centern und lokalen Gesundheitsstationen in der Central River Region rund um Jahaly, an die wir  Anfang dieser Woche insgesamt 8.000 Masken verteilt haben, jeweils 500 bzw. 250 Stück. Außerdem haben wir unseren Projekt-LKW kostenlos zur Verfügung gestellt, mit dem Freiwillige landesweit Reis, Zucker und Öl an Familien verteilt haben, die wegen des Lockdowns in Not geraten sind.

In Gambia hat es offiziell bislang 28 Corona-Fälle (Stand 10.06.) gegeben, fünf davon sind aktiv. 22 Patienten sind genesen, ein Patient ist verstorben. Es muss von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen werden, da nur unzureichende Testmöglichkeiten existieren. Nur knapp 2.000 Tests wurden bisher durchgeführt, 800 Kontakte verfolgt. 130 Verdachtsfälle sind in Quarantäne. Der Ausnahmezustand im Land wurde am 10. Juni erneut um 21 Tage verlängert. Die für die Bevölkerung lebensnotwendigen Märkte, aber auch Moscheen und Kirchen sind unter Auflagen wieder geöffnet. Ob unser Kindergarten vor Beginn der Sommerferien Mitte Juli noch einmal öffnen kann, wissen wir nicht. Das größte Problem ist aber, das „Social Distancing“ in Gambia nicht funktioniert. Die Regierung empfiehlt dringend das Tragen von Masken in der Öffentlichkeit. Auf den großen Märkten und auf den Fähren beobachten wir allerdings, dass sich niemand daran hält.

Die Ausstattung des Gesundheitssystems ist schlecht: Für 2,3 Millionen Gambier stehen nur 20 Beatmungsgeräte und acht Intensivbetten zur Verfügung. Die Börgel GmbH in Limburg a. d. Lahn hat uns 12 gebrauchte Beatmungsgeräte für Gambia zur Verfügung gestellt. Anfragen bei weiteren Firmen laufen. Leider warten wir auch dazu seit Wochen auf eine dringend benötigte offizielle Anfrage der gambischen Regierung. Zusammen mit gespendeten Krankenhausbetten der Ruhrlandklinik/Essen sollen die Hilfsgüter Ende Juni nach Gambia verschifft werden. Für alle diese Spenden bedanken wir uns herzlich.

Am Freitag (12.06.) waren wir zu Gast bei “Star TV-The Gambia” in der Sendung “Talk to Malik Jones”. Projektkoordinator Ebrima Jobarteh und Dr. Eliezer Rodriguez berichten über unsere Projekte und unseren Beitrag im Kampf gegen die Verbreitung von Corona/COVID-19 in Gambia. Dr. Rodriguez unterstützt uns zurzeit als medizinischer Berater. Den Talk können Sie hier anschauen:

Spendenaufruf-Masken-fuer-Gambia

Jahaly/Gambia, am 19. April 2020

Liebe Freunde, liebe Unterstützer unsere Arbeit in Gambia,

im Zeichen der uns alle betreffenden Covid-19 Pandemie verschieben sich momentan bei fast jedem von uns die bisherigen Wertigkeiten des täglichen Lebens.

Ich bin seit sechs Monaten mit meiner Frau und der jüngsten Tochter in Gambia. Unser gambischer Partnerverein Project Aid The Gambia versucht, sich als Partner der gambischen Regierung im Kampf gegen das Virus einzubringen.

Aus der Entfernung gesehen scheint sich die Situation in Deutschland nach vielen menschlichen Tragödien langsam insofern zu verbessern, dass auch bei einer weiteren Ausbreitung genügend Krankenhausbetten und intensivmedizinische Einheiten für die schweren Verläufe zur Verfügung gestellt werden können. In Deutschland werden hunderttausende von Tests täglich durchgeführt, in Gambia seit Februar etwas mehr als 300.

Maßnahmen wie sie in Europa zur Eindämmung getroffen worden sind – von zuhause aus zu arbeiten oder zuhause zu bleiben – sind in Gambia kaum durchzusetzen. Die Menschen können ihre Arbeit in der Regel nicht von zu Hause aus erledigen. Eine soziale Absicherung existiert nicht. Die Auszahlung von Kurzarbeitergeld oder die Unterstützung von betroffenen Betrieben aus Steuermitteln sind aufgrund der miserablen Lage des Staatshaushaltes nicht möglich.

Die einfache Bevölkerung kann nicht in einem Supermarkt einkaufen. Sie besucht offene lokale Märkte zur Verfügung und muss sich in engen Gassen zwischen ineinander verschachtelten Verkaufsbuden bewegen. Die wenigsten Häuser in der Hauptstadtregion verfügen über einen eigenen Wasseranschluss. Je weiter man in die ländlichen Gebiete kommt, desto seltener gibt es in der Regel einen eigenen Anschluss. Die Menschen treffen sich an öffentlichen Wasserentnahmestellen: Brunnen, Zapfstellen, die von der Regierung oder von NGOs eingerichtet worden sind.

Wasser – ein ohnehin unschätzbares Gut in diesem Land aufgrund der Hitze und der Trockenheit – ist in Kombination mit Seife extrem wichtig im Einsatz gegen das Coronavirus.

Die meisten Menschen in Gambia sind Muslime und waschen sich fünfmal am Tag Hände und Füße, so wie es der Islam vorschreibt. Allerdings handelt es sich hier mehr um eine spirituelle Reinigung, bei der ausschließlich Wasser benutzt wird.

Bei der Bereitstellung von Wasser und Seife gibt es daher schon eine Reihe logistischer Schwierigkeiten. An den Einsatz von hochalkoholhaltigen Desinfektionsmitteln, die vor dem Virus schützen, ist gar nicht zu denken. Diese Mittel sind kaum vorhanden oder sehr teuer.

Bisher hat Gambia zehn offizielle Corona Patienten registriert. Ein Patient ist verstorben, zwei sind gesundet und sieben Patienten sind noch in Quarantäne.

Allerdings haben diese Zahlen wegen der wenigen durchgeführten Tests überhaupt keine Aussagekraft – sie werden nur als statistisches Beiwerk registriert. Wie weit eine tatsächliche „Durchseuchung“ der Bevölkerung bereits stattgefunden hat, ist nicht festzustellen. Insbesondere in den ländlichen Gebieten werden Verstorbene innerhalb weniger Stunden bestattet. Eine Überprüfung vorhandener Symptome findet in der Regel nicht statt.

Die Buschklinik in Jahaly und das uns anvertraute Gesundheitszentrum von Riverboat Doctors International e.V. in Buniadu sind landesweit die einzigen Gesundheitszentren, in denen Patienten das Gelände nur mit einer Maske betreten dürfen, die von uns zur Verfügung gestellt werden. Der Abstand von zwei Metern wird bei uns ebenfalls eingehalten. Darüber haben wir Euch mit unserem Newsletter vor wenigen Tagen bereits informiert. Den Newsletter noch einmal nachlesen können Sie hier.

Am 2. April habe ich den gambischen Gesundheitsminister Dr. Samateh über den Einsatz der Gesichtsmasken in Jahaly und Buniadu informiert und darum gebeten, eine landesweite Kampagne für das Tragen von Masken zu starten.

Seitdem wurde der Minister von mir immer wieder über neue wissenschaftliche Erkenntnisse sowie über den Umgang anderer Länder mit diesem Thema informiert. Der Minister hatte stets Interesse gezeigt.

Bei einer Pressekonferenz am vergangenen Freitag hat der amtierende Gesundheitsminister jetzt mitgeteilt, dass die Regierung Gambias nunmehr auch das Tragen von selbst gemachten Masken in der Öffentlichkeit empfiehlt.

In den nächsten Tagen werden wir daher gemeinsam mit anderen Gruppen und Organisationen, mit denen bereits eine Zusammenarbeit besteht, eine landesweite Kampagne starten. Es ist unser Ziel, dass das Tragen von Masken nicht nur empfohlen wird, sondern verpflichtend wird. Nur wenn alle in der Öffentlichkeit – und zusätzlich zur Beachtung von Hygienemaßnahmen – eine Maske tragen, wird das Risiko von Infektionen reduziert.

Anfang April haben wir bereits die ersten viertausend Masken aus Baumwolle produzieren lassen. Die Produktion einer Maske kostet fünfundzwanzig gambische Dalasi – umgerechnet etwa fünfzig Eurocent. Wir wollen eine sehr große Anzahl dieser Masken herstellen lassen und landesweit zum Kauf anbieten. Der Erlös fließt komplett in die Produktion weiterer Masken. Armen Familien wollen wir diese Masken unentgeltlich zur Verfügung stellen. Wir möchten die Öffentlichkeit mit einer Kampagne über Radio, TV, Social Media und mit Informationsplakaten sensibilisieren.

Ich bitte Euch alle, für diese Aktion Eure Taschen und Herzen zu öffnen. Wir benötigen Spenden für Startkapital und die laufenden Kosten. In Gambia gibt es ca. zwanzig Intensivbetten, sowie meiner Kenntnis nach 3 (in Worten: drei) Beatmungsgeräte. Sollte die Epidemie wie in bestimmten Bereichen Europas auch hier um sich greifen, droht vielen Menschen der Tod. Es werden Unruhen und Aufstände befürchtet.

Ich weiß, dass mein Appell zu einer gewissen Unzeit kommt. Ich spreche Euch alle jetzt an, in einer Zeit, in der ihr selber genügend Probleme habt. Ich weiß aber auch, dass Ihr seit vielen Jahren unsere Arbeit in Gambia unterstützt: Dies sicherlich auch, weil Euch die Menschen auf diesem Kontinent am Herzen liegen.

Wenn also jeder von Ihnen/Euch nach dem Lesen dieses Briefes eine Überweisung tätigt – online hier oder direkt auf unser Spendenkonto bei der

Genobank Essen

Kontonummer 200 900 900, BLZ 36060488

IBAN: DE57 3606 0488 0200 9009 00 – BIC: GENODEM1GBE

Verwendungszweck Masken

dann können wir in wenigen Tagen mit dieser Aktion starten.

Bitte verteilt diesen Brief auch an Eure Verwandte, Bekannte, Freunde. Jeder kleine Betrag hilft. Lasst es uns gemeinsam versuchen.

Ich grüße noch einmal alle ganz herzlich aus Gambia und hoffe, dass wir uns alle gesund in Deutschland oder in Gambia wiedersehen.

Matthias Ketteler

(Vorstand)

Weitere Informationen zum Thema Masken:

www.maskeauf.de (Deutsch)

www.maskonnow.com (Englisch)

Projekthilfe Gambia e.V.

Im Poth 26

45529 Hattingen

Tel.: 0234-94183-22

E-Mail: info@buschklinik.de

Vereinsregister: Amtsgericht Essen / Registernummer VR 30455

Homepage: www.buschklinik.de

Aktuelle Infos über die Arbeit der Projekthilfe: www.buschklinik.de/blog

Facebook: www.facebook.com/BuschklinikGambia

Videos: www.youtube.com/user/Buschklinik

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Hilfe die ankommt-2020

25.09.2019 Stadland   Die Planungen unserer Regionalgruppe Nord für die neue Spendentour nach Gambia im Jahr 2020 haben begonnen. Zwölf bis 15 Mitglieder der Projekthilfe  aus der Wesermarsch/Edewecht und Oldenburg wollen am 11.10.2020 mit vier bis fünf Kleinbussen nach Gambia starten. Die Kleinbusse werden in Gambia verkauft. Der Erlös geht an die Projekthilfe Gambia. Die Reisekosten wie Rückflug usw. tragen die Teilnehmer selbst.

Der humanitäre Konvoi 2020 ist bereits die sechste Fahrt dieser Art, an der Mitglieder der Regionalgruppe Nord beteiligt sind. Die geplante Tour im Januar 2017 musste kurz vor dem Start abgesagt werden, da wegen der politischen Umwälzungen in Gambia eine sichere Durchführung nicht gewährleistet war.

Die für die Tour 2017 gesammelten Spenden (25.000 Euro) wurden im Dezember 2017 in der Buschklinik in Jahaly an die Projekthilfe Gambia übergeben.

Route-Gambia-Spendentour-2020Unser “Kilometer-Ziel” ist es, für die zu fahrenden ca. 6.500 km je ZWEI Euro als Spende zu sammeln. Das ergibt 13.000 Euro!

Weiterhin organisieren wir Veranstaltungen, bei denen wir weitere Spenden erhalten.

Unser großes Ziel ist es, am Ende der Spendentour in Jahaly mindestens 20.000 Euro für unsere Projekte zu übergeben!

Im Jahr 2020 soll die Tourstrecke in Europa  erstmals nicht über Paris, Bordeaux und Madrid, sondern über Luxemburg, Lyon, Montpellier und Barcelona nach Algeciras führen.

Zur detaillierten Route geht es | hier |

 

 

 

Bisher erzielte Spenden (Stand: 22.02.2020): 7.800,00 €

erreichte Spendenkilometer          3.900 km

fehlende Spendenkilometer          2.600 km

 Zum aktuellen Spendenbarometer geht es | hier |

 

Tour-Kontakt:

Dieter Lieken, Stadland
Fon: 04732 / 921154
dieter.lieken(at)gmx.de

 

Workshop-Patricia-Ceesay_20.-22.2.19-03

Wir möchten berichten von einer außergewöhnlichen Fortbildung in unserem Kindergarten in Jahaly. Wir betreuen in diesem Schuljahr 300 Kinder zwischen vier und sechs Jahren. Unser Ziel ist frühkindliche Bildung auf höchstem Niveau, die die Kinder bestmöglich auf ihre weitere Schullaufbahn vorbereitet. Und das alles in einem Dorf auf dem Land, ganz hinten in Gambia, 270 Kilometer von der Küste entfernt. Wir arbeiten mit Lehrern und Erziehern, gelernten und ungelernten, die selbst keine mit Deutschland vergleichbare Ausbildung erfahren haben. Dazu kommen die völlige Abgeschiedenheit des Dorfes, kulturelle Zwänge und eine Gesellschaft im Wandel nach 22 Jahren Diktatur. Man muss sich vorstellen: vor etwa einem Jahr ist erstmals eine Stromleitung im Dorf angekommen, in diesem Monat endlich auch auf unserem Projektgelände. Ganz nebenbei: Im Dorf können sich nur die allerwenigsten einen Anschluss an dieses Stromnetz leisten. Trotz alledem versuchen die Lehrer und Erzieher, ihr Bestes zu geben. Es geht uns nicht um westliche oder afrikanische, nicht um christliche oder muslimische Erziehung, Es geht uns um die Kinder. Es geht uns um ihre Zukunft.

“Bildung ist die einzige Hoffnung”, sagt Patricia Ceesay. Sie betreibt und leitet eine private Montessori-Vor- und Grundschule in Brufut in der Küstenregion. Mindestens einmal im Jahr kommt sie nach Jahaly und macht ehrenamtlich Fortbildung mit unseren Lehrern und Erziehern. Über die drei Workshop-Tage vom 20.-22.02.2019 berichten unsere Freiwilligen Lena und Marieke, die zurzeit ein Praktikum im Jahaly-Madina Kindergarten machen:

Am Mittwoch ist Patricia Cessay in Jahaly angekommen. Da sie schon sehr früh am Morgen angekommen ist, schaut sie sich direkt die „morning classes“ an. Der erste Workshop findet schon in der großen Pause statt. Alle Lehrer versammeln sich dazu in einem Klassenraum.

Zuerst sagt Patricia, was ihr bei der Beobachtung des Unterrichts aufgefallen ist, und lobt die Lehrer: im Vergleich zum letzten Jahr werden die Kinder durch Aktivitäten mehr in den Unterricht mit einbezogen. Danach geht es darum, dass die Kinder auf dem Spielplatz immer unter Beobachtung stehen müssen, damit Unfälle vermieden werden. Außerdem sollen die Klassenräume sauber und ordentlich gehalten werden, um ein besseres Arbeitsklima zu schaffen. Dann geht es um Rechtschreibfehler auf den Plakaten in den Klassenräumen. Die Lehrer sind Vorbild für die Kinder, sagt Patricia, und sollen Rechtschreibfehler vermeiden.

Nächstes Thema: Kinder lernen und verstehen unterschiedlich schnell. Deshalb sollen Kinder auch erst dann in die nächsthöhere Klasse (“level”) kommen, wenn sie dazu bereit sind. Am Ende des Workshops geht es um Teamfähigkeit: Konstruktive Kritik soll angenommen werden, und die Lehrer sollen sich gegenseitig helfen.

Am Nachmittag schaut Patricia sich den Unterricht in den „afternoon classes“ an.

Zurück im Gästehaus beginnen wir (Lena und Marieke) dann direkt damit, neue Materialien für den Unterricht zu produzieren. Eine Methode, die Patricia auch in ihrer Schule anwendet, sind kurze Sätze mit zwei bis sechs Wörtern, die auf verschiedenfarbiges Papier geschrieben werden. Diese können sich die Kinder dann im Unterricht heraussuchen, lesen und abschreiben. Wir erstellen ein Beispiel, das Patricia am nächsten Tag den Lehrern übergibt, damit sie für jede ihrer Klassen so etwas herstellen können.

Am Donnerstag geht Patricia Ceesay im Workshop dann auf die Bedeutung der englischen Sprache im Unterricht ein. Englisch ist die Grundlage der weiteren Ausbildung der Kinder. Patrica spricht darüber, wie wichtig es ist schreiben zu lernen. Viele Kinder lernen am Wochenende Arabisch. Auf Arabisch schreibt man allerdings von rechts nach links und nicht, wie im Englischen, von links nach rechts. Das ist für viele Kinder verwirrend und muss deshalb geübt werden.

Patricia motiviert die Lehrer, indem sie ihnen sagt, was für eine große Rolle sie im Leben der Kinder und so auch in ihrer Erziehung spielen. Die Lehrer sollen deshalb stolz auf ihren Beruf sein.

Den Kindern soll beigebracht werden, dass kein Müll auf den Boden, sondern in die vorhandenen Mülleimer geworfen wird. Nächster Punkt: die Klassenregeln. Klassenregeln sollen in jedem Klassenraum aushängen und am besten jeden Morgen wiederholt werden. Patricia macht noch einmal deutlich, dass im Unterricht der Fokus auf dem Kind liegen soll. Das bedeutet, die Lehrer sollen während des Unterrichts nicht an ihr Handy gehen oder sich mit anderen Sachen beschäftigen. Teil des Workshops ist auch, dass Patricia verschiedene Wörter mit jeweils zwei Vokalen an die Tafel schreibt. Sie erklärt und übt mit allen Lehrern zusammen die Aussprache. Als letzter Punkt wird die Beschaffung von Schul- und Lernmaterial besprochen. Eine Liste mit fehlenden Materialien soll erstellt und an das Projektbüro weitergegeben werden. Den Nachmittag verbringt Patricia damit, sich die „afternoon classes“ anzuschauen. Positiv fällt ihr auf, dass die Kinder mit verschiedenen Lernmethoden lernen. Während einer Stunde zum Thema Gemüse ist ein Lehrer mit den Kindern in den Gemüsegarten gegangen, um sich das Gemüse dort anzuschauen.

Am Freitag gibt Patricia einen letzten Workshop. Hierbei geht sie zuerst auf die Art des Unterrichtens ein. Die Lehrer sollen in einer ruhigen Körperhaltung und mit gesenkter Stimme unterrichten. Außerdem soll die Größe der Klassenräume besser genutzt werden. Damit die Kinder mehr Platz zum Lernen haben und sich besser konzentrieren können, sollen die Tische auseinander gezogen werden. Um sicher zu gehen, dass die Kinder genug trinken, schlägt Patricia kurze Pausen vor, in denen die Kinder Wasser trinken können. Den Kindern soll im Unterricht beigebracht werden, wie man sich z. B. die Zähne putzt oder auch, dass man früh ins Bett gehen soll. Die Kinder nehmen so das Gelernte mit nach Hause und können es dann zuhause anwenden. Es wird danach angesprochen, dass man die Eltern der Kinder einbeziehen soll. Elterntreffen kann man auch dazu nutzen, den Betrag für das Schulessen einzufordern oder den Eltern zu sagen, wie sie ihre Kinder für die Schule fertig machen sollen. Dazu gehört Haare flechten bei den Mädchen, Haare rasieren bei den Jungen – und die Schuluniform regelmäßig zu waschen.

Zum Schluss des Workshops bedankt sich Patricia bei allen und freut sich über die schöne Zusammenarbeit. Außerdem lädt sie alle Lehrer herzlich ein, sich die “Trankil Academy” anzuschauen, ihre Schule in Brufut.

Die Lehrer bedanken sich für die Hilfe und die vielen Tipps von Patricia und freuen sich schon auf ein nächstes Mal.” (Lena Engel / Marieke Osewold)

Die pädagogischen Erkenntnisse aus ihrem Workshop hat Patricia Ceesay in diesem Bericht zusammengefasst:

„Bei meinem dreitägigen Besuch konnte ich während des Vormittags- und Nachmittagsunterrichts alle Klassen sowohl bei der Arbeit als auch beim Spiel beobachten.

Ich freue mich festzustellen, dass der Unterricht interaktiver und ordentlicher geworden ist. Die Lehrer hatten eine Fülle von Lehr- und Lernmaterialien vorbereitet, die sie täglich verwenden. Wie auf dem letzten Treffen besprochen, haben die Lehrer festgestellt, dass der Unterricht geordneter war, wenn Kinder aktiv an ihrem eigenen Lernen teilnehmen. Die Lehrer sagten, dass sie dadurch auch selbst weniger müde werden und ihnen der Unterricht mehr Freude macht.

An allen drei Tagen habe ich eine Schulung abgehalten. Während dieser Sitzungen konnte ich meine Beobachtungen mit den Mitarbeitern teilen, ihre Bedenken und Einschränkungen besprechen und konkrete Möglichkeiten vorschlagen, wie sie ihre Arbeit im Kindergarten verbessern können, ihre Beziehung zu den Eltern, den Kontakt mit der Dorfbevölkerung und mit der Grundschule, in der die meisten Kinder später ihre Bildungskarriere fortsetzen.

Es ist erfreulich, dass die Lehrer bereit sind, Vorschläge zur persönlichen und professionellem Verbesserung umzusetzen.

Bei jedem weiteren Besuch kann ich das Vertrauen der Lehrer, ihr Verständnis für die Kinder und die Durchführung von Unterrichts und Unterrichtsmanagement deutlich verbessern. Ich habe keinen Zweifel, dass sie weiterhin gute Arbeit leisten werden.“ (Patricia Ceesay)

 

Fotos: ©2019 Projekthilfe Gambia e.V. / Lena Engel, Marieke Osewold

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Es ist ein Meilenstein in der Geschichte der Buschklinik: knapp 28 Jahre nach der Eröffnung ist die Buschklinik seit dem 15.02.2019 an das öffentliche Stromnetz angeschlossen. Auch wenn die Klinik seit 1991 über eine eigene Solaranlage verfügt und über Jahrzehnte der einzige Ort im Umkreis mit einer eigenen unterbrechungsfreien Stromversorgung war, ist der Anschluss an das öffentliche Stromnetz wichtig als Reserve, falls technische Probleme mit Solaranlage oder Speicherbatterien auftreten. Das war Ende 2018 über mehrere Monate hinweg der Fall: die Speicherbatterien hatten das Ende ihrer Lebensdauer erreicht und mussten erneuert werden. Es dauerte mehrere Monate, bis der Fehler lokalisiert und neue Batterien bestellt, geliefert und installiert werden konnten. Jetzt kann bei technischen Problemen mit der Solaranlage einfach auf das öffentliche Stromnetz umgeschaltet werden.

Schon Ende 2017 waren die Überland-Stromleitungen entlang der South Bank Road von der Küste kommend in Jahaly angekommen. Im Laufe des Jahres 2018 wurden einige Familien in Jahaly, die es sich leisten konnten, an das Stromnetz angeschlossen. Erst Mitte Januar 2019 wurden wir darauf aufmerksam, dass die Strom-Unterverteilung des Dorfes an einem Strommast  direkt gegenüber der Buschklinik endete. In einer absoluten Rekordzeit von nur zwei Wochen wurde die Stromleitung in Zusammenarbeit mit dem gambischen Stromversorger Nawec über die Landstraße bis auf das Projektgelände verlängert und mit dem Inselnetz von Klinik und Kindergarten verbunden. Dafür musste ein großer Strommast zur Überquerung der Landstraße per Sattelschlepper geliefert und mit einem Kranwagen aufgestellt werden, die Leitungen mussten verlegt und ein Stromzähler installiert werden. Ohne die langjährigen guten Kontakte in Gambia und ohne die tatkräftige Unterstützung durch die Elektro-Firma “General Engeneering” von Charles M’bye, der der Vorsitzende von Project Aid The Gambia ist, hätte das niemals so schnell geklappt. Nächtliche Geburten im Licht von Taschenlampen oder Handy-Leuchten gehören jetzt der Vergangenheit an. Wir sind sehr glücklich.

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Aufruf gegen Rassismus und Rechtspopulismus: Alle müssen sich zu Wort melden

Seit einiger Zeit beobachten wir – als humanitäre Hilfsorganisationen – die politischen Entwicklungen in Deutschland:

Nach dem tödlichen Angriff auf Daniel H. kam es in Chemnitz in der letzten Zeit zu rechtsextremen Protesten und Ausschreitungen. Rechtspopulistische Kräfte wie die AfD, die Bürgerbewegung „Pro Chemnitz“ oder „PEGIDA“ sind mittlerweile leider zu bekannten Phänomenen unserer Gesellschaft geworden. Dennoch scheint es so, als hätte der Fall des jungen Chemnitzers diese Diskussion wieder auf eine neue und noch beunruhigender Ebene gehoben: In den verschiedenen  Medien sehen wir vermehrt Bilder von Demonstranten, die den Hitlergruß zeigen, als handele es sich um einen legitimen Ausdruck politischer Gesinnung. Gleichzeitig hören wir rechtsradikale Parolen aus den Mengen und spüren schlussendlich, wie der hasserfüllte Aufschrei in die Mitte der Gesellschaft drängt und eine starke, politische Polarisierung mit Gewaltbereitschaft mehr und mehr forciert werden.

Glücklicherweise gibt es auch Gegenwind – und zwar einen solchen, der den Prinzipien einer gelungenen Demokratie gerecht wird: Mit dem Hashtag „#Wir sind mehr“, drückten Menschen in ganz Deutschland  die Ablehnung von Rechtsnationalismus und Fremdenhass aus und setzen ein klares Zeichen gegen die rechte Bewegung Deutschlands. Hier liegt die Antwort auf die rechtsradikalen Parolen, den Fremdenhass und die Gewaltbereitschaft.

Fest steht, dass wir in einer globalisierten Welt leben, die sicher vielen Kontroversen unterliegt. Dennoch bleibt festzustellen, dass es sich hier um einen unaufhaltsamen Prozess handelt, der uns alle sowohl vor Herausforderungen als auch Chancen stellt.

Durch die Vermischung von Nationalitäten, Glaubensrichtungen und Kulturen erfordert die heutige Welt mehr denn je ein hohes Maß an Toleranz und Verständnis, um ein friedliches, soziales Miteinander zu ermöglichen.

Die bunte Vielfalt muss mehr als eine Chance, anstatt als Herausforderung, angesehen werden. Sie zeigt uns einmal mehr, wie vielfältig die Menschen sind, und welch Potenzial die Auseinandersetzung mit der Diversität in sich trägt. Sie weckt das Interesse am Unbekannten und kann so dazu beitragen, sich dem Frieden in diesem Land, auf diesem Kontinent und der ganzen Welt anzunähern.

Wir als Gemeinschaft müssen uns klar und friedlich dazu bekennen, dass alle Formen von Rechtspopulismus und die damit einhergehenden Konsequenzen aus einer Zeit stammen, die die gesamte Welt das Grauen lehrte.  Aus diesem Grund müssen wir uns dafür einsetzen, dass Vergangenes vergangen bleibt und  der Funke der menschenverachtenden Ideologie des 20. Jahrhunderts nicht ins 21. überspringt.

Wir müssen jetzt aufwachen und dem entgegentreten. Denn das Bestreben nach Frieden und die Ablehnung von Rechtspopulismus und Nationalsozialismus sind untrennbar miteinander verbunden.

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20180516_Projekthilfe-Matthias-Ketteler-bei-Präsident-Adama-BarrowEs war eine lange Anreise für Projekthilfe-Chef Matthias Ketteler, Charles Mbye, Local Chairman Project Aid The Gambia und Christian Göken von Riverboat Doctors International e.V., um den gambischen Präsidenten Adama Barrow zu treffen. 370 Kilometer von der Küste bis ganz in den Osten des Landes, wo der Präsident in seinem Heimatort Mansajang Kunda einige Urlaubstage verbrachte

Für das Treffen mit der Projekthilfe am 16.05.2018 nahm sich Präsident Barrow 45 Minuten Zeit, um insbesondere die schwierige Situation der ländlichen Gesundheitsstationen zu besprechen. Nach 22 Jahren Diktatur des ehemaligen Machthabers Yaya Jammeh seien die Staatskassen geplündert, sagte der Präsident. Das kleinste Land Afrikas sei auf internationale Hilfe angewiesen.

Charles M´bye betonte die langjährige Hilfe, die die Projekthilfe in diversen Bereichen leiste. Präsident Barrow lobte die Arbeit der Buschklinik in Jahaly, die seit über 27 Jahren einen hervorragenden Ruf habe und im Gesundheitsministerium als DIE Modellklinik Gambias für den ländlichen Bereich bekannt sei.

Matthias Ketteler erläuterte einige Ideen zur Verbesserung der Versorgung mit Medikamenten sowie der Bereitstellung von gebrauchten Medizingeräten. In den vergangenen zehn Monaten wurden bereits diverse Geräte durch die Projekthilfe zur Verfügung gestellt. Für das Sammeln von Sachspenden, für Maßnahmen zur Instandhaltung und für ein Training gambischer Techniker benötige die Projekthilfe jedoch entsprechende Vereinbarungen mit der Regierung. Charles M´bye machte deutlich, dass für solche Vorhaben ein direkter und kompetenter Ansprechpartner der Regierung erforderlich sein, um Kommunikations- und Entscheidungsprozesse zu beschleunigen.

Diese Vorschläge fanden die Zustimmung von Präsident Barrow. Noch während der Gesprächs ordnete er telefonisch für den nächsten Tag ein Treffen der Gesundheitsministerin, des zuständigen Staatssekretärs, des Gesundheitsdirektors Gambias sowie des Leiter des größten gambischen Krankenhauses (RVTH) mit den Vertretern der Projekthilfe an.

Folgende Themen sollen besprochen werden:

–              Bereitstellung von Medikamenten in ländlichen Gesundheitsstationen

–              Unterstützung bei Instandsetzung/-haltung der Gesundheitsstationen

–              technische Möglichkeiten der Erhebung von Behandlungsstatistiken, Medikamentenverbrauch, Früherkennung von Seuchen und Epidemien

–              Unterstützung von Krankenhäusern mit medizinischen Geräten

–              Trainingsmaßnahmen zur Qualifizierung gambischer Techniker bzgl. der Instandhaltung und Reparatur von Medizingeräten

Ein Mitarbeiter des Büros des Präsidenten wurde der Projekthilfe als direkter Ansprechpar5ner benannt.

Gegen Ende des sehr produktiven Gespräches wurde auch die Arbeit der Gesundheitsstation in Buniadu der Riverboat Doctors International e.V. angesprochen. Auch híer war der Präsident gut unterrichtet und dankte der Delegation für die Hilfe der vergangenen Jahre und für die Wiedereröffnung dieser Einrichtung.