Säuglingssterblichkeit

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Säuglings- und Kindersterblichkeit in Gambia erschreckend hoch

Die Republik Gambia zählt nach neuesten Schätzungen (2011) etwas knapp 1,8 Millionen Einwohner. Die Bevölkerungsdichte ist mit 159 Einwohnern auf einem Quadratkilometer Land recht hoch.

Sehr viele Gambier sind Analphabeten, wobei hier der Anteil an Frauen deutlich überwiegt. Nur etwa ein Drittel der in Gambia lebenden Frauen können lesen und schreiben, obwohl eine Schulpflicht besteht.

Gambia hat in den letzten Jahren eine stabile, wenn auch geringe Steigerung der Einwohnerzahl zu verzeichnen. Knapp die Hälfte der Gambier ist im jugendlichen Alter. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung liegt bei knapp über 19 Jahren.

Signifikant hoch ist die Kindersterblichkeit, die ca. 6,5 Prozent beträgt. Das kann nicht einmal die hohe Geburtenrate ausgleichen, die derzeit bei mindestens fünf Kindern pro Frau liegt. Ursache dafür ist – wie in vielen anderen afrikanischen Ländern – die schlechte medizinische Versorgung und die fehlende präventive Aufklärung, die sich angesichts der hohen Analphabeten-Rate auch nur sehr schwer realisieren lässt.

Dort liegt auch eine Ursache für die Verbreitung vieler Krankheiten, die bei einer entsprechenden Hygiene verhindert werden könnte. Auch das Fehlen einer gesicherten Versorgung mit sauberem Trinkwasser trägt einen großen Teil zu dieser Problematik bei, obwohl Gambia hier mit internationaler Hilfe sehr vielen Dörfern abgedeckte Brunnen zur Verfügung gestellt hat.

Gambia gehört trotz umfangreicher Entwicklungshilfe zu den ärmsten Ländern der Welt. Die binnenwirtschaftliche Lage hat sich zwar in den letzten Jahren mit Wachstumsraten um die 6 % stabilisiert, der Aufschwung kommt jedoch beim Gros der Bevölkerung nicht an. Die weit verbreitete Armut, das hohe Bevölkerungswachstum und hoch verschuldete öffentliche Haushalte stellen die größten Herausforderungen dar.

Einer der signifikantesten Faktoren ist sicherlich die Säuglingssterblichkeit bezogen auf 1.000 Geburten. Die Situation in Gambia hat sich leicht verbessert. Waren es 2003 noch 75 von 1.000 Neugeborenen, die starben, konnte die Zahl im Jahr 2014 auf knapp 66 gesenkt werden. Man nimmt jedoch an, dass die Dunkelziffer insbesondere in den ländlichen Gebieten wesentlich höher liegt. In Deutschland liegt die Zahl bei knapp vier verstorbenen Säuglingen auf 1.000 Geburten.

Erschreckend ist auch der Vergleich der Kindersterblichkeit vom 1. bis zum 5. Lebensjahr. Während in Deutschland zehn von 1.000 Kindern ihren 6. Geburtstag nicht mehr erleben, sind es in Gambia 106 Kinder (2008). Niedrige Lebenserwartung und hohe Säuglings- und Kindersterblichkeit sind ein signifikanter Ausdruck einer ungenügenden medizinischen Versorgung. In der Weltrangliste der Kindersterblichkeit der Staaten der Welt (insgesamt 221 Länder) liegt Deutschland an Position 173, während Gambia den Rang 31 innehat.

In Deutschland werden pro 1.000 Einwohner 75 Krankenhausbetten vorgehalten. In Gambia ist es ein einziges Bett pro 1.000 Einwohner.

Ebenfalls drastisch sieht die Versorgung mit Ärzten aus. In Deutschland gibt es eine 500-fach höhere Ärztedichte als in Gambia. Während in Deutschland auf einen Arzt 300 Einwohner kommen, sind es in Gambia 14.536 Menschen.

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Video: Die Buschklinik in Jahaly/Gambia (2010)

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