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Tour-2011-Tagebuch-Tag-02-13

Tag 2, Samstag, 19.03.2011  Etappe von Paris bis nach Zentral-Spanien

Gegen Mitternacht haben wir Paris passiert, bei Nieselregen und stellenweise Nebel.

Die Nacht ging ohne besondere Ereignisse vorüber, bis auf die unbeabsichtigte Entleerung des 2. Tanks vom Auto der Mediencrew um Ulfert, nicht lange nach dem ersten Tankstopp auf der Tour. Der Besatzung war nicht bekannt, dass die Pumpe, die Diesel vom 2. in den 1. Tank pumpt, nur bei leerem 1. Tank benutzt werden darf. Da der erste Tank aber voll war, hat die eingeschaltete Pumpe nach 100 km den gesamten 2. Tankinhalt verloren. Irgendwie irgendwohin… ;-). Wir halten kurz an und klären die Medienleute nach Feststellung der Ursache auf.

Weiter geht’s in Richtung Bordeaux. der Vollmond (na ja, fast Vollmond…) weicht der Morgendämmerung und wir erreichen die dritte Mautstelle kurz vor Bordeaux.

Seit Paris müssen wir keine Autobahngebühren mehr bezahlen. In Frankreich und Spanien unterstützen die Autobahnbetreiber schon seit Jahren unsere Hilfskonvois. Jedoch nur bei Vorzeigen der entsprechenden, vorbereiteten Unterlagen.

Noch an der Mautstelle bei Bordeaux muss Wagen Nr.5 die Haube öffnen. Fahrer Matthias Casper hat festgestellt, dass der Motor im Leerlauf unrund läuft und stark aus dem Auspuff rußt. Die Mechaniker-Crew um Thomas, Klaus und Günther versammelt sich um den Motor. Man prüft Ölstand u.s.w. –  jedoch das Problem könnte an mangelnder Kompression liegen. Aber  Thomas  sagt dazu: „Solange er läuft, läuft er.“

Da wir kein Messgerät dabeihaben, beschließen wir weiter zu fahren und das Auto Nr. 5 zu beobachten. Wir haben inzwischen rund 1.200 km seit Bochum  hinter uns. Doch bis jetzt macht sich kein südländisches Wetter bemerkbar. Es sind 10-12 Grad, der Himmel ist bewölkt, und es regnet.

Zum Frühstück halten wir an einer Raststätte kurz vor Biscarosse – ein schicksalhafter Ort für das Team,  denn hier war während  der letzten Konvoi-Fahrt 2009 der VW-Ambulanzwagen liegen geblieben. Einige Kilometer später,  mussten sie nach 9-stündigen Reparaturversuchen einen Nissan Terrano stehen lassen… Dagegen laufen die ersten beiden Tage unserer Tour fast ohne Probleme.

 Alle Öl-Stände werden gecheckt. Bei der Weiterfahrt nach dem Verzehr ziemlich teurer Croissants fährt Wagen 1 mit Matthias Ketteler an Bord, hinter Wagen 5 her, um die Auspuffwolke zu begutachten. Thomas meint, das sei „Analyse on the fly“. Er kann aber nichts feststellen.

Am Vormittag passieren wir die Grenze zu Spanien bei San Sebastian. Die bergige Landschaft fasziniert uns. Der Regen hat aufgehört, und mit jeder Stunde steigen die Temperaturen.

Als wir Burgos erreichen, ist es fast sommerlich. Wir können nun unsere Softshells, Fleecejacken und übrige warme Kleidung ablegen.

Kurz nach Valladolid legen wir einen Stopp ein, Fahrerwechsel und Toilettengang. Erneut untersucht die Mechaniker-Crew Wagen 5. Diesmal wird von Thomas Werkzeug ausgepackt. Kurzerhand werden ein Schlauch und zwei Schellen gewechselt, und es kann weiter gehen. Wir hoffen, die Leerlaufprobleme von Auto 5 sind damit erledigt. Matthias Ketteler hat die Arbeiten beobachtet, hält sich jedoch bei den technischen Angelegenheiten heraus. „Keine Ahnung davon. aber wir bleiben zuversichtlich.“

Wir erleben eine wunderschönen Sonnenuntergang: der Himmel ist wolkenlos.Wir haben von Bejar aus einen unglaublichen Ausblick auf die schneebedeckte Sierra Nevada. Alle Autos laufen bis jetzt prima. Die Wartung vor der Reise hat sich gelohnt. Aber werden wir auch den steilen Gebirgszug bezwingen können?

 40 Kilometer vor Caceres steht ein leuchtender Vollmond am sternenklaren Himmel.

Am Abend haben wir bei McDonalds in Caseres  gegessen. Dort verschickt die Mediencrew über das verfügbare WLan Bilder und Tagesberichte für Facebook und für unsere Homepage. Die Videos müssen wir später verschicken, da sie  zu groß sind.

Nach einem Tankstop bemerken wir, dass Wagen Nr. 4 („der Westerwälder“) mächtig qualmt. Wir prüfen den Ölstand und stellen fest, dass – obwohl wir erst vor wenigen 100 km nachgefüllt haben – schon wieder viel Öl fehlt. Unsere Mechaniker (Thomas, Günther und Klaus) untersuchen den Motor, können die genaue Ursache aber nicht bestimmen. Es könnte ein Ölabstreifring vom Kolben sein oder auch eine kaputte Ventildichtung. Der Motor läuft nicht rund und bläst ohne Ende Qualm aus dem Auspuff. Wir beschließen weiterzufahren, nachdem das Öl aufgefüllt ist, und werden die Sache weiter beobachten.

Beunruhigt setzen wir die Nachtfahrt bei kühlen Temperaturen und hellem Vollmond fort. Jedoch mit mehreren Unterbrechungen, da Wagen Nr. 4 weiter jede Menge Öl verbraucht – etwa 1 Liter auf 100 km. Wir halten jetzt jede Stunde an, fahren nur 80-90 km/h und hoffen, es mit schonender Fahrweise bis nach Marokko zu schaffen. Um diese Uhrzeit können wir keine Werkstatt aufsuchen – und morgen ist Sonntag.

Wir wollen die Fähre um 6 Uhr bekommen, aber das wird zunehmend unrealistischer.

Die Stimmung ist leicht gedrückt, wir wollen kein Auto verlieren. Thomas – normalerweise optimistisch veranlagt – sagt: „Ich denke, wir haben eine 50:50 Chance.“

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Das Buschtaxi-Schnittmobil bei Nacht…
(Foto: © Ulfert Engelkes)

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Nachts beim Schnitt im Buschtaxi: Zigarettenpause…
(Foto: © Ulfert Engelkes)

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Tanken nachts in Frankreich…
(Foto: © Dirk Doelle)

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Nach dem Tanken nachts in Frankreich…
(Foto: © Dirk Doelle)

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Wagen No. 5 (“Crew Günther”) mit Günther Steinbrink, Hans Peter Stellmes (l.) und Matthias Casper (r.)
(Foto: © Dirk Doelle)

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Was ist nun schon wieder mit Auto No. 5 los?
(Foto: © Dirk Doelle)

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Wir filmen uns selbst mit einer GoProHD-Kamera.
(Foto: © Dirk Doelle)

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Ölkontrolle beim Buschtaxi.

(Foto: © Dirk Doelle)

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Irgendwo in Frankreich: Dirk schläft.
(Foto: © Ulfert Engelkes)

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Irgendwo in Frankreich: Patrick schneidet ein Video.
(Foto: © Ulfert Engelkes)

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Frühstücken / Autobahnraststätte kurz vor der französisch-spanischen Grenze.
(Foto: © Dirk Doelle)

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Frühstück in Frankreich (Frank Roßbach)
(Foto: © Dirk Doelle)

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Interview mit Thomas an der Autobahnraststätte kurz vor der französisch-spanischen Grenze.
(Foto: © Dirk Doelle)

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Matthias schläft nach durchgefahrener Nacht…
(Foto: © Dirk Doelle)

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Auf der Fahrt durch Spanien.
(Foto: © Dirk Doelle)

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Immer aktuell: wir posten die Ereignisse der Tour bei Facebook…
(Foto: © Dirk Doelle)

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Spanien
(Foto: © Dirk Doelle)

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Ein Foto für Fa.Bilstein, einem unserer Sponsoren. Danke, Bilstein!
(Foto: © Dirk Doelle)

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Die Mediencrew (Patrick und Ulfert – Dirk macht das Foto) im Buschtaxi. Vorne links der improvisierte Schnittplatz. Ob das hitzebeständig und wüstentauglich ist? …
(Foto: © Dirk Doelle)

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Auf der Autobahn in Spanien – hier geht´s rechts ab, denn die Tour 2011 führt nicht über Madrid.
(Foto: © Dirk Doelle)

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Luxus im Buschtaxi: eine Sitzbank zum Schlafen…
(Foto: © Dirk Doelle)

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Video: Tour 2011 - Die Mediencrew on the road

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Tour-2011-Tagebuch-Tag-01-04

Tag 1, Freitag, 18.03.2011  Etappe von Bochum nach Paris

Abfahrt des Konvois mit 5 Fahrzeugen in Bochum-Linden am Freitag gegen 16.30 Uhr. Wir fahren auf der Autobahn Richtung Belgien über Köln und Aachen.

Es nieselt, im Feierabendverkehr heißt es aufmerksam sein, den Konvoi zusammenhalten und nicht gleich in der ersten Aufregung einen Unfall verursachen.

Alle sind guter Stimmung, endlich geht es los, nach monatelanger Vorbereitung der Gambia-Tour 2011 des Vereins „Projekthilfe Dritte Welt e.V.“. Wir fahren nicht sehr schnell, zwischen 60 und 100 km/h, kommen aber stetig voran. In Südeuropa soll es schön und warm sein, das motiviert uns.

Beim ersten Fahrerwechsel nach 2,5 Stunden muss gleich ein Scheibenwischer am Wagen 5 gewechselt werden. Das übernimmt Günther.

Ein erster Öl-Check an allen Autos verläuft mit positivem Ergebnis. Keine unverhältnismäßigen Verluste.

Wir stellen fest, unsere Autos brauchen alle etwa 11,5 Liter Diesel pro 100 Kilometer. Noch hat keiner ausgerechnet, wie viel Diesel wir für die 7.000 Kilometer insgesamt benötigen werden. Kann ja mal einer machen, wenn er nachts nicht schlafen kann… 😉

Um uns im Dunkeln auf der Autobahn nicht zu verlieren, haben wir in allen  Autos vorne und hinten je eine rot- blinkende Fahrradlampe in den Scheiben, so findet jeder seinen Vordermann wieder, auch wenn sich zwischenzeitlich ein fremdes Auto dazwischen setzt.

Zusätzlich ist jedes Auto mit einem Funkgerät ausgestattet, sodass wir uns verständigen können. in der Regel wird die nötige Funkdisziplin eingehalten, doch hin und wieder sorgt jemand für gute Unterhaltung. Wie z.B. Tour-Chef Matthias Ketteler, wenn er seinen trockenen Humor spielen lässt. Hier ein Beispiel: „Wagen 3 und 4 haben den Konvoi verlassen und sind vorgefahren, dann biegen wir mal beim nächsten Abzweig schnell ab.“

Ansonsten fahren in festgelegter Reihenfolge, Wagen 1 mit Matthias Ketteler, Thomas Wiegemann und Süleyman Saricicek. Im zweiten Wagen sitzt die Mediencrew Ulfert Engelkes, Patrick Knappich und Dirk Doelle. Wagen 3 ist das Küchenfahrzeug mit Rolf Kuhlemann, Jens Feddersen und Frank Roßbach. Im 4. Auto fahren Klaus Steinbrink, André Baumeister und Niko Kremer. Das Schlusslicht bildet der fünfte Wagen mit Matthias Casper, Hans- Peter Stellmes und Günther Steinbrink.

Matthias Ketteler im ersten Auto führt die Truppe an und treibt den Konvoi voran. Hinten machen Matthias Casper, Günther Steinbrink und Hans- Peter Stellmes Druck.

Bis Sonntag früh  wollen wir an der Fähre in Algeciras ankommen und um 6 Uhr ablegen.

Wir fahren weiterhin in die Nacht hinein und freuen uns auf den Süden.

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3 Stunden vor der Abfahrt: Patrick testet die Überspielung von Videos – Only 3 hours to go – Patrick is testing the transmisssion of a video…
(Foto: © Ulfert Engelkes)

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2,5 Stunden vor der Abfahrt: Tour-Chef Matthias Ketteler bei der Pressearbeit. Only 2,5 hours to go: Tour chief Matthias Ketteler is talking with the newspapers.
(Foto: © Ulfert Engelkes)

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15 min vor dem Start: Frank will Gutscheine unseres Hotels im Senegal ausdrucken für 15xFreibier. Klappt leider nicht… 😉 – Frank trying to print out vouchers offered by our hotel in Senegal for 15 free beers. But it doesn’t work…
(Foto: © Ulfert Engelkes)

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Sekunden vor dem Start – seconds before the start
(Foto: © Projekthilfe Gambia e.V.)

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Unterwegs auf Etappe 1: kurz vor Köln fängt es an zu regnen. – On our way near the City of Cologne/Germany: it starts raining…
(Foto: © Ulfert Engelkes)

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Video: Tour 2011 - Die Scheibenwischer

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Tour_2011_Gambia_Grenzuebergang

Tour_2011_Gambia_GrenzuebergangAm 18.03.2011 startete die “Projekthilfe Gambia e.V.”/Hattingen  ihren 5.Hilfskonvoi von Hattingen ins Dorf Jahaly in Gambia/Westafrika. 7.000 Kilometer von Hattingen über Köln, Paris, Bordeaux, Bilbao, Madrid, Algeciras, Tanger (Marokko), Fés, Agadir, Laâyoune, Nouadhibou (Mauretanien), Nouakachott, St.Louis (Senegal), Barra (Gambia), Njaba Kunda und Soma bis nach Jahaly. Die Fahrt unterstützte die Projekte der “Projekthilfe Gambia e.V.” in Jahaly/Gambia: die Buschklinik “Jahaly Health Center”, den Kindergarten mit Vorschule, die Gartenprojekte und jetzt auch den Bau einer neuen Modellklinik im Dorf Njaba Kunda. Vier der fünf geländegängigen Tour-Fahrzeuge werden in Gambia zugunsten der Projekte verkauft, das “Buschtaxi” wird in der Buschklinik als Krankenwagen eingesetzt. Alle 15 Fahrer machen ehrenamtlich mit und “spenden” dem Verein einen Teil ihres Jahresurlaubes.  Alle tragen ihre Kosten selbst: Unterkunft, Verpflegung, Rückflug.  Die Tour 2011 ist bereits der fünfte Hilfskonvoi von Hattingen nach Gambia nach 2009, 2005, 2001 und 1999.

Höhepunkt und Abschluss der anstrengenden Fahrt war die herzliche Begrüßung des Konvois und seiner Fahrer durch die Menschen von Jahaly und in Njaba Kunda, wo die „Projekthilfe“ zur Zeit eine Modellklinik errichtet.

„In Jahaly und Njaba Kunda habe ich mit eigenen Augen tolle und sinnvolle Projekte gesehen“, zieht Tour-Teilnehmer André Baumeister seine persönliche Bilanz, „bei denen es sich zu hundert Prozent lohnt, sie zu unterstützen.“

Insgesamt verlief die Reise – unter Leitung von Matthias Ketteler aus Bochum – mit Ausnahme einer zweitägigen Zwangspause in der marokkanischen Hauptstadt  Rabat wegen eines Motorschadens an einem der fünf Geländewagen weitgehend problemlos. Der Werkstattaufenthalt in Rabat führte zur Änderung der ursprünglich geplanten Fahrtroute des Hilfskonvois, die einen Zwischenstopp in der Stadt Fés vorgesehen hatte. Um den verlorenen Tag  wieder aufzuholen, strich das Team außerdem einen Abstecher mit Übernachtung in die Wüste Sahara in Mauretanien. Das Land gehört in einer Liste des Auswärtigen Amtes zu den Ländern, für die eine Reisewarnung besteht. Entgegen den Befürchtungen einiger Teammitglieder verlief die Fahrt durch Mauretanien jedoch weitgehend problemlos. Lediglich fehlende Straßenschilder zwangen den Hilfskonvoi mehrfach dazu umzukehren und die Fahrt in der richtigen Richtung fortzusetzen.

Erhebliche Probleme entstanden bei der Einreise des Hilfskonvois in den Senegal. Ein Zollbeamter an der Grenze verweigerte dem Konvoi zunächst die Einreise. Angeblich fehlten Zollpapiere für den Transit der Fahrzeuge durch den Senegal. Nach zähen Verhandlungen erreichte Tourchef Matthias Ketteler schließlich doch noch die Genehmigung zur Durchreise des Hilfskonvois – gegen Zahlung von 465 Euro für eine Eskortierung des Konvois durch einen Zollbeamten bis zur Grenzstation nach Gambia. Der senegalesische Zoll weigerte sich zudem, für die gezahlten Sondergebühren eine Quittung auszustellen. „Die Botschaft des Senegal in Berlin hat uns eine problemlose Durchfahrt durch den Senegal zugesichert“, empört sich Tourchef Matthias Ketteler. „Über diese schikanöse Behinderung unseres humanitären Hilfskonvois werden wir uns nach der Rückkehr bei der senegalesischen Regierung mit Nachdruck beschweren.“

Zwei Reifenpannen, ein abgebrochener Auspuff, eine geplatzte Bremsleitung und verunreinigter Diesel von afrikanischen Tankstellen waren die kleineren technischen Probleme, die die Auto-Experten des Vereins meist sofort am Straßenrand beheben konnten. Dabei waren nicht selten ungewöhnliche Lösungen gefragt: die geplatzte Bremsleitung zum Beispiel reparierten die Konvoi-Mitglieder provisorisch mit einem passend geschliffenen Ein-Cent-Stück.

In Jahaly überzeugten sich die Team-Mitglieder persönlich von dem sinnvollen Einsatz der Spendengelder aus Deutschland in den verschiedenen Projekten des Hattinger Vereins in Jahaly: der Buschklinik, dem Vorschul-Kindergarten und den vier Gartenprojekten. Im Dorf Njaba Kunda am Nordufer des Gambia-Flusses besichtigte die Gruppe die Baustelle der neuen Modellklinik der Projekthilfe. Bei einem Treffen mit der Gesundheitsministerin Gambias in Njaba Kunda hörten Projekthilfe-Chef Matthias Ketteler und das Team viel Lob für die Arbeit des Vereins. „Ich danke Ihnen allen für Ihre Hilfe hier“, sagte Ministerin Fatim Badge auf der Baustelle. Schon im Spätsommer soll die Modellklinik in Njaba Kunda eröffnet werden.

Mittlerweile ist der Hilfskonvoi in Banjul, der Hauptstadt Gambias, angekommen. Hier werden zur Zeit drei der fünf Toyota-Geländewagen für den Verkauf vorbereitet. Der Erlös fließt direkt in die Projekte des Vereins. Das zum Ambulanzwagen umgerüstete „Buschtaxi“ und ein weiteres Fahrzeug sollen in den Projekten eingesetzt werden. Alle fünfzehn Teilnehmer des Konvois sind ehrenamtliche Mitglieder des Vereins und tragen ihre Kosten für Unterkunft, Verpflegung und den Rückflug selbst.

„Ich freue mich, dass wir die fast 7.000 Kilometer lange Fahrt von Bochum nach Jahaly ohne Unfall bewältigt haben und alle gesund in Gambia angekommen sind“, sagt Vereinschef Matthias Ketteler.

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Video: Trailer Tour 2011

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