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Jana_Praktikantin_ab_November_2015-w-Animata-3-weeks

Jana_Praktikantin_ab_November_2015-w-Animata-3-weeksWir möchten Ihnen heute Jana vorstellen. Sie hat gerade ihr Examen als Krankenschwester bestanden und wird in den nächsten sechs Monaten in der Buschklinik in Jahaly arbeiten. Herzlich willkommen, Jana :-)

Das kleine Mädchen in ihrem Arm heißt Animata und ist vor drei Wochen in der Buschklinik auf die Welt gekommen.

In Ihrem Rucksack hatte Jana viele Stifte und Schreibhefte, über die sich die Kinder in der Schule gegenüber von der Buschklinik sehr gefreut haben.

Jana hat auch eine eigene Facebook-Seite, auf der sie über ihre Erlebnisse während des Praktikums berichten will. Gucken Sie doch auch mal | hier | vorbei.

(Fotos: © privat)

 

 

 

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Baustelle Njaba Kunda: die Bauteile der Solaranlage werden sortiert.

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Die Betonmischmaschine ist ein etwas älteres Modell…

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Auch wenn es nicht so aussieht: bei gefühlten 55° Celsius bauen wir die Solar-Panels auf.

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Matthias, Vasyl und Omar Camara stellen …

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.. die Gestelle für die Solar-Panels auf.

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Vasyl Petrenko im Batterieraum.

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Inzwischen ist auch der Elektriker da (der Herr mit dem orangefarbenen T-Shirt).

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Die Batterien für die Solaranlage sind angeschlossen.

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Die Technik ist verkabelt.

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Die Anlage steht und funktioniert.

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In Jahaly arbeitet am Ende der Regenzeit kaum jemand in den Gartenprojekten. Die Familien arbeiten auf ihren Feldern.

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Erdnüsse – die Haupteinnahmequelle der Bewohner von Jahaly und Madina.

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Matthias Ketteler begutachtet das verstopfte Ansaugsieb der Wassertank-Pumpe der Buschklinik.

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Die Fähre über den Gambia-Fluss von Banjul nach Barra.

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Der Projektwagen auf der Fähre.

Video: Eröffnung Njaba Kunda Health Centre (2012)

Facebook Buschklinik

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Njaba Kunda, im Juni 2011 – Heute wird es ernst: wir fahren auf die Baustelle unserer neuen Modellklinik in Njaba Kunda (ehemals Bochumer Kinderklinik in Gambia) und werden dort die Solaranlage aufbauen.  Seit zwölf Tagen sind wir – Matthias Ketteler (Vorstand), Rolf Kuhlemann (Ingenieur der Elektrotechnik) und Vasyl Petrenko (Elektriker) – jetzt (Ende Juni) schon in Gambia und bereiten Aufbau und Inbetriebnahme vor. Als Test haben wir eine kleinere Solaranlage für unser Projektbüro in Manjai Kunda installiert – und sie funktioniert tatsächlich… In diesem Tagebuch berichten wir Mitgliedern, Freunden und Förderern der „Projekthilfe Gambia e.V.“ seit zwei Wochen, wie unsere Entwicklungszusammenarbeit vor Ort tatsächlich aussieht, welchen Problemen wir begegnen und welche Erfolge wir – hoffentlich – am Ende erzielen. Hier unsere Aufzeichnungen der letzten beiden Tage unseres Projektes „(Solar-) Strom für Njaba Kunda“:

 

Dienstag, 28. Juni 2011

Aufbau der Solaranlage in Njaba Kunda – und: wo bleibt der Elektriker?

04:45 Uhr:  Matthias beginnt mit der Telefonkette und ruft  –  wie vereinbart  –  alle  afrikanischen Mitfahrer an. Wir dürfen die erste Fähre zur Nordbank nicht verpassen – sie wird pünktlich um  7 Uhr in Banjul ablegen.  Der Elektriker ist nicht erreichbar…

05:30 Uhr: nach einem kurzen Frühstück packen wir die Autos . Um  05:40 Uhr fahren wir los – ohne den Elektriker. Wir können nicht länger warten.  Sonst wird die Zeit zu knapp.

08:00 Uhr: wir sind in Barra auf der Nordseite des Gambia-Flusses – mit der Fähre hat diesmal alles reibungslos geklappt.  Jetzt noch 75 Kilometer bis Njaba Kunda – eine gute Stunde Fahrtzeit. Den Elektriker haben wir mittlerweile erreicht: er hat verschlafen und wird mit dem Motorrad nachkommen.

09:00 Uhr Ankunft in Njaba Kunda.  Der LKW des Bauunternehmers wird entladen, das ganze Material  wird dort platziert, wo  es anschließend gebraucht wird.  Dann kümmern wir uns um den Transport des kaputten LKW der Projekthilfe in die Werkstatt.  Der Fahrer hatte den LKW am Samstag  festgefahren und dabei die Kupplung verschlissen. Mit einem Abschleppseil spannen wir den LKW an den LKW des Bauunternehmers.  Im Schneckentempo verlassen die beiden Njaba Kunda Richtung Hauptstadt.  Wir hoffen, dass die Reparaturarbeiten an unserem  LKW wie versprochen noch heute beginnen.

Wir teilen uns auf:  Matthias und Vasyl arbeiten mit drei  Helfern  an den Solar-Panels, zwei  andere Arbeiter  befüllen die noch leeren Batterien mit Schwefelsäure.  Rolf befestigt im Technik-Raum  die verschiedenen Geräte an der Wand und verdrahtet sie.

Die Bauarbeiter hatten es in den vergangenen drei Tagen nicht geschafft, das Dach des Technik-Raums  zu decken: das  Holz haben wir erst heute Morgen mit dem LKW mitgebracht. Rund um das Gebäude und oben auf dem Dach wird gehämmert, geschraubt und geflucht.

11:30 Uhr: der Elektriker trifft mit dem Motorrad aus der Hauptstadt ein. Im Technik-Raum beginnt er,  die Leitungen für das Licht zu den Steckdosen zu verlegen. Außerdem wird die gesamte Anlage geerdet.

13:00 Uhr: die Temperaturen steigen unaufhaltsam. Auf der sonnenbeschienenen Fläche für die Solar-Panels messen wir  55° Celsius. Selbst im Installationsraum sind es noch 38°. Die mitgenommenen fünfzig Liter Trinkwasser waren nicht zu hoch bemessen…

Alle arbeiten ohne Pause, der Gedanke an Mahlzeiten wird verdrängt. Die unerträgliche Hitze hilft, uns  immer wieder zu motivieren. Jeder möchte so schnell wie möglich fertig werden.

Die Vorbereitungen im Projektbüro in Manjai Kunda  machen sich bezahlt: der zeitraubende Aufbau der Gestelle für die Solar-Panels  fallen weg. Die Gestelle haben wir vor-montiert mitgebracht – alles ist  bestens vorbereitet.

15:00 Uhr: zwei Zangen für die Nieten geben ihren Geist auf. Die letzten acht Panels müssen noch verschraubt werden.

18:45 Uhr:  die Arbeit an den Solar-Panels ist beendet. Jetzt ist es aber schon zu spät, die Anlage selbst noch heute Abend in Betrieb zu nehmen.

Wir beschließen daher, dass Matthias, Vasyl und drei Projekt-Mitarbeiter  morgen nach Jahaly fahren, während Rolf, der Elektriker und unser Fahrer in Njaba Kunda bleiben und einen Probelauf der Anlage durchführen. Es fehlen nur noch wenige Kabel. Das sollte kein Problem sein.

19:00 Uhr: wir fahren dreißig Kilometer nach Farafeni. Dort hatten wir im Voraus in einem kleinen gambischen Hotel Zimmer gebucht.

Das Hotel kennt Matthias seit mehr als 20 Jahren. Eigentlich verdient es  die Bezeichnung „Hotel“ nicht. Allerdings haben wir erfahren, dass es in der Zwischenzeit umfangreich renoviert worden sein soll…

20:00 Uhr:  stolz zeigt uns der Hotel-Manager die Zimmer. Alle haben Wasseranschluss und Klimaanlage. Nicht schlecht, denken wir…

Moskitonetze gibt es leider nicht. Also schalten wir die Klimaanlagen ein: bei Temperaturen um 22° Celsius  sind die Mücken nicht so stechfreudig.

Der Koch steht wie angekündigt tatsächlich parat und lässt sich von uns überreden, ein leckeres Spaghetti-Gericht mit Knoblauch, Peperoni und Olivenöl zuzubereiten. Das Fleisch, das er uns dazu anbietet, lehnen wir sicherheitshalber ab: immer wieder, erzählt der Koch, falle der Kühlschrank aus. Die Stromversorgung ist auch hier in Farafeni nicht gewährleistet.

22:00 Uhr: Nach einem wirklich leckeren Essen und einigen Bieren (unsere afrikanischen Begleiter trinken nur Softdrinks) fallen wir erschöpft ins Bett.

Frühstück haben wir für morgen Früh um 07:00 Uhr bestellt. Um halb acht wollen wir abfahren, um  möglichst viel geschafft zu haben, wenn ab 11:00 Uhr die große Hitze kommt.

 

Mittwoch,  29. Juni 2011

Kurzbesuch in Jahaly – und: warum die Wassertank-Pumpe in der Buschklinik nicht mehr läuft

06:30 Uhr:  wir stehen auf und stellen fest, dass es zwar Duschen gibt, aber leider kein Wasser.  Wir  schütten das Wasser aus bereitgestellten Eimern mit Plastikbechern über unsere Körper.

07:00 Uhr: wir wecken die Bediensteten des Hotels. Das Frühstück ist nicht fertig. Sie entschuldigen sich vielmals und beeilen sich mit der Frühstückszubereitung.

07:30 Uhr: unsere Wege  trennen sich für heute:  Rolf fährt die dreißig Kilometer zurück nach Njaba Kunda. Matthias und Vasyl fahren in das 130 Kilometer entfernte Jahaly – zur Buschklinik.

10:00 Uhr: in Jahaly besichtigt die Gruppe zunächst zwei Gärten, in denen die Projekthilfe  Brunnen gegraben und Zäune gezogen hat. Jetzt zu Beginn der Regenzeit arbeitet in den Gärten kaum jemand:  alle Hände werden auf den Feldern benötigt.

Beim anschließenden Rundgang  durch Buschklinik und Kindergarten sind wir wieder einmal von der Sauberkeit begeistert. Unseren spontanen Kurzbesuch in Jahaly hatten wir nicht angekündigt – niemand wusste von unserem Kommen. Insofern wurde auch nicht extra für uns geputzt.

11:00 Uhr: Kindergarten-Leiter und Vorschuldirektor Famara Fatty, der sich nebenbei um die Solaranlage in Jahaly kümmert, berichtet, dass es in letzter Zeit immer wieder zu kurzzeitigen Stromausfällen gekommen ist. Er sieht das Problem in der Pumpe, die jeden Tag  den 16.000-Liter-Wassertank füllen muss.

Wir ziehen die Pumpe aus dem Brunnen und stellen fest, dass das gesamte Ansaugsieb verdreckt und verstopft ist. Wie es scheint, hängt die Pumpe zu tief im Brunnen. Wir säubern die Pumpe und hängen sie etwas höher in den Brunnen, so dass sie keinen Schlamm mehr ansaugen kann. Beim anschließenden Check stellen wir fest, dass genügend klares Wasser in den Hoch-Tank gepumpt wird. Der Schulleiter wird uns in den nächsten Tagen über Erfolg oder Misserfolg dieser Aktion berichten.

Bei einem kurzen Gespräch mit den verantwortlichen Mitarbeitern von Klinik und Kindergarten besprechen wir einige organisatorische Probleme. Diese gilt es, in den kommenden Tagen im Projektbüro in Manjai Kunda zu klären.

Am 13. Juli findet die Feier für den Abschlussjahrgang unseres Kindergartens statt:  achtzig Kinder werden dann in die Grundschule entlassen. Der Schulleiter bedauert, dass niemand vom Verein aus Deutschland vor Ort sein wird. Matthias verspricht, zur Abschlussfeier im nächsten Jahr wenn irgend möglich nach Jahaly zu kommen.

13:00 Uhr:  wir fahren die wenigen hundert Meter ins Dorf. Dort besichtigen wir den  Prototypen für einen umweltfreundlichen Herd aus Lehm, den unsere Mitarbeiter und  Vereinsmitglied Jürgen Fröber vor einigen Wochen aufgebaut haben. Bei diesem dritten Prototypen haben wir alle Erfahrungen eingebracht, die wir beim Lehmofen-Bau in den letzten zwölf Monaten gemacht haben.

Leider ist der Herd nicht komplett fertig gestellt: das Kochen auf den beiden Kochfeldern ist nicht möglich, da der Kamin noch nicht durch das Dach hinausgeführt wurde. Wir müssen also schleunigst unseren Zimmermann und Maurer nach Jahaly schicken, um diese Arbeiten  zu Ende zu bringen.

Dann hoffen wir, dass  – nach einigen Wochen Probebetrieb – die Brennkammern des Ofens der Hitze standhalten. Damit wäre der Grundstein dafür gelegt, diesen Lehmherd in Serie zu produzieren – für die gesamte Dorfbevölkerung in Jahaly und dem Nachbardorf Madina..

Vorteile dieses Ofens sind einerseits der geringere Holzverbrauch und andererseits die Reduzierung gesundheitlicher Beeinträchtigungen durch das traditionelle Kochen auf den offenen Feuerstellen:   Augeninfektionen durch den beißenden Rauch und viele Brandverletzungen bei Kleinkindern.

14:00 Uhr  wir brechen zur Rückfahrt Richtung Hauptstadt auf: 270 Kilometer, davon achtzig Kilometer Wellblechpiste. Der Rest ist neu und bestens asphaltiert. Kurz vor der Abfahrt  haben uns noch  die Dorfältesten angesprochen, dass das Dorf  dringend auf den Trecker wartet. Der ist immer noch zur Reparatur in der Hauptstadt. Wir versprechen, uns um diese Angelegenheit vordringlich zu kümmern.

In Njaba Kunda hat Rolf zusammen mit dem gambischen Elektriker zur selben Zeit alle Tests an der Solaranlage durchgeführt. Die Anlage läuft prima. Da in nächster Zeit auf der Baustelle der Modellklinik kein Strom gebraucht wird, trennen sie anschließend die Verbindung zwischen Solar-Anlage und Panels wieder: so kann es keine unerwünschten Probleme geben.

Rolf misst noch in dem Brunnen die Wassersäule sowie die Wassertiefe, damit die richtige Pumpe für die Modellklinik eingesetzt werden kann. Jetzt am Ende der Regenzeit ist der Wasserstand am niedrigsten: also bestimmt dieser Wasserstand die Kapazität der Pumpe.

Auf der Rückfahrt nach Manjai Kunda hat Rolf die kürzere Fahrstrecke, muss  jedoch die einstündige Überfahrt mit der Fähre in Kauf nehmen. Bei seiner Ankunft am Fähranleger in Barra hat er Glück: er kann sofort mit der nächsten Fähre übersetzen.

17:00 Uhr: Auf dem Weg ins Projektbüro halten Matthias und Vasyl  noch kurz in der Werkstatt, in der unser Trecker und LKW stehen.  Der holländische Besitzer verspricht, den  Trecker Anfang der kommenden Woche fertigzustellen. Danach kümmert er sich um die Reparatur der LKW-Kupplung. Bevor der reparierte Trecker nach Jahaly gebracht wird, soll der Trecker-Fahrer  ausreichend geschult werden, um eine vernünftige Handhabung zu gewährleisten. Der Holländer muss außerdem noch die Deichsel für den Trecker-Anhänger austauschen und einen  Vorderreifen für den Trecker besorgen. Letzteres ist in Gambia nicht so einfach. Der Werkstattleiter  wird sich jedoch um alles kümmern. Er hatte bereits mit einem befreundeten Spediteur gesprochen, der bereit ist, Trecker und Anhänger im Laufe der nächsten Woche auf einem Tieflader nach Jahaly zu bringen.

17:30 Uhr: fast zeitgleich treffen beide Teams im Hauptquartier ein. Nach einer ausgiebigen Dusche feiern wir den Erfolg bei einem Bier.

In den kommenden Tagen müssen wir den Betrieb der Solaranlage ausgiebig beobachten: es sind noch viele Kleinigkeiten zu erledigen. Die restlichen Tage unseres Aufenthaltes in Gambia werden sicher nicht langweilig. Wir haben längst beschlossen, noch eine Woche länger hier zu bleiben…

Ende.

05.07.2011 mk/ue

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© 2011 Projekthilfe Gambia e.V.

Fotogalerie Tagebuch Teil 3

Baustelle Njaba Kunda: die Bauteile der Solaranlage werden sortiert


Die Betonmischmaschine ist ein etwas älteres Modell


Auch wenn es nicht so aussieht: bei gefühlten 55° Celsius bauen wir die Solar-Panels auf


Matthias, Vasyl und Omar Camara stellen …


.. die Gestelle für die Solar-Panels auf


Vasyl Petrenko im Batterieraum


Inzwischen ist auch der Elektriker da (der Herr mit dem orangefarbenen T-Shirt)


Die Batterien für die Solaranlage sind angeschlossen


Die Technik ist verkabelt


Die Anlage steht und funktioniert


In Jahaly arbeitet am Ende der Regenzeit kaum jemand in den Gartenprojekten. Die Familien arbeiten auf ihren Feldern.


Erdnüsse – die Haupteinnahmequelle der Bewohner von Jahaly und Madina


Matthias Ketteler begutachtet das verstopfte Ansaugsieb der Wassertank-Pumpe der Buschklinik


Die Fähre über den Gambia-Fluss von Banjul nach Barra


Der Projektwagen auf der Fähre

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Video: Eröffnung Njaba Kunda Health Centre (2012)

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Die Baustelle in Njaba Kunda. Die Rohbauten sind fertig.
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Matthias Ketteler im Gespräch mit Bauunternehmer Omar
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Die Lüftungsschlitze unserer alternativen Klima-Anlage oberhalb und unterhalb der Fenster sind gut zu erkennen
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Der Platz für die Solaranlage
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Bauunternehmer Omar im Gespräch mit einem Handwerker
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Bauunternehmer Omar und Matthias Ketteler
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Die Solarstromanlage für Njaba Kunda …
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… ist transportbereit
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Es kann los gehen…
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Der Rohbau des Wasserturms

Video: Eröffnung Njaba Kunda Health Centre (2012)

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Seit dem 16.Juni 2011 sind wir für zwei Wochen in Gambia, um die Solaranlage für unsere neue Modellklinik in  Njaba Kunda (ehemals Bochumer Kinderklinik in Gambia) aufzubauen: Matthias Ketteler (Vorstand), Rolf Kuhlemann (Ingenieur der Elektrotechnik) und Vasyl Petrenko (Elektriker).

In diesem Tagebuch berichten wir allen Mitgliedern und Förderern der “Projekthilfe Gambia e.V.” , wie unsere Arbeit konkret aussieht und vermitteln ein Gefühl dafür, wie Entwicklungszusammenarbeit vor Ort tatsächlich stattfindet, welchen Problemen wir begegnen und welche Erfolge wir – hoffentlich – am Ende erzielen.

Tagebuch – Teil 2

Freitag, 24. Juni bis Montag, 27.Juni 2011

Kurzbesuch auf der Baustelle in Njaba Kunda – und: tödliche Gefahren für Schulkinder in Gambia…

05:45 Uhr:  Abfahrt vom Projektbüro nach Njaba Kunda. Mit dabei:  Peter, unser deutscher Architekt, Omar, der Bauunternehmer, Omar, unser gambischer Fahrer und Matthias Ketteler vom Vorstand der Projekthilfe. Wir erreichen die Fähre in Banjul um 06:30 Uhr. Mit viel Glück und gutem Zureden schaffen wir es auf die erste Fähre. Die Überfahrt dauert 50 Minuten, um 8:00 Uhr sind wir auf der Nordseite des Gambia-Flusses, der „Nordbank“.

09:00 Uhr: Ankunft in Njaba Kunda auf der Baustelle. Der Ort liegt etwa 75 Kilometer vom Fähranleger in Barra entfernt. Der LKW, der gestern fast zehn Stunde an der Fähre in Banjul auf die Überfahrt auf die Nordbank gewartet hatte,  ist in der Nacht in Njaba Kunda angekommen und wird gerade entladen.

Nach einer kurzen Besichtigung der Baustelle sprechen wir mit dem Verantwortlichen für den Einsatz der  Dorfbevölkerung auf der Baustelle. Die ersten Regenfälle binden die Menschen hier auf ihren Feldern. Wir vereinbaren, dass einige Bauarbeiter Sand und Kies mit unserem LKW zur Baustelle bringen. Wir benötigen acht Ladungen Kies und zehn Ladungen Sand.

Wir beschließen, unseren LKW erst einmal hier in Njaba Kunda zu lassen, damit möglichst schnell Sand und Kies zum Weiterbau zur Verfügung steht. Der Bauunternehmer bietet an, uns am Sonntag einen seiner LKW zu leihen, um die vorinstallierten Gestelle für die Solar-Anlage und das gesamte Material (vorwiegend Batterien und Solar-Panels) nach Njaba Kunda zu bringen.

LKW müssen oft mehrere Tage an den Fähren auf die Überfahrt warten, daher wollen wir den Lkw bereits zwei Tage vorher losfahren lassen.

Mit dem Bauunternehmer besprechen wir, dass insbesondere das Technik-Gebäude u.a. für die Batterien der Solaranlage und die Fläche für die Solar Panels bis Montag fertig gestellt werden. Wir wollen am Dienstag in Njaba Kunda mit dem Aufbau der 6 Kilowatt-Solar-Anlage beginnen.

Wir legen den weiteren Ablauf der Bauarbeiten fest:  zunächst  sollen alle Gebäude gedeckt werden, danach folgt die Installation von Sanitäranlagen und Elektrik, dann Fenster und Türen und zum Schluss die Fliesen.

Alle Beteiligten sind sich darüber einig, dass jetzt eine genaue und gute Planung unbedingt nötig ist. Die verschiedenen Gewerke müssen zeitlich gut aufeinander abgestimmt werden, um keine weiteren Verzögerungen zu verursachen. Hierfür werden die verschiedenen Handwerker  in der kommenden Woche ein Planungsgespräch führen.

11:00 Uhr: gegen Ende unseres kurzen Besuchs auf der Baustelle erhält die Dorfbevölkerung den Auftrag, bis Montag mehrere Bäume in direkter Nähe der Solarfelder zu fällen, damit nicht Schatten die Leistungsfähigkeit der Panels einschränkt.

12:30 Uhr/Barra:  Auf dem Rückweg nach Manjai Kunda stehen wir am Fähranleger in Barra. Endlos lange Schlangen PKW und LKW lassen nichts Gutes ahnen. Die Männer im Hafen wollen uns nicht auf die Fähre Richtung Banjul fahren lassen, die gerade angelegt hat. Ein Schreiben der  gambischen Behörden, das uns Priorität für die Fähre einräumt,  nutzt zunächst nichts. Nur gutes Zureden und das Verteilen von „Geschenken“ durch den Bauunternehmer bewirkt, dass  wir als vorletztes Fahrzeug doch noch auf die Fähre kommen.

12:30 Uhr/Projektbüro Manjai Kunda: Zur gleichen Zeit in Manjai Kunda.  Rolf hat es geschafft: die kleine Solaranlage für unser Projektbüro – der Test für die große Anlage in Njaba Kunda –  ist angeschlossen. Die Lieferfirma aus Deutschland hatte die gesamte Einheit bereits programmiert, so dass Rolf sich darum nicht kümmern musste. Die Solaranlage produziert Strom. Nach kurzem Test ist klar: alles funktioniert.

13:10 Uhr/Barra:  Die Fähre legt ab. Hinter uns steht  ein afrikanisches Großraumtaxi mit etwa 20 Frauen aus einem Dorf in der Nähe von Njaba Kunda auf der Fähre. Plötzlich entsteht in der Gruppe große Aufregung: einige Frauen fangen an wild zu gestikulieren, andere weinen. Wir erfahren, dass sie gerade erfahren haben, dass ein Auto in ihrem Dorf die Kontrolle verloren hat und acht Schulkinder auf dem Nachhauseweg bei einem Unfall getötet wurden. Die Frauen wissen nicht, welche Kinder unter den Opfern sind – fast alle haben schulpflichtige Kinder und sind in großer Sorge. Spät abends hören wir, dass alleine fünf Kinder aus einer einzigen Familie bei diesem Unfall gestorben sind. Wir merken wieder, wie gering doch unsere eigenen Probleme hier in Gambia sind, auch wenn sie uns gerade tagtäglich beschäftigen.

14:45 Uhr:  Ankunft in unserem Projektbüro, unserem „Basislager“, unserem Hauptquartier. Trotz der traurigen Unfallnachricht stoßen wir mit einem Bier auf unseren Erfolg mit der Solaranlage an. Dennoch ist unsere Stimmung nicht so, wie wir es uns gewünscht hätten.

Rolf erklärt noch einmal die Funktionsweise der Solaranlage. Wir schalten verschiedene Geräte an, um zu sehen, ob sie sich den Strom aus unserem Solarnetz  holen. Es scheint, dass alles funktioniert. Morgen früh wollen wir checken, wie viel  Strom die Batterien über Nacht verbraucht haben und wie ihr Ladezustand ist.

20:00 Uhr: Feierabend nach einem 14-Stunden-Tag.

Samstag,  25. Juni 2011

Es regnet Hunde und Katzen – und: unser LKW in Njaba Kunda fährt sich fest…

08:00 Uhr: Heute wollen wir für die Anlage in Njaba Kunda  die Gestelle mit den Solar-Panels  vorbereiten, damit wir am Dienstag die Anlage dort gut vorbereitet aufbauen können. Die Batterien der Testanlage des Projektbüros haben ihren nächtlichen Dienst ohne Ausfall geleistet. Wie es scheint, ist alles richtig dimensioniert.

08:30 Uhr:  Als wir das Baumaterial zusammen suchen und die Metallsäge einschalten, fängt es heftig an zu regnen. Genauer gesagt: es regnet „Hunde und Katzen“. Wir müssen die Arbeit einstellen und warten auf das Ende der Wassermassen. Nach einer Dreiviertelstunde lässt der Regen zwar nach – aber es regnet pausenlos weiter,  drei  lange Stunden. Wir bauen die Säge ab und unter einem Vordach wieder auf und beginnen mit der Arbeit. Wir müssen insgesamt sieben Gestelle vorbereiten.

10:00 Uhr:  die nächste Hiobsbotschaft. Unser Lkw hat sich beim Transport von Sand und Kies in Njaba Kunda festgefahren und lässt sich nicht mehr starten. Nur drei Ladungen Sand hatte er bis dahin zur Baustelle gebracht…. Wir versuchen per Telefon, vor Ort einen Trecker anzumieten, um den LKW herauszuziehen. Wir hoffen, dass der LKW-Fahrer die Kupplung nicht verschmort hat und warten auf weitere Nachrichten.

Rolf schließt unterdessen mit Hilfe von zwei Elektrikern die Solar-Panels der alten Solaranlage an. Damit können wir tagsüber noch mehr Strom produzieren. Immer wieder checkt er die einzelnen Angaben auf den Displays. Wir sind zufrieden mit der Anlage.

16:30 Uhr:  Omar, der Bauunternehmer, erscheint im Projektbüro. Er muss noch andere Baumaterialien von unserem Projektbüro nach Njaba Kunda transportieren. Aber heute ist  „Cleaning Day“: alle Gambianer sind einmal im Monat an diesem Tag aufgefordert, zwischen 09:00 und  13.00 Uhr ihre Grundstücke zu säubern.  Alle Geschäfte sind in dieser Zeit  geschlossen und der komplette private PKW-/LKW-Verkehr ist untersagt. Dieses Verbot wird von  Polizei und Militär streng kontrolliert. Das Baumaterial kann daher erst am Montagmorgen abtransportiert werden. Also wird der LKW erst am Montag gegen 08:30 Uhr beladen. Wir sind mal wieder fremd bestimmt.

16:45 Uhr: wir bekommen Nachricht von unserem LKW. Wie es scheint, ist die Kupplung kaputt. Der Fahrer hat wohl versucht, den Wagen – nachdem er ihn festgefahren hatte – immer wieder aus eigener Kraft aus der „Falle“ zu befreien. Dabei scheint er die Kupplung verbrannt zu haben.

Das heißt für uns:  Abschleppwagen besorgen und den Lkw in eine Werkstatt bringen. Neben den Kosten natürlich eine Aktion, mit der wir viel Zeit verlieren – unnötig wie ein Kropf. Wir wollen gar nicht daran denken, wie schwierig es ist, hier in Gambia eine geeignete Kupplung aufzutreiben. Kommentar des deutschen Architekten: „ Ach Du S……….!“

Der Bauunternehmer schlägt vor, dass Matthias seinen Aufenthalt in Gambia um eine Woche verlängert, da noch sehr viele Dinge organisiert werden müssen und seine Anwesenheit hier vor Ort eigentlich unbedingt erforderlich ist. Begeisterung stellt sich für diesen Vorschlag nicht ein. Wir wollen versuchen, alles in der vorgesehenen Zeit bis zum Ende nächster Woche zu organisieren.

19:30 Uhr: die meisten Panels sind in die neue Solar-Anlage für Njaba Kunda integriert, aber nicht alle Gestelle sind  fertig geworden. Morgen, Sonntag, also auf ein Neues:  wir müssen noch vier weitere Gestelle aufbauen. Vierzehn haben wir in zwölf Arbeitsstunden heute geschafft. Immerhin.

Sonntag, 26. Juni 2011

Ein ruhiger Sonntag… 

Wir schaffen die vier Füße für die sieben Gestelle sowie alle Seitenverstärkungen innerhalb von vier Stunden.

Verdiente Pause am Sonntag: Vasyl  fährt zum Baden an den schönen Atlantik-Strand, Rolf und Matthias gucken in einem Restaurant Formel 1. Wie üblich erhält man hier – fernab des touristischen Trubels – die neuesten Informationen über Land und Leute. Oft knüpfen wir hier Kontakte  oder bekommen hilfreiche Hinweise, bei welchen Problemen wir uns an wen  wenden könnten.

Matthias telefoniert mit Omar, dem Bauunternehmer, und lässt sich noch einmal bestätigen, dass der LKW morgen früh wirklich kommt. Um 08:00 Uhr. Versprochen! Wir vereinbaren, dass Omars LKW auf der Rückfahrt von Njaba Kunda  unseren LKW abgeschleppt. Ein Problem weniger.

Gegen 17:00 Uhr entfernen wir alle zusammen  die unzähligen kleinen Aluminiumsplitter auf unserem Grundstück  –  Überreste unserer tagelangen Sägerei an den Solar-Gestellen. Abends sind wir bei libanesischen Freunden eingeladen, tauschen Neuigkeiten aus und knüpfen Kontakte.

Alles in allem ein  ruhiger Sonntag,. Für morgen ist alles vorbereitet. Der LKW kann kommen.

Montag, 27. Juni 2011

Die Solaranlage für Njaba Kunda wird verladen – und: wie schaffen wir den Trecker nach Jahaly?

08:30 Uhr: wir warten auf den LKW.

08:45 Uhr: wir rufen den Bauunternehmer an: der LKW wird gerade mit Holz beladen.

Projektmanager Bakary Kinteh  informiert uns, dass er zu einem dreitägigen Workshop eingeladen ist. Bei dem Workshop geht es um den Umgang mit HIV-/Aids-Patienten sowie um die Sensibilisierung der ländlichen Bevölkerung für dieses Thema.

Wir erstellen eine Liste mit Materialien, die wir nach Njaba Kunda mitnehmen müssen – vor allem Werkzeug.

09:15 Uhr:  erneuter Anruf beim  Bauunternehmer:  der LKW wird in einer halben Stunde bei uns am Projektbüro sein. Rolf und Matthias nutzen die Zeit, um noch fehlendes Elektromaterial einzukaufen. Als wir zurückkommen,  ist der LKW immer noch nicht da.

Seit  08:30 Uhr versucht Matthias,­­­ den holländischen Werkstattbesitzer zu erreichen. Auch das ganze Wochenende hat das nicht geklappt. Besonders nach heftigen Regenfällen bricht oft das Handynetz zusammen. Wir müssen mit ihm unbedingt über die Reparatur unseres LKW sprechen. Der Fahrer hatte den LKW am Samstag in Njaba Kunda festgefahren und dabei die Kupplung verschlissen. Außerdem wollen wir wissen, wann endlich der neue Motor in unseren Trecker eingebaut wird .  Die Dorfbevölkerung in Jahaly wartet händeringend auf den Trecker mitsamt Anhänger. Beides muss so schnell wie möglich nach Jahaly.

11:00 Uhr: wir beschließen, dass Matthias zur Werkstatt fährt, um die Angelegenheit persönlich zu besprechen. Rolf soll warten, um den LKW mit einigen Helfern zu beladen –  wenn er dann endlich kommt.

11:20 Uhr: Matthias findet den Werkstattleiter in seiner Werkstatt: er hatte sein Handy auf lautlos gestellt. Es liegt also nicht immer nur am Regen. Der Holländer lacht, als Matthias ihm von der kaputten LKW-Kupplung berichtet.  Immerhin habe der LKW  fünf Tage gehalten, sagt er. Leider waren es nur zwei Tage, korrigiert Matthias. Glück im Unglück: es ist kein Problem, eine neue Kupplung für den LKW zu besorgen. Bei all den Schwierigkeiten hätte es uns gerade noch gefehlt, eine neue Kupplung aus Deutschland kommen lassen zu müssen. Der Holländer ist bereit, sich sofort nach der Rückkehr des Pannen-LKW um den Einbau einer neuen Kupplung zu kümmern.

Am Mittwoch soll der Motor für den Trecker eingebaut und die neue Anhänger-Deichsel befestigt werden: dafür sind vorher noch einige Schweißarbeiten nötig.

Ein neues Problem muss gelöst werden: wie soll der Trecker mit dem neuen Motor nach Jahaly kommen?  270 Kilometer sind es bis Jahaly: eine  vierzehn- bis sechzehnstündige Fahrt  Non-Stop über die Landstraße würde der  Motor nicht überleben. Der Motor muss sich erst langsam an die Belastungen gewöhnen. Doch der Holländer – der im Übrigen selbst eigene kleinere Projekte organisiert und insofern der Entwicklungshilfe sehr positiv gegenübersteht  –  hat schon die Lösung  für das Problem: ein befreundeter Transportunternehmer ist  bereit, Trecker und Anhänger mit seinem großen LKW  nach Jahaly zu bringen. Kosten:  etwa 400 Euro. Und so wird es gemacht. Ende dieser Woche oder Anfang nächster Woche wird der Trecker wieder zurück in Jahaly sein.

12:00 Uhr:  mit dreieinhalbstündiger Verspätung trifft der LKW des Bauunternehmers endlich ein. Sorgfältig verschnürt Rolf Solar-Panels und  Batterien.  Nichts  darf wackeln oder umfallen, sonst ist die ganze Aktion in Gefahr.  Auf gambischen Straßen ist immer  wieder mit Schlaglöchern zu rechnen.  Also müssen ganz besonders die wertvollen Solar-Panels  auch gegen Erschütterungen geschützt werden.

Fast die gesamte Solaranlage und weiteres Baumaterial passt auf den LKW. Den Rest verstauen wir in unseren zwei  Projektwagen. Zusätzlichen schützen wir die empfindlichen elektronischen Bauteile der Solaranlage mit einer großen Plastikplane gegen Regen.

Der Fahrer des LKW sagt, er wisse nichts davon, dass er auf der Rückfahrt unseren Pannen-LKW abschleppen soll. Glücklicherweise erscheint der Bauunternehmer, der dies noch klären kann.

Von der ursprünglichen Idee, beide LKW mit einer Schleppstange zu verbinden, müssen wir uns verabschieden:  der LKW des Bauunternehmers hat keine Befestigungsmöglichkeit dafür. Also kramt Rolf aus  unserem Lager Abschleppseile von unserem letzten Hilfskonvoi hervor. Damit sollte es funktionieren.

14:00 Uhr: der beladene Lkw verlässt unser Grundstück. Einer unser Projekt-Mitarbeiter begleitet ihn. Unser Projekt-Fahrer kehrt aus der Hauptstadt zurück. Er hat die offiziellen Begleitschreiben besorgt, die den beiden Projektwagen bei der Abfertigung  an der Fähre Priorität einräumen.

Per Telefon buchen wir  vier Doppelzimmer in einem einfachen  afrikanischen Hotel  vierzig Kilometer von Njaba Kunda entfernt.  Wir würden dort sogar auch spät in der Nacht noch etwas zu essen bekommen. Der Koch sei „stand by“, erfahren wir.

Mit dem Bauunternehmer besprechen wir  die nächsten Schritte. Er schickt morgen einen Maurer und  einen Zimmermann:  gemeinsam mit  Peter, unserem  Architekten, wollen sie einen Prototypen für die Klinik-Betten bauen. Unsere Idee ist es, alle Betten der Klinik zu mauern und zu fliesen, so dass sie einfach sauber zu halten sind. Das Baumaterial für den Bett-Prototyp müssen wir heute noch besorgen.

14:30 Uhr: Architekt Peter, Rolf und Matthias machen sich Gedanken, wie die Matratze auf einem gemauerten und gefliesten Bett befestigen werden könnte.  Vielleicht mit den  noch vorhandenen Aluminium-L-Profilen von den Gestellen der Solaranlage? Die L-Profile einfach an den vier Ecken der Betten einarbeiten und dann die Matratze dort einlegen?  Wir diskutieren Pro und Contra  verschiedener Befestigungstechniken: wir wollen diese Ecken nicht festschrauben, sondern einbetonieren.

Rolf baut einen Prototyp dieser Bett-Ecke:  alle sind der Meinung, dass es funktioniert.

Omar, unser Fahrer,  besorgt mit einem kleinen Hänger für den Betten-Bau Kies und Baustahl. Zement und Sand sind noch ausreichend vorhanden.

17:00 Uhr: Der Elektriker kommt vorbei. Er kontrolliert das Elektro-Material für den Aufbau der Solaranlage in Njaba Kunda. Ihm fällt auf, dass noch zwei Sicherungen fehlen und  lässt sie nachliefern. Einer seiner Mitarbeiter wird uns nach Njaba Kunda begleiten. Dort soll ihm die gesamte Solaranlage erklärt werden, damit er später Wartungsarbeiten durchführen kann.

Wir packen unsere Reisetaschen in die Projektwagen – außerdem noch fünfzig (!) Liter Wasser. Morgen früh wollen wir ohne weitere Verzögerungen aufbrechen.

 19:00 Uhr: Omar,  der Bauunternehmer,  kommt noch einmal vorbei. Der Material-LKW steht schon an der Fähre, sagt er, und wird heute Abend noch auf die Nordbank übersetzen. Unser größtes Problem scheint behoben: wenn wir morgen auf der Baustelle in Njaba Kunda ankommen, wird das Material schon dort sein.

Um 05:30 Uhr wollen wir abfahren. Eine  Stunde vor dem Ablegen der ersten Fähre müssen wir in Banjul sein. Sonst nutzen unsere Begleitschreiben nichts. Wir müssen die erste Fähre erreichen.

Wir, das sind Rolf, Vasyl, Matthias, Fahrer Omar, Zimmermann Yayah, ein weiterer Mitarbeiter – Amadou – sowie ein Elektriker, also insgesamt sieben Personen. Mit dem Maurer, der den LKW begleitet, sind wir zu acht. Wir hoffen, die Solaranlage schnell aufbauen zu können. Sollte uns das gelingen, wollen wir noch nach Jahaly zur Buschklinik fahren und uns dort um die Lehm-Öfen  kümmern – unser neuestes Projekt…

Fortsetzung folgt…

 27.06.2011 mk/ue

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© 2011 Projekthilfe Gambia e.V.

Fotogalerie Tagebuch Teil 2

Die Baustelle in Njaba Kunda. Die Rohbauten sind fertig.


Matthias Ketteler im Gespräch mit Bauunternehmer Omar


Die Lüftungsschlitze unserer alternativen Klima-Anlage oberhalb und unterhalb der Fenster sind gut zu erkennen

Der Platz für die Solaranlage

Bauunternehmer Omar im Gespräch mit einem Handwerker


Bauunternehmer Omar und Matthias Ketteler


Der Rohbau des Wasserturms


Die Solarstromanlage für Njaba Kunda …


… ist transportbereit


Es kann los gehen…

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Video: Eröffnung Njaba Kunda Health Centre (2012)

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Die drei von der Solaranlage: Matthias Ketteler, Vasyl Petrenko und Rolf Kuhlemann
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Der Container wird in Gambia entladen.
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Der Container ist bis unter das Dach voll mit Materialien für die Baustelle der Modellklinik Njaba Kunda.
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Besondere Vorsicht ist bei den schweren Batterien für die beiden Solaranlagen geboten. Sie dürfen nicht beschädigt werden.
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Beim Austauschmotor für den Traktor des Projektes sind viele helfenden Hände und Muskeln notwendig…
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Vorsichtig werden die schweren Batterien für die Solaranlagen zum Zwischenlager transportiert.
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Geschafft! Der Container ist entladen.
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Ein Teil der Baumaterialen wird mit unserem LKW zum Hof des Bauunternehmers gebracht und dort zwischengelagert.
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Aufbau der Gestelle für die Solarpanels.
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Die Gestelle für die Solarpanels hinter dem Projektbüro in Manja Kunda.
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Matthias Ketteler, Amadou Fofana und Zimmermann Yayah befestigen die Solarpanels auf den Gestellen.
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Matthias Ketteler und Amadou Fofana
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Befestigung der Solar-Panels auf den Gestellen.
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Matthias Ketteler, Rolf Kuhlemann, Vasyl Petrenko und Amadou Fofana befüllen die 24 Batterien der Solaranlage mit Schwefelsäure.
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Rolf Kuhlemann montiert Laderegler und Inverter der Solaranlage.

Video: Eröffnung Njaba Kunda Health Centre (2012)

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Tour-2011-Tagebuch-Tag-02-13

Tag 2, Samstag, 19.03.2011  Etappe von Paris bis nach Zentral-Spanien

Gegen Mitternacht haben wir Paris passiert, bei Nieselregen und stellenweise Nebel.

Die Nacht ging ohne besondere Ereignisse vorüber, bis auf die unbeabsichtigte Entleerung des 2. Tanks vom Auto der Mediencrew um Ulfert, nicht lange nach dem ersten Tankstopp auf der Tour. Der Besatzung war nicht bekannt, dass die Pumpe, die Diesel vom 2. in den 1. Tank pumpt, nur bei leerem 1. Tank benutzt werden darf. Da der erste Tank aber voll war, hat die eingeschaltete Pumpe nach 100 km den gesamten 2. Tankinhalt verloren. Irgendwie irgendwohin… ;-). Wir halten kurz an und klären die Medienleute nach Feststellung der Ursache auf.

Weiter geht’s in Richtung Bordeaux. der Vollmond (na ja, fast Vollmond…) weicht der Morgendämmerung und wir erreichen die dritte Mautstelle kurz vor Bordeaux.

Seit Paris müssen wir keine Autobahngebühren mehr bezahlen. In Frankreich und Spanien unterstützen die Autobahnbetreiber schon seit Jahren unsere Hilfskonvois. Jedoch nur bei Vorzeigen der entsprechenden, vorbereiteten Unterlagen.

Noch an der Mautstelle bei Bordeaux muss Wagen Nr.5 die Haube öffnen. Fahrer Matthias Casper hat festgestellt, dass der Motor im Leerlauf unrund läuft und stark aus dem Auspuff rußt. Die Mechaniker-Crew um Thomas, Klaus und Günther versammelt sich um den Motor. Man prüft Ölstand u.s.w. –  jedoch das Problem könnte an mangelnder Kompression liegen. Aber  Thomas  sagt dazu: „Solange er läuft, läuft er.“

Da wir kein Messgerät dabeihaben, beschließen wir weiter zu fahren und das Auto Nr. 5 zu beobachten. Wir haben inzwischen rund 1.200 km seit Bochum  hinter uns. Doch bis jetzt macht sich kein südländisches Wetter bemerkbar. Es sind 10-12 Grad, der Himmel ist bewölkt, und es regnet.

Zum Frühstück halten wir an einer Raststätte kurz vor Biscarosse – ein schicksalhafter Ort für das Team,  denn hier war während  der letzten Konvoi-Fahrt 2009 der VW-Ambulanzwagen liegen geblieben. Einige Kilometer später,  mussten sie nach 9-stündigen Reparaturversuchen einen Nissan Terrano stehen lassen… Dagegen laufen die ersten beiden Tage unserer Tour fast ohne Probleme.

 Alle Öl-Stände werden gecheckt. Bei der Weiterfahrt nach dem Verzehr ziemlich teurer Croissants fährt Wagen 1 mit Matthias Ketteler an Bord, hinter Wagen 5 her, um die Auspuffwolke zu begutachten. Thomas meint, das sei „Analyse on the fly“. Er kann aber nichts feststellen.

Am Vormittag passieren wir die Grenze zu Spanien bei San Sebastian. Die bergige Landschaft fasziniert uns. Der Regen hat aufgehört, und mit jeder Stunde steigen die Temperaturen.

Als wir Burgos erreichen, ist es fast sommerlich. Wir können nun unsere Softshells, Fleecejacken und übrige warme Kleidung ablegen.

Kurz nach Valladolid legen wir einen Stopp ein, Fahrerwechsel und Toilettengang. Erneut untersucht die Mechaniker-Crew Wagen 5. Diesmal wird von Thomas Werkzeug ausgepackt. Kurzerhand werden ein Schlauch und zwei Schellen gewechselt, und es kann weiter gehen. Wir hoffen, die Leerlaufprobleme von Auto 5 sind damit erledigt. Matthias Ketteler hat die Arbeiten beobachtet, hält sich jedoch bei den technischen Angelegenheiten heraus. „Keine Ahnung davon. aber wir bleiben zuversichtlich.“

Wir erleben eine wunderschönen Sonnenuntergang: der Himmel ist wolkenlos.Wir haben von Bejar aus einen unglaublichen Ausblick auf die schneebedeckte Sierra Nevada. Alle Autos laufen bis jetzt prima. Die Wartung vor der Reise hat sich gelohnt. Aber werden wir auch den steilen Gebirgszug bezwingen können?

 40 Kilometer vor Caceres steht ein leuchtender Vollmond am sternenklaren Himmel.

Am Abend haben wir bei McDonalds in Caseres  gegessen. Dort verschickt die Mediencrew über das verfügbare WLan Bilder und Tagesberichte für Facebook und für unsere Homepage. Die Videos müssen wir später verschicken, da sie  zu groß sind.

Nach einem Tankstop bemerken wir, dass Wagen Nr. 4 („der Westerwälder“) mächtig qualmt. Wir prüfen den Ölstand und stellen fest, dass – obwohl wir erst vor wenigen 100 km nachgefüllt haben – schon wieder viel Öl fehlt. Unsere Mechaniker (Thomas, Günther und Klaus) untersuchen den Motor, können die genaue Ursache aber nicht bestimmen. Es könnte ein Ölabstreifring vom Kolben sein oder auch eine kaputte Ventildichtung. Der Motor läuft nicht rund und bläst ohne Ende Qualm aus dem Auspuff. Wir beschließen weiterzufahren, nachdem das Öl aufgefüllt ist, und werden die Sache weiter beobachten.

Beunruhigt setzen wir die Nachtfahrt bei kühlen Temperaturen und hellem Vollmond fort. Jedoch mit mehreren Unterbrechungen, da Wagen Nr. 4 weiter jede Menge Öl verbraucht – etwa 1 Liter auf 100 km. Wir halten jetzt jede Stunde an, fahren nur 80-90 km/h und hoffen, es mit schonender Fahrweise bis nach Marokko zu schaffen. Um diese Uhrzeit können wir keine Werkstatt aufsuchen – und morgen ist Sonntag.

Wir wollen die Fähre um 6 Uhr bekommen, aber das wird zunehmend unrealistischer.

Die Stimmung ist leicht gedrückt, wir wollen kein Auto verlieren. Thomas – normalerweise optimistisch veranlagt – sagt: „Ich denke, wir haben eine 50:50 Chance.“

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Das Buschtaxi-Schnittmobil bei Nacht…
(Foto: © Ulfert Engelkes)

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Nachts beim Schnitt im Buschtaxi: Zigarettenpause…
(Foto: © Ulfert Engelkes)

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Tanken nachts in Frankreich…
(Foto: © Dirk Doelle)

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Nach dem Tanken nachts in Frankreich…
(Foto: © Dirk Doelle)

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Wagen No. 5 (“Crew Günther”) mit Günther Steinbrink, Hans Peter Stellmes (l.) und Matthias Casper (r.)
(Foto: © Dirk Doelle)

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Was ist nun schon wieder mit Auto No. 5 los?
(Foto: © Dirk Doelle)

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Wir filmen uns selbst mit einer GoProHD-Kamera.
(Foto: © Dirk Doelle)

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Ölkontrolle beim Buschtaxi.

(Foto: © Dirk Doelle)

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Irgendwo in Frankreich: Dirk schläft.
(Foto: © Ulfert Engelkes)

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Irgendwo in Frankreich: Patrick schneidet ein Video.
(Foto: © Ulfert Engelkes)

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Frühstücken / Autobahnraststätte kurz vor der französisch-spanischen Grenze.
(Foto: © Dirk Doelle)

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Frühstück in Frankreich (Frank Roßbach)
(Foto: © Dirk Doelle)

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Interview mit Thomas an der Autobahnraststätte kurz vor der französisch-spanischen Grenze.
(Foto: © Dirk Doelle)

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Matthias schläft nach durchgefahrener Nacht…
(Foto: © Dirk Doelle)

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Auf der Fahrt durch Spanien.
(Foto: © Dirk Doelle)

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Immer aktuell: wir posten die Ereignisse der Tour bei Facebook…
(Foto: © Dirk Doelle)

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Spanien
(Foto: © Dirk Doelle)

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Ein Foto für Fa.Bilstein, einem unserer Sponsoren. Danke, Bilstein!
(Foto: © Dirk Doelle)

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Die Mediencrew (Patrick und Ulfert – Dirk macht das Foto) im Buschtaxi. Vorne links der improvisierte Schnittplatz. Ob das hitzebeständig und wüstentauglich ist? …
(Foto: © Dirk Doelle)

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Auf der Autobahn in Spanien – hier geht´s rechts ab, denn die Tour 2011 führt nicht über Madrid.
(Foto: © Dirk Doelle)

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Luxus im Buschtaxi: eine Sitzbank zum Schlafen…
(Foto: © Dirk Doelle)

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Video: Tour 2011 - Die Mediencrew on the road

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Tour-2011-Tagebuch-Tag-01-04

Tag 1, Freitag, 18.03.2011  Etappe von Bochum nach Paris

Abfahrt des Konvois mit 5 Fahrzeugen in Bochum-Linden am Freitag gegen 16.30 Uhr. Wir fahren auf der Autobahn Richtung Belgien über Köln und Aachen.

Es nieselt, im Feierabendverkehr heißt es aufmerksam sein, den Konvoi zusammenhalten und nicht gleich in der ersten Aufregung einen Unfall verursachen.

Alle sind guter Stimmung, endlich geht es los, nach monatelanger Vorbereitung der Gambia-Tour 2011 des Vereins „Projekthilfe Dritte Welt e.V.“. Wir fahren nicht sehr schnell, zwischen 60 und 100 km/h, kommen aber stetig voran. In Südeuropa soll es schön und warm sein, das motiviert uns.

Beim ersten Fahrerwechsel nach 2,5 Stunden muss gleich ein Scheibenwischer am Wagen 5 gewechselt werden. Das übernimmt Günther.

Ein erster Öl-Check an allen Autos verläuft mit positivem Ergebnis. Keine unverhältnismäßigen Verluste.

Wir stellen fest, unsere Autos brauchen alle etwa 11,5 Liter Diesel pro 100 Kilometer. Noch hat keiner ausgerechnet, wie viel Diesel wir für die 7.000 Kilometer insgesamt benötigen werden. Kann ja mal einer machen, wenn er nachts nicht schlafen kann… 😉

Um uns im Dunkeln auf der Autobahn nicht zu verlieren, haben wir in allen  Autos vorne und hinten je eine rot- blinkende Fahrradlampe in den Scheiben, so findet jeder seinen Vordermann wieder, auch wenn sich zwischenzeitlich ein fremdes Auto dazwischen setzt.

Zusätzlich ist jedes Auto mit einem Funkgerät ausgestattet, sodass wir uns verständigen können. in der Regel wird die nötige Funkdisziplin eingehalten, doch hin und wieder sorgt jemand für gute Unterhaltung. Wie z.B. Tour-Chef Matthias Ketteler, wenn er seinen trockenen Humor spielen lässt. Hier ein Beispiel: „Wagen 3 und 4 haben den Konvoi verlassen und sind vorgefahren, dann biegen wir mal beim nächsten Abzweig schnell ab.“

Ansonsten fahren in festgelegter Reihenfolge, Wagen 1 mit Matthias Ketteler, Thomas Wiegemann und Süleyman Saricicek. Im zweiten Wagen sitzt die Mediencrew Ulfert Engelkes, Patrick Knappich und Dirk Doelle. Wagen 3 ist das Küchenfahrzeug mit Rolf Kuhlemann, Jens Feddersen und Frank Roßbach. Im 4. Auto fahren Klaus Steinbrink, André Baumeister und Niko Kremer. Das Schlusslicht bildet der fünfte Wagen mit Matthias Casper, Hans- Peter Stellmes und Günther Steinbrink.

Matthias Ketteler im ersten Auto führt die Truppe an und treibt den Konvoi voran. Hinten machen Matthias Casper, Günther Steinbrink und Hans- Peter Stellmes Druck.

Bis Sonntag früh  wollen wir an der Fähre in Algeciras ankommen und um 6 Uhr ablegen.

Wir fahren weiterhin in die Nacht hinein und freuen uns auf den Süden.

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3 Stunden vor der Abfahrt: Patrick testet die Überspielung von Videos – Only 3 hours to go – Patrick is testing the transmisssion of a video…
(Foto: © Ulfert Engelkes)

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2,5 Stunden vor der Abfahrt: Tour-Chef Matthias Ketteler bei der Pressearbeit. Only 2,5 hours to go: Tour chief Matthias Ketteler is talking with the newspapers.
(Foto: © Ulfert Engelkes)

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15 min vor dem Start: Frank will Gutscheine unseres Hotels im Senegal ausdrucken für 15xFreibier. Klappt leider nicht… 😉 – Frank trying to print out vouchers offered by our hotel in Senegal for 15 free beers. But it doesn’t work…
(Foto: © Ulfert Engelkes)

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Sekunden vor dem Start – seconds before the start
(Foto: © Projekthilfe Gambia e.V.)

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Unterwegs auf Etappe 1: kurz vor Köln fängt es an zu regnen. – On our way near the City of Cologne/Germany: it starts raining…
(Foto: © Ulfert Engelkes)

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Video: Tour 2011 - Die Scheibenwischer

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Tour_2011_Gambia_Grenzuebergang

Tour_2011_Gambia_GrenzuebergangAm 18.03.2011 startete die “Projekthilfe Gambia e.V.”/Hattingen  ihren 5.Hilfskonvoi von Hattingen ins Dorf Jahaly in Gambia/Westafrika. 7.000 Kilometer von Hattingen über Köln, Paris, Bordeaux, Bilbao, Madrid, Algeciras, Tanger (Marokko), Fés, Agadir, Laâyoune, Nouadhibou (Mauretanien), Nouakachott, St.Louis (Senegal), Barra (Gambia), Njaba Kunda und Soma bis nach Jahaly. Die Fahrt unterstützte die Projekte der “Projekthilfe Gambia e.V.” in Jahaly/Gambia: die Buschklinik “Jahaly Health Center”, den Kindergarten mit Vorschule, die Gartenprojekte und jetzt auch den Bau einer neuen Modellklinik im Dorf Njaba Kunda. Vier der fünf geländegängigen Tour-Fahrzeuge werden in Gambia zugunsten der Projekte verkauft, das “Buschtaxi” wird in der Buschklinik als Krankenwagen eingesetzt. Alle 15 Fahrer machen ehrenamtlich mit und “spenden” dem Verein einen Teil ihres Jahresurlaubes.  Alle tragen ihre Kosten selbst: Unterkunft, Verpflegung, Rückflug.  Die Tour 2011 ist bereits der fünfte Hilfskonvoi von Hattingen nach Gambia nach 2009, 2005, 2001 und 1999.

Höhepunkt und Abschluss der anstrengenden Fahrt war die herzliche Begrüßung des Konvois und seiner Fahrer durch die Menschen von Jahaly und in Njaba Kunda, wo die „Projekthilfe“ zur Zeit eine Modellklinik errichtet.

„In Jahaly und Njaba Kunda habe ich mit eigenen Augen tolle und sinnvolle Projekte gesehen“, zieht Tour-Teilnehmer André Baumeister seine persönliche Bilanz, „bei denen es sich zu hundert Prozent lohnt, sie zu unterstützen.“

Insgesamt verlief die Reise – unter Leitung von Matthias Ketteler aus Bochum – mit Ausnahme einer zweitägigen Zwangspause in der marokkanischen Hauptstadt  Rabat wegen eines Motorschadens an einem der fünf Geländewagen weitgehend problemlos. Der Werkstattaufenthalt in Rabat führte zur Änderung der ursprünglich geplanten Fahrtroute des Hilfskonvois, die einen Zwischenstopp in der Stadt Fés vorgesehen hatte. Um den verlorenen Tag  wieder aufzuholen, strich das Team außerdem einen Abstecher mit Übernachtung in die Wüste Sahara in Mauretanien. Das Land gehört in einer Liste des Auswärtigen Amtes zu den Ländern, für die eine Reisewarnung besteht. Entgegen den Befürchtungen einiger Teammitglieder verlief die Fahrt durch Mauretanien jedoch weitgehend problemlos. Lediglich fehlende Straßenschilder zwangen den Hilfskonvoi mehrfach dazu umzukehren und die Fahrt in der richtigen Richtung fortzusetzen.

Erhebliche Probleme entstanden bei der Einreise des Hilfskonvois in den Senegal. Ein Zollbeamter an der Grenze verweigerte dem Konvoi zunächst die Einreise. Angeblich fehlten Zollpapiere für den Transit der Fahrzeuge durch den Senegal. Nach zähen Verhandlungen erreichte Tourchef Matthias Ketteler schließlich doch noch die Genehmigung zur Durchreise des Hilfskonvois – gegen Zahlung von 465 Euro für eine Eskortierung des Konvois durch einen Zollbeamten bis zur Grenzstation nach Gambia. Der senegalesische Zoll weigerte sich zudem, für die gezahlten Sondergebühren eine Quittung auszustellen. „Die Botschaft des Senegal in Berlin hat uns eine problemlose Durchfahrt durch den Senegal zugesichert“, empört sich Tourchef Matthias Ketteler. „Über diese schikanöse Behinderung unseres humanitären Hilfskonvois werden wir uns nach der Rückkehr bei der senegalesischen Regierung mit Nachdruck beschweren.“

Zwei Reifenpannen, ein abgebrochener Auspuff, eine geplatzte Bremsleitung und verunreinigter Diesel von afrikanischen Tankstellen waren die kleineren technischen Probleme, die die Auto-Experten des Vereins meist sofort am Straßenrand beheben konnten. Dabei waren nicht selten ungewöhnliche Lösungen gefragt: die geplatzte Bremsleitung zum Beispiel reparierten die Konvoi-Mitglieder provisorisch mit einem passend geschliffenen Ein-Cent-Stück.

In Jahaly überzeugten sich die Team-Mitglieder persönlich von dem sinnvollen Einsatz der Spendengelder aus Deutschland in den verschiedenen Projekten des Hattinger Vereins in Jahaly: der Buschklinik, dem Vorschul-Kindergarten und den vier Gartenprojekten. Im Dorf Njaba Kunda am Nordufer des Gambia-Flusses besichtigte die Gruppe die Baustelle der neuen Modellklinik der Projekthilfe. Bei einem Treffen mit der Gesundheitsministerin Gambias in Njaba Kunda hörten Projekthilfe-Chef Matthias Ketteler und das Team viel Lob für die Arbeit des Vereins. „Ich danke Ihnen allen für Ihre Hilfe hier“, sagte Ministerin Fatim Badge auf der Baustelle. Schon im Spätsommer soll die Modellklinik in Njaba Kunda eröffnet werden.

Mittlerweile ist der Hilfskonvoi in Banjul, der Hauptstadt Gambias, angekommen. Hier werden zur Zeit drei der fünf Toyota-Geländewagen für den Verkauf vorbereitet. Der Erlös fließt direkt in die Projekte des Vereins. Das zum Ambulanzwagen umgerüstete „Buschtaxi“ und ein weiteres Fahrzeug sollen in den Projekten eingesetzt werden. Alle fünfzehn Teilnehmer des Konvois sind ehrenamtliche Mitglieder des Vereins und tragen ihre Kosten für Unterkunft, Verpflegung und den Rückflug selbst.

„Ich freue mich, dass wir die fast 7.000 Kilometer lange Fahrt von Bochum nach Jahaly ohne Unfall bewältigt haben und alle gesund in Gambia angekommen sind“, sagt Vereinschef Matthias Ketteler.

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Video: Trailer Tour 2011

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Tour 2009 / 7.000 km-Hilfskonvoi nach Gambia

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13 Mitglieder aus Bochum/Hattingen und sieben Mitglieder der „Projekthilfe Gambia e.V.“ aus der Wesermarsch starteten am 27.02.2009 mit acht Fahrzeugen nach Gambia.

 

 

Karte-Tour-2009-99701695acDer gemeinnützige Verein Projekthilfe Gambia e.V. unterhält in Gambia erfolgreich die “Buschklinik” für die Behandlung von ca. 22.000 Patienten pro Jahr, einen Kindergarten für 240 Kinder im Vorschulalter sowie drei Gartenprojekte für die ländliche Bevölkerung der Dörfer Jahaly und Madina.

Die gambische Regierung hat dem Krankenhaus Ende 2008 einen Modellcharakter für Gambia und den gesamten westafrikanischen Bereich bescheinigt.

Der diesjährige humanitäre Konvoi ist bereits die vierte Fahrt dieser Art, er wird ca. alle 4 Jahre von der Projekthilfe Gambia durchgeführt.