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20210604-Raeder-fuer-Afrika

Der Verein “Räder für Afrika – Tiroler helfen vor Ort” in Österreich hat sich aufgelöst und sein restliches Vereinsvermögen in Höhe von 3.000 Euro an die Projekthilfe Gambia gespendet.

“Wir haben uns gedacht, bei Euch ist das Restvermögen gut angelegt. Alles Gute für Eure tollen Projekte”, schreibt dazu Andreas Langer von dem Verein aus Tirol.

“Räder für Afrika” hatte 2018 einen CITARO-Linienbus auf dem Landweg über Marokko, Mauretanien und Senegal nach Gambia überführt – als Unterstützung für eine gambische Großfamilie. Die Familie wollte ein Unternehmen gründen und mit dem Bus einen Linienverkehr zwischen der gambischen Hauptstadt Banjul und Farafeni auf der Nordbank anbieten. Dies war trotz vieler Versuche allerdings nicht umsetzbar. Daher wurde der Bus vor Ort verkauft, und der Erlös und weitere Spenden des Vereins helfen der gambischen Familie, ihre Grundversorgung zu decken. Der Verein hat außerdem medizinische Hilfsgüter an das Krankenhaus in Farafeni übergeben sowie Fahrräder, Schulbedarf und weitere Spenden für Kinder besorgt.

“Räder für Afrika” hatte 2018 Kontakt zur Projekthilfe aufgenommen, um Tipps für die Überführung des Busses zu bekommen.

Im Mai 2021 endete die Reise der “Räder für Afrika” – der Verein hat sich aufgelöst. “Auch wenn dieses Kapitel zu Ende geht, bleibt vieles bestehen: ein Abenteuer, eine großartige Erfahrung in der Community und unser Beitrag in Afrika und Gambia. Gemeinsam handeln wirkt!”, schreibt der Verein zum Abschied auf seiner Facebook-Seite.

 Die Projekthilfe Gambia “fährt” weiter und verspricht, das anvertraute Vereinsvermögen aus Österreich im Sinne von “Räder für Afrika” zu verwenden.

Staff-party-30th-anniversary-at-Jahaly-Health Centre

Am 4. Mai 1991, hat die Projekthilfe in Jahaly/Gambia die “Buschklinik” (Jahaly Health Centre) eröffnet und seither fast eine Million Patient:innen behandelt. Wir sind stolz, dass wir dank Ihrer Spenden und dem unermüdlichen Einsatz unserer Krankenschwestern und Krankenpfleger schon so lange eine basismedizinische Versorgung in Jahaly sicherstellen können – und dass die Buschklinik noch heute genauso aussieht wie an ihrem ersten Tag. Wir finden: eigentlich sieht sie sogar besser aus. Auf die nächsten 30 Jahre!

Wegen der Corona-Pandemie fielen die geplanten Feierlichkeiten kleiner aus als geplant. Am Tag des Jubiläums hat unser Team in Jahaly das gemacht, was es seit dem 4. Mai 1991 jeden Tag getan hat: sich um die Patient:innen kümmern.

Am Sonntag, 16. Mai 2021, reiste eine kleine Delegation aus dem Projektbüro an der Küste nach Jahaly, um sich beim Buschklinik-Team mit einer kleinen Feier für die Arbeit der letzten 30 Jahre zu danken. Mit dabei waren das Management-Team, Charles Mbye und Michael Blell vom Vorstand von Project Aid The Gambia und Projekthilfe-(Mit-)Gründer und Vorstandsmitglied Matthias Ketteler.

Auf dem Gelände der Buschklinik trafen sie sich mit dem Projektteam aus Buschklinik und Kindergarten – Krankenschwestern und Krankenpflegern, Laborassistenten, Lehrer:innen, Erzieher:innen, Köchinnen, Reinigungskräften, Gärtnern und Wachleuten, um auf die vergangenen 30 Jahre zurückzublicken. Auch die Ältesten aus Jahaly waren anwesend und die Bürgermeister und Imams von Jahaly und Madina. Die Frauen hatten ein Festmahl mit gegrillten Hühnchen in Baobab-Sauce vorbereitet. Und sogar eine Geburtstagstorte, die von Klinik-Chefin Fatou Suso und dem Bürgermeister feierlich angeschnitten wurde.

Ebrima Jobarteh, Projektkoordinator, sagte: “30 Jahre effektive Dienstleistung sind das Resultat harter Arbeit und Engagement aller Mitarbeitenden. Ich danke dem Vorstand für seine kontinuierliche Unterstützung.”

Charles Mbye, Vorstand Project Aid The Gambia, sagte: “Wir blicken mit Dankbarkeit zurück auf Eure harte und hervorragende Arbeit voller Hingabe. Und wir wissen, dass Ihr genau so weitermachen werdet.”
Matthias Ketteler, Vorstand Projekthilfe Gambia, sagte: „Mein Dank geht an das gesamte Team und an meinem Mentor, Herrn Tambadou, der mich vor 33 Jahren überzeugte, hier in Jahaly, seinem Heimatdorf, eine Klinik zu bauen. Ich bin glücklich, weil die Buschklinik inzwischen zu einem Vorbild für ganz Gambia geworden ist. Und das liegt nicht an den soliden Gebäuden, dem Geld oder der Instandhaltung, sondern das liegt an den Menschen. Dass  wir das Vertrauen der Menschen in Jahaly und Madina haben, ist von allergrößter Bedeutung.“
Es war ein fröhlicher Nachmittag – trotz mehr als 40 Grad im Schatten.

 

20210415-Neue-Medikamentengebuehr_New-medication-fee

Seit dem 15.04.2021 erhebt die Buschklinik von ihren Patient:innen erstmals eine – pauschale – Gebühr für Medikamente in Höhe von (umgerechnet) ca. 1,65 Euro. Bis dahin waren – seit der Eröffnung der Klinik im Jahr 1991 – Medikamente immer kostenlos ausgegeben worden. Anhaltend hohe Patient:innenzahlen in den letzten Jahren (mehr als 30.000 Patient:innen pro Jahr) sind einer der Gründe für diese Änderung.

Auch aus einem weiteren Grund hält die Projekthilfe die Einführung einer Medikamentengebühr für sinnvoll: “Entwicklungszusammenarbeit heißt, die wirtschaftliche Basis von Projekten auf eigene Füße zu stellen”, sagt Matthias Ketteler, Vorstand der Projekthilfe Gambia e.V. “Die Beteiligung der Patientinnen und Patienten an laufenden Kosten ist ein notwendiger Schritt und verringert die Abhängigkeiten von ausländischen Hilfsgeldern.”

In persönlichen Gesprächen und über eine lokale Radiostation waren die Patient:innen der Buschklinik in den letzten Wochen über die Einführung der pauschalen Medikamentengebühr informiert worden. Die Gebühr wurde von den Patient:innen positiv aufgenommen. In den umliegenden staatlichen Gesundheitseinrichtungen sind kaum oder gar keine Medikamente vorhanden, so dass Patien:innen sich ihre Medikamente in – meist – privaten Apotheken zu erhöhten Preisen selber kaufen müssen.

“Wir garantieren, dass in der Buschklinik auch zukünftig immer ausreichend Medikamente zur Verfügung stehen”, sagt Matthias Ketteler. Gerade erst hat die Projekthilfe für ca. 18.000 Euro Medikamente eingekauft, um die Medikamentenvorräte in der Buschklinik wieder aufzufüllen.

Im Zuge der Einführung der Medikamentengebühr wurden auch die Registrierungs-/Behandlungsgebühr für Kinder zwischen fünf und 15 Jahren leicht angehoben. Die Gebühr beträgt jetzt (umgerechnet) 0,50 Euro statt wie bisher 0,40 Euro. Kinder unter fünf Jahren zahlen – wie bisher – 0,25 Euro, Erwachsene – wie bisher – 0,50 Euro

2020-Verteilung Masken-NBR-Health Center

Die Projekthilfe Gambia hat 23.000 waschbare Mund-Nasen-Masken aus Baumwolle an 51 Gesundheitseinrichtungen in Gambia verteilt. Im Mai hat unsere Partnerorganisation Project Aid The Gambia insgesamt 8.000 Masken in der Provinz “Central River Region” (CRR) an 22 Health Center und kleinere Gesundheitsstationen sowie an das Krankenhaus in Bansang übergeben. Zusätzlich haben die Einrichtungen Info-Blätter mit Informationen zu richtigem Gebrauch und Reinigung der Masken erhalten. Mitte Juli gingen 4.000 an das größte Krankenhaus Gambias, das Edward Francis Small Teaching Hospital (EFSTH) in Banjul sowie weitere 11.000 Masken an zwei Krankenhäuser (Essau District Hospital und Farafenni Hospital), 12 Health Center und 13 Community Clinics in der Provinz “North Bank Region” (NBR).

Die Masken sollen sicherstellen, dass das Personal und jeder Patient und jede Patientin während des Besuchs in den Einrichtungen eine Maske erhält. Patienten geben die Masken anschließend zurück. Die Masken werden nach einer Reinigung mit heißem Wasser und Waschmittel erneut ausgegeben. Eine schriftliche Anleitung erklärt das Verfahren, das die Projekthilfe bereits seit Anfang April in der Buschklinik in Jahaly anwendet.

Die Masken für die “North Bank Region” wurden am 15.07.2020 im Health Center Buniadu im Rahmen einer Pressekonferenz an die regionalen Gesundheitsbehörden übergeben und anschließend von Project Aid The Gambia persönlich an die Gesundheitseinrichtungen ausgeliefert. Zu der Pressekonferenz waren drei Zeitungen und zwei TV-Sender nach Buniadu gekommen. Die Berichte der TV-Sender sind am Ende dieser Seite verlinkt. Die Presseerklärung zur Übergabe der Masken finden Sie| hier | (in englischer Sprache)

Insgesamt hat die Projekthilfe seit April in Gambia 32.300 Masken für ca. 0,50 €/Stück produzieren lassen, 31.800 davon wurden ausgegeben. Die Produktion weiterer Masken wurde bereits in Auftrag gegeben. Die Spendengelder, die wir im April/Mai für die Masken erhalten haben, reichen für insgesamt ca. 47.000 Masken.

Gambia verzeichnet in diesen Tagen den befürchteten Anstieg an COVID-19-Infektionen. Mit Stand vom 20.07.2020 wurden insgesamt 112 Infektionen offiziell registriert. Davon sind 47 Fälle aktiv, 57 Patienten sind genesen. Vier Patienten sind verstorben. Ein Patient ist in den Senegal zurückgekehrt, drei Patienten haben sich abgesetzt. 668 Personen befinden sich in Quarantäne. Insgesamt 4.147 Tests wurden durchgeführt.

StarTV-The Gambia - 16.07.2020

QTV Gambia - 17.07.2020

Container-Gambia-Beatmungsgeräte-Corona-Ketteler

Die Projekthilfe Gambia hat heute von Essen aus einen Hilfscontainer mit medizinischer Ausrüstung nach Gambia auf den Weg gebracht. Der Container wurde mit 36 Beatmungsgeräten für den Einsatz gegen COVID-19 und 18 Pflegebetten beladen. Die gespendete Ausrüstung wird an das Gesundheitsministerium in Gambia weitergegeben.

Die 36 Beatmungsgeräte sind Spenden der Firmen Börgel in Limburg an der Lahn und Löwenstein Medical aus Köln. Die 18 Klinikbetten sind eine Spende der Ruhrlandklinik – Universitätsklinikum Essen. Zusätzlich verladen wurde weiteres medizinisches Zubehör für die Beatmungsgeräte, bereitgestellt von der Projekthilfe Gambia.

Alle Gerätschaften sind gebraucht, aber in einem guten und funktionsfähigen Zustand. Die Beatmungsgeräte dienen der Vorbereitung des westafrikanischen Landes auf die erwartete Zunahme von schwer-erkrankten COVID-19-Patienten. Die Beatmungsgeräte haben einen Neuwert von ca. 200.000 Euro.

Zwar gibt es in Gambia erst 42 offiziell bestätigte Corona-Fälle (Stand: 23.06.2020), wovon 14 Fälle aktiv sind. 26 Patienten sind genesen, 2 Patienten sind verstorben. Das Land mit 2,3 Millionen Einwohnern verfügt zurzeit allerdings nur über 20 Beatmungsgeräte und acht intensivmedizinische Betten für COVID-19-Patienten.

„Unsere Lieferung von Beatmungsgeräten wird die Ausstattung des gambischen Gesundheitssystems erheblich verbessern“, sagt Matthias Ketteler, Gründer und Vorstandsmitglied der Projekthilfe Gambia. „Noch steigt die Zahl der Corona-Infektionen in Gambia langsam, aber die Dunkelziffer ist hoch, weil es nur unzureichende Testmöglichkeiten gibt.“ Gesundheitsexperten erwarten einen möglicherweise nicht kontrollierbaren Corona-Ausbruch in Afrika für den Sommer. „Diese verbleibende Zeit wollen wir nutzen, um dabei zu helfen, das marode Gesundheitssystem in Gambia besser aufzustellen.“

Zwei der Beatmungsgeräte sollen an die beste private Klinik in Gambia ausgeliefert werden. Im Gegenzug hat sich diese Klinik bereiterklärt, Personal der staatlichen Kliniken in die Bedienung der Geräte einzuweisen, berichtet Matthias Ketteler.

Die Fa. Löwenstein Medical hatte in den letzten Tagen mit Hochdruck daran gearbeitet, so viele gebrauchte Beatmungsgeräte wie möglich aus verschiedenen Standorten zur Verfügung zu stellen. „Wir freuen uns, dass unsere Geräte einen kleinen Beitrag zur Hilfe vor Ort leisten können“, sagt Timo Löwenstein von der Löwenstein Medical GmbH.

Von der Firma Börgel war Außendienstmitarbeiter Jörk Deimann zur Beladung des Containers nach Essen gekommen. Er engagiert sich schon seit Jahren als aktives Mitglied in der Projekthilfe Gambia e.V. „Ich habe mich bereits mehrfach in Gambia persönlich davon überzeugt, dass Spendengelder und gespendete medizinische Ausrüstung ihr Ziel wirklich erreichen“, sagt Jörk Deimann. „Dass meine Firma sich an dieser Aktion beteiligt, finde ich fantastisch und sehr nachahmenswert.“

Heiko Hannemann, Geschäftsführer Börgel GmbH: „Wir freuen uns an dieser Hilfsaktion mitgewirkt zu haben. Die Beatmungsgeräte können dort noch gute Dienste leisten. Allerdings hoffen wir, dass sie nie zum Einsatz kommen müssen.“

Mitarbeiter der Ruhrlandklinik hatten die Beatmungsgeräte aus Köln und Limburg in Empfang genommen, zusammen mit den Klinikbetten für den Versand vorbereitet und unter Mithilfe von Jörk Deimann und Matthias Ketteler in den Container verladen.

Die Ruhrlandklinik – Universitätsmedizin Essen hatte die Projekthilfe Gambia schon 2019 mit einer Spende von 21 gebrauchten Pflegebetten und weiterer medizinischer Ausrüstung unterstützt.

Der 20-Fuss-Container wird von Essen über den Hafen Rotterdam nach Gambia verschifft. Für Ende Juli ist die Ankunft des Containers in der gambischen Hauptstadt Banjul geplant.

Die Projekthilfe Gambia hat bereits erfolgreich eine Spendenaktion „Masken für Gambia“ durchgeführt und im April/Mai ca. 25.000 Euro an Spenden gesammelt. Inzwischen wurden von den Spendengeldern in Gambia schon über 30.000 waschbare Mund-Nasen-Masken aus Baumwolle hergestellt. Etwa 10.000 Masken wurden an die Buschklinik und umliegende staatliche Gesundheitsstationen verteilt.

Spendenaufruf-Masken-fuer-Gambia

Unsere Spendenaktion „Masken für Gambia“ war ein großer Erfolg. Nach dem Erscheinen unseres  Newsletters vom 04.04.2020 und dem Spendenaufruf „Ein Brief aus Gambia“ vom 20.04.2020 sind bis heute Spenden in Höhe von 21.778,00 Euro auf unserem Vereinskonto eingegangen. Über Facebook haben wir weitere 2.673,70 Euro an Spenden für die Aktion erhalten – insgesamt also 24.671,70 Euro.

Wir bedanken uns aus ganzem Herzen für die vielen kleinen und großen Spendenbeiträge. 20.000 Euro sind schon Ende April nach Gambia an Project Aid The Gambia überwiesen worden. Inzwischen wurden dort bereits 30.000 Masken produziert – und die Produktion läuft weiter…

Die ersten Masken wurden Anfang April ausgeliefert: 1.000 Stück an die Buschklinik und 500 Stück an das Health Center Buniadu, das wir im Auftrag der Riverboat Doctors International e.V. betreuen. In Jahaly und Buniadu erhalten die Patienten eine Maske, die sie nach ihrem Besuch wieder abgeben. Die Baumwollmasken werden dann über Nacht in heißem Wasser mit Waschmittel eingeweicht und am nächsten Tag ausgewaschen und getrocknet, bevor sie erneut ausgegeben werden. Die beiden Health Center waren die ersten und einzigen Gesundheitsstationen in Gambia, in denen überhaupt Masken für Mitarbeiter und Patienten vorhanden waren. Ein kurzes Video dazu können Sie auf Facebook sehen hier (bitte einfach klicken).

In Jahaly werden inzwischen auch persönliche Masken an Patienten und ihre Begleitung gegen eine kleine Gebühr (20 Dalasi, ca. 35 Cent) verkauft. Nach anfänglicher Zurückhaltung der Dorfbevölkerung haben wir inzwischen über 360 Masken an sie verkauft. Viele Menschen, gerade im ländlichen Gambia, glauben nicht an die Existenz des Virus. Woher sollen sie davon auch erfahren – ohne Zugang zu Zeitungen, Radio, TV oder Sozialen Medien? Mehrere tausend Masken haben wir an Firmen in der Küstenregion oder andere Hilfsorganisationen im Land verkauft, z.B. an das Kinderdorf Bottrop in Gambia. Das Krankenhaus von Serekunda, der größten Stadt Gambias, hat 400 Masken kostenlos von uns erhalten. In einigen Apotheken sind unsere Masken ebenfalls zu erwerben. Alle Erlöse fließen zu 100 Prozent in die Produktion weiterer Masken. Mit jeder Maske erhalten Käufer und Nutzer ein DIN-A5-Flugblatt, auf dem der hygienisch korrekte Gebrauch der Masken in Text und Bild erklärt wird. Von diesem Flugblatt haben wir mehrere zehntausend Exemplare drucken lassen.

Am Donnerstag (04.06.2020) haben wir endlich eine Liste bekommen mit 23 Health Centern und lokalen Gesundheitsstationen in der Central River Region rund um Jahaly, an die wir  Anfang dieser Woche insgesamt 8.000 Masken verteilt haben, jeweils 500 bzw. 250 Stück. Außerdem haben wir unseren Projekt-LKW kostenlos zur Verfügung gestellt, mit dem Freiwillige landesweit Reis, Zucker und Öl an Familien verteilt haben, die wegen des Lockdowns in Not geraten sind.

In Gambia hat es offiziell bislang 28 Corona-Fälle (Stand 10.06.) gegeben, fünf davon sind aktiv. 22 Patienten sind genesen, ein Patient ist verstorben. Es muss von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen werden, da nur unzureichende Testmöglichkeiten existieren. Nur knapp 2.000 Tests wurden bisher durchgeführt, 800 Kontakte verfolgt. 130 Verdachtsfälle sind in Quarantäne. Der Ausnahmezustand im Land wurde am 10. Juni erneut um 21 Tage verlängert. Die für die Bevölkerung lebensnotwendigen Märkte, aber auch Moscheen und Kirchen sind unter Auflagen wieder geöffnet. Ob unser Kindergarten vor Beginn der Sommerferien Mitte Juli noch einmal öffnen kann, wissen wir nicht. Das größte Problem ist aber, das „Social Distancing“ in Gambia nicht funktioniert. Die Regierung empfiehlt dringend das Tragen von Masken in der Öffentlichkeit. Auf den großen Märkten und auf den Fähren beobachten wir allerdings, dass sich niemand daran hält.

Die Ausstattung des Gesundheitssystems ist schlecht: Für 2,3 Millionen Gambier stehen nur 20 Beatmungsgeräte und acht Intensivbetten zur Verfügung. Die Börgel GmbH in Limburg a. d. Lahn hat uns 12 gebrauchte Beatmungsgeräte für Gambia zur Verfügung gestellt. Anfragen bei weiteren Firmen laufen. Leider warten wir auch dazu seit Wochen auf eine dringend benötigte offizielle Anfrage der gambischen Regierung. Zusammen mit gespendeten Krankenhausbetten der Ruhrlandklinik/Essen sollen die Hilfsgüter Ende Juni nach Gambia verschifft werden. Für alle diese Spenden bedanken wir uns herzlich.

Am Freitag (12.06.) waren wir zu Gast bei “Star TV-The Gambia” in der Sendung “Talk to Malik Jones”. Projektkoordinator Ebrima Jobarteh und Dr. Eliezer Rodriguez berichten über unsere Projekte und unseren Beitrag im Kampf gegen die Verbreitung von Corona/COVID-19 in Gambia. Dr. Rodriguez unterstützt uns zurzeit als medizinischer Berater. Den Talk können Sie hier anschauen:

Hilfe die ankommt-2020

03.06.2020 Stadland Die Corona-Pandemie macht es der Regionalgruppe Nord der Projekthilfe Gambia e.V. unmöglich, die für Oktober 2020 geplante Spendentour nach Gambia durchzuführen. Der Hilfskonvoi wird um ein Jahr auf Oktober 2021 verschoben.

Die Spendentour 2020 ist abgesagt. Bei allem Verständnis, dass die Tour verschoben werden muss, sind die Tour-Teilnehmer sehr betroffen. Seit über einem Jahr laufen die Vorbereitungen, wurden Veranstaltungen organisiert. Auch die Mitsommernachts-Party auf der Weserfähre Sandtstedt im Juni 2020 musste abgesagt werden. Zwei Fahrzeuge – Mercedes Sprinter – hatten wir für die Tour 2020 bereits angeschafft. Die gebuchten Rückflüge wurden von der Fluggesellschaft storniert.
Bisher sind in Gambia lt. offiziellen Angaben 26 Menschen an Corona/Covid-19 erkrankt, 4 Fälle sind aktiv, 21 Patienten sind genesen, 1 Patient ist verstorben. Wegen der fehlenden Testmöglichkeiten wird die Zahl der Erkrankten sehr viel höher sein.
Die Gruppe hat beschlossen, die Tour im Oktober 2021 nachzuholen. Wir bedauern diese Entscheidung sehr. Weltweit bestimmt das Coronavirus den Alltag, und deshalb gab es keine andere Möglichkeit.
Die Nordwest-Zeitung NWZ berichtete schon am 23.04.2020 NWZ: Gambia – Corona-Krise stoppt auch den Autokonvoi
Hilfe die ankommt-2020

25.09.2019 Stadland   Die Planungen unserer Regionalgruppe Nord für die neue Spendentour nach Gambia im Jahr 2020 haben begonnen. Zwölf bis 15 Mitglieder der Projekthilfe  aus der Wesermarsch/Edewecht und Oldenburg wollen am 11.10.2020 mit vier bis fünf Kleinbussen nach Gambia starten. Die Kleinbusse werden in Gambia verkauft. Der Erlös geht an die Projekthilfe Gambia. Die Reisekosten wie Rückflug usw. tragen die Teilnehmer selbst.

Der humanitäre Konvoi 2020 ist bereits die sechste Fahrt dieser Art, an der Mitglieder der Regionalgruppe Nord beteiligt sind. Die geplante Tour im Januar 2017 musste kurz vor dem Start abgesagt werden, da wegen der politischen Umwälzungen in Gambia eine sichere Durchführung nicht gewährleistet war.

Die für die Tour 2017 gesammelten Spenden (25.000 Euro) wurden im Dezember 2017 in der Buschklinik in Jahaly an die Projekthilfe Gambia übergeben.

Route-Gambia-Spendentour-2020Unser “Kilometer-Ziel” ist es, für die zu fahrenden ca. 6.500 km je ZWEI Euro als Spende zu sammeln. Das ergibt 13.000 Euro!

Weiterhin organisieren wir Veranstaltungen, bei denen wir weitere Spenden erhalten.

Unser großes Ziel ist es, am Ende der Spendentour in Jahaly mindestens 20.000 Euro für unsere Projekte zu übergeben!

Im Jahr 2020 soll die Tourstrecke in Europa  erstmals nicht über Paris, Bordeaux und Madrid, sondern über Luxemburg, Lyon, Montpellier und Barcelona nach Algeciras führen.

Zur detaillierten Route geht es | hier |

 

 

 

Bisher erzielte Spenden (Stand: 22.02.2020): 7.800,00 €

erreichte Spendenkilometer          3.900 km

fehlende Spendenkilometer          2.600 km

 Zum aktuellen Spendenbarometer geht es | hier |

 

Tour-Kontakt:

Dieter Lieken, Stadland
Fon: 04732 / 921154
dieter.lieken(at)gmx.de

 

Workshop-Patricia-Ceesay_20.-22.2.19-03

Wir möchten berichten von einer außergewöhnlichen Fortbildung in unserem Kindergarten in Jahaly. Wir betreuen in diesem Schuljahr 300 Kinder zwischen vier und sechs Jahren. Unser Ziel ist frühkindliche Bildung auf höchstem Niveau, die die Kinder bestmöglich auf ihre weitere Schullaufbahn vorbereitet. Und das alles in einem Dorf auf dem Land, ganz hinten in Gambia, 270 Kilometer von der Küste entfernt. Wir arbeiten mit Lehrern und Erziehern, gelernten und ungelernten, die selbst keine mit Deutschland vergleichbare Ausbildung erfahren haben. Dazu kommen die völlige Abgeschiedenheit des Dorfes, kulturelle Zwänge und eine Gesellschaft im Wandel nach 22 Jahren Diktatur. Man muss sich vorstellen: vor etwa einem Jahr ist erstmals eine Stromleitung im Dorf angekommen, in diesem Monat endlich auch auf unserem Projektgelände. Ganz nebenbei: Im Dorf können sich nur die allerwenigsten einen Anschluss an dieses Stromnetz leisten. Trotz alledem versuchen die Lehrer und Erzieher, ihr Bestes zu geben. Es geht uns nicht um westliche oder afrikanische, nicht um christliche oder muslimische Erziehung, Es geht uns um die Kinder. Es geht uns um ihre Zukunft.

“Bildung ist die einzige Hoffnung”, sagt Patricia Ceesay. Sie betreibt und leitet eine private Montessori-Vor- und Grundschule in Brufut in der Küstenregion. Mindestens einmal im Jahr kommt sie nach Jahaly und macht ehrenamtlich Fortbildung mit unseren Lehrern und Erziehern. Über die drei Workshop-Tage vom 20.-22.02.2019 berichten unsere Freiwilligen Lena und Marieke, die zurzeit ein Praktikum im Jahaly-Madina Kindergarten machen:

Am Mittwoch ist Patricia Cessay in Jahaly angekommen. Da sie schon sehr früh am Morgen angekommen ist, schaut sie sich direkt die „morning classes“ an. Der erste Workshop findet schon in der großen Pause statt. Alle Lehrer versammeln sich dazu in einem Klassenraum.

Zuerst sagt Patricia, was ihr bei der Beobachtung des Unterrichts aufgefallen ist, und lobt die Lehrer: im Vergleich zum letzten Jahr werden die Kinder durch Aktivitäten mehr in den Unterricht mit einbezogen. Danach geht es darum, dass die Kinder auf dem Spielplatz immer unter Beobachtung stehen müssen, damit Unfälle vermieden werden. Außerdem sollen die Klassenräume sauber und ordentlich gehalten werden, um ein besseres Arbeitsklima zu schaffen. Dann geht es um Rechtschreibfehler auf den Plakaten in den Klassenräumen. Die Lehrer sind Vorbild für die Kinder, sagt Patricia, und sollen Rechtschreibfehler vermeiden.

Nächstes Thema: Kinder lernen und verstehen unterschiedlich schnell. Deshalb sollen Kinder auch erst dann in die nächsthöhere Klasse (“level”) kommen, wenn sie dazu bereit sind. Am Ende des Workshops geht es um Teamfähigkeit: Konstruktive Kritik soll angenommen werden, und die Lehrer sollen sich gegenseitig helfen.

Am Nachmittag schaut Patricia sich den Unterricht in den „afternoon classes“ an.

Zurück im Gästehaus beginnen wir (Lena und Marieke) dann direkt damit, neue Materialien für den Unterricht zu produzieren. Eine Methode, die Patricia auch in ihrer Schule anwendet, sind kurze Sätze mit zwei bis sechs Wörtern, die auf verschiedenfarbiges Papier geschrieben werden. Diese können sich die Kinder dann im Unterricht heraussuchen, lesen und abschreiben. Wir erstellen ein Beispiel, das Patricia am nächsten Tag den Lehrern übergibt, damit sie für jede ihrer Klassen so etwas herstellen können.

Am Donnerstag geht Patricia Ceesay im Workshop dann auf die Bedeutung der englischen Sprache im Unterricht ein. Englisch ist die Grundlage der weiteren Ausbildung der Kinder. Patrica spricht darüber, wie wichtig es ist schreiben zu lernen. Viele Kinder lernen am Wochenende Arabisch. Auf Arabisch schreibt man allerdings von rechts nach links und nicht, wie im Englischen, von links nach rechts. Das ist für viele Kinder verwirrend und muss deshalb geübt werden.

Patricia motiviert die Lehrer, indem sie ihnen sagt, was für eine große Rolle sie im Leben der Kinder und so auch in ihrer Erziehung spielen. Die Lehrer sollen deshalb stolz auf ihren Beruf sein.

Den Kindern soll beigebracht werden, dass kein Müll auf den Boden, sondern in die vorhandenen Mülleimer geworfen wird. Nächster Punkt: die Klassenregeln. Klassenregeln sollen in jedem Klassenraum aushängen und am besten jeden Morgen wiederholt werden. Patricia macht noch einmal deutlich, dass im Unterricht der Fokus auf dem Kind liegen soll. Das bedeutet, die Lehrer sollen während des Unterrichts nicht an ihr Handy gehen oder sich mit anderen Sachen beschäftigen. Teil des Workshops ist auch, dass Patricia verschiedene Wörter mit jeweils zwei Vokalen an die Tafel schreibt. Sie erklärt und übt mit allen Lehrern zusammen die Aussprache. Als letzter Punkt wird die Beschaffung von Schul- und Lernmaterial besprochen. Eine Liste mit fehlenden Materialien soll erstellt und an das Projektbüro weitergegeben werden. Den Nachmittag verbringt Patricia damit, sich die „afternoon classes“ anzuschauen. Positiv fällt ihr auf, dass die Kinder mit verschiedenen Lernmethoden lernen. Während einer Stunde zum Thema Gemüse ist ein Lehrer mit den Kindern in den Gemüsegarten gegangen, um sich das Gemüse dort anzuschauen.

Am Freitag gibt Patricia einen letzten Workshop. Hierbei geht sie zuerst auf die Art des Unterrichtens ein. Die Lehrer sollen in einer ruhigen Körperhaltung und mit gesenkter Stimme unterrichten. Außerdem soll die Größe der Klassenräume besser genutzt werden. Damit die Kinder mehr Platz zum Lernen haben und sich besser konzentrieren können, sollen die Tische auseinander gezogen werden. Um sicher zu gehen, dass die Kinder genug trinken, schlägt Patricia kurze Pausen vor, in denen die Kinder Wasser trinken können. Den Kindern soll im Unterricht beigebracht werden, wie man sich z. B. die Zähne putzt oder auch, dass man früh ins Bett gehen soll. Die Kinder nehmen so das Gelernte mit nach Hause und können es dann zuhause anwenden. Es wird danach angesprochen, dass man die Eltern der Kinder einbeziehen soll. Elterntreffen kann man auch dazu nutzen, den Betrag für das Schulessen einzufordern oder den Eltern zu sagen, wie sie ihre Kinder für die Schule fertig machen sollen. Dazu gehört Haare flechten bei den Mädchen, Haare rasieren bei den Jungen – und die Schuluniform regelmäßig zu waschen.

Zum Schluss des Workshops bedankt sich Patricia bei allen und freut sich über die schöne Zusammenarbeit. Außerdem lädt sie alle Lehrer herzlich ein, sich die “Trankil Academy” anzuschauen, ihre Schule in Brufut.

Die Lehrer bedanken sich für die Hilfe und die vielen Tipps von Patricia und freuen sich schon auf ein nächstes Mal.” (Lena Engel / Marieke Osewold)

Die pädagogischen Erkenntnisse aus ihrem Workshop hat Patricia Ceesay in diesem Bericht zusammengefasst:

„Bei meinem dreitägigen Besuch konnte ich während des Vormittags- und Nachmittagsunterrichts alle Klassen sowohl bei der Arbeit als auch beim Spiel beobachten.

Ich freue mich festzustellen, dass der Unterricht interaktiver und ordentlicher geworden ist. Die Lehrer hatten eine Fülle von Lehr- und Lernmaterialien vorbereitet, die sie täglich verwenden. Wie auf dem letzten Treffen besprochen, haben die Lehrer festgestellt, dass der Unterricht geordneter war, wenn Kinder aktiv an ihrem eigenen Lernen teilnehmen. Die Lehrer sagten, dass sie dadurch auch selbst weniger müde werden und ihnen der Unterricht mehr Freude macht.

An allen drei Tagen habe ich eine Schulung abgehalten. Während dieser Sitzungen konnte ich meine Beobachtungen mit den Mitarbeitern teilen, ihre Bedenken und Einschränkungen besprechen und konkrete Möglichkeiten vorschlagen, wie sie ihre Arbeit im Kindergarten verbessern können, ihre Beziehung zu den Eltern, den Kontakt mit der Dorfbevölkerung und mit der Grundschule, in der die meisten Kinder später ihre Bildungskarriere fortsetzen.

Es ist erfreulich, dass die Lehrer bereit sind, Vorschläge zur persönlichen und professionellem Verbesserung umzusetzen.

Bei jedem weiteren Besuch kann ich das Vertrauen der Lehrer, ihr Verständnis für die Kinder und die Durchführung von Unterrichts und Unterrichtsmanagement deutlich verbessern. Ich habe keinen Zweifel, dass sie weiterhin gute Arbeit leisten werden.“ (Patricia Ceesay)

 

Fotos: ©2019 Projekthilfe Gambia e.V. / Lena Engel, Marieke Osewold

Bildergalerie

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DSC_0447-kleinEine Spende ist das eine – die Umsetzung in Afrika aber ist manches Mal gespickt mit Hindernissen. Die Ernst-Weichel-Grundschule in Heiningen hat der Projekthilfe Gambia e.V./Hattingen ihre gebrauchten Schulmöbel gespendet. Der IT-Sicherheitshersteller G DATA aus Bochum hat die Transportkosten von Heiningen nach Jahaly übernommen. (Presseerklärung G DATA)

Dies ist die Geschichte von 60 Schultischen und 148 Stühlen und ihrer Reise von Deutschland bis ins Dorf Jahaly in Gambia.

Die Schulmöbel wurden von einem ehemaligen Schüler der Schule und ex-Freiwilligen der Projekthilfe Ende Februar in Heiningen in einen Schiffscontainer verladen. Die 6.000 lange Reise über Rotterdam und den Hafen in Banjul/Gambia dauerte sieben Wochen und verlief ohne Probleme.

Anschließend dauerte es fünf weitere Tage, die Zollbefreiung für die Ladung zu bekommen. Am 26. April schließlich konnten Tische und Stühle am Projektbüro ausgeladen und zwischengelagert werden.

Am 2. Mai wurden die Möbel in den projekteigenen Lkw verladen für den Transport nach Jahaly. Die letzten 270 Kilometer vom Projektbüro bis nach Jahaly erwiesen sich dann noch einmal als unvorhergesehen hindernisreich.

Am frühen Morgen des 3.Mai verlässt der Lkw das Projektgelände. Mit der Fähre setzt der Lkw auf die Nordseite des Gambia-Flusses über. Im Dorf Buniadu wartet Projekthilfe Chef Matthias Ketteler, um 38 Stühle an einen kleinen Kindergarten zu übergeben. Anschließend macht sich der Lkw auf den Weg nach Jahaly – noch 250 Kilometer.

Kurz nach 12:00 Uhr mittags: der Lkw-Fahrer ruft an. In voller Fahrt ist der linke Vorderreifen geplatzt. Er hat die Kontrolle über den Wagen verloren, ist von der Landstraße abgekommen, hat einen Baum im Busch umgefahren und steht jetzt am Straßenrand, um den Reifen zu wechseln. Glücklicherweise ist niemand zu Schaden gekommen. Das Problem: der Fahrer hat keinen geeigneten Wagenheber. Matthias Ketteler beschafft in einem Dorf einen Wagenheber. Der Reifen wird gewechselt, der Wagenheber zurückgebracht. Die Verkehrspolizei in einer 25 Kilometer entfernten Stadt wird informiert, da ein Unfallbericht für die Versicherung benötigt wird. Der diensthabende Polizist hat kein Fahrzeug zur Verfügung. Wie lange er braucht, um eines zu besorgen, ist unklar. Das kann Stunden dauern und würde für das Projektteam eine Übernachtung in den Fahrzeugen mitten im gambischen Busch bedeuten. Außentemperatur am Nachmittag: ca. 45 Grad Celsius.

Projekthilfe-Chef Ketteler entscheidet, nicht auf die Polizei zu warten. Der LKW bleibt nach den ersten 300 Metern schon wieder stehen: auch der Kühler ist beim Unfall beschädigt worden und verliert große Mengen Wasser. Das Team besorgt Kanister mit Wasser in einer nahegelegenen Gesundheitsstation. In immer kürzeren Abständen muss Wasser nachgekippt werden – so geht es nicht weiter. Matthias Ketteler holt in der nächstgrößeren Stadt Klebstoff (Harz), um die Löcher im Kühler notdürftig zu flicken. Dreißig Kilometer hin, dreißig zurück. Mit Tempo 60 geht es dann in die Stadt Farafenni. Dort muss ein zweiter Reifen gewechselt werden, der beim Unfall beschädigt worden war. In Farafenni muss das Projektteam mit der Fähre erneut über den Gambia-Fluss übersetzen. Es bedarf viel Erfahrung und Überredungskünste, um mit der nächstmöglichen Fähre mitgenommen zu werden. Die Wartezeit kann sonst schon mal mehrere Stunden dauern. Die letzten hundert Kilometer nach Jahaly legt der kleine Konvoi im Schneckentempo zurück. Die Dunkelheit bricht herein – der Lkw hat nur noch ein intaktes Vorderlicht. Projekthilfe-Chef Ketteler fährt voraus und sichert den Lkw ab. Ankunft in Jahaly 16 Stunden nach der Abfahrt vom Projektbüro. 16 Stunden für 270 Kilometer…

Aber: Ende gut – alles gut. Am nächsten Morgen werden die Möbel entladen, zusammengebaut, gesäubert und von Lehrern und Schülern in ihre Schule getragen – gleich auf der anderen Straßenseite gegenüber von der Buschklinik. – P.S.: auf der Rückfahrt des LKW platzt ein dritter Reifen. Nach sieben Stunden Fahrt ist der LKW dann zurück am Projektbüro.

Die letzten 200 Meter der langen Reise von 60 Schultischen und 110 Stühlen haben wir hier unten in einem kurzen Video dokumentiert:

Video: Ankunft Schulmöbel in Jahaly (2018)

Bildergalerie