1985 – 2015: 30 Jahre Projekthilfe Gambia e.V.

30-Jahre-Buschklinik(Presseerklärung) Die Projekthilfe Gambia e.V., Hattingen, um Vereinsgründer Matthias Ketteler blickt am 23.12.2015 auf eine 30-jährige erfolgreiche Vereinsgeschichte zurück. Das bekannteste Projekt des gemeinnützigen Vereins ist die Buschklinik im Dorf Jahaly im westafrikanischen Gambia.

Einen Tag vor Heiligabend 1985 fand in der Welperstr. 59 in Hattingen die Gründungsversammlung der Projekthilfe statt. Zu den sieben Vereinsgründern gehörten die heutigen Vorstandsmitglieder Matthias Ketteler und Frank Heuer, damals in der Ausbildung, 24 bzw. 23 Jahre alt.

Matthias Ketteler: „In unserer Gruppe waren viele Krankenpflegeschüler so wie wir. Nach vielen Diskussionen darüber, wie unfair das Leben in manchen Ländern ist, haben wir beschlossen, mit dem Reden aufzuhören und etwas zu tun.“

Frank Heuer: “Die Entscheidung, im Rahmen der Entwicklungshilfe tätig zu werden, war spontan, und ich habe sie bis heute nicht bereut. Mit welchem Enthusiasmus, Freude und Dankbarkeit unsere Arbeit in Gambia angenommen wird, entschädigt für Vieles.“

Der Verein hieß zunächst „Projekthilfe Dritte Welt e.V.“ und wurde Anfang 2015 in „Projekthilfe Gambia e.V.“ umbenannt. Ziel der jungen Leute vor dreißig Jahren war es, Hilfsprojekte in unterentwickelten Ländern  zu unterstützen.

Matthias Ketteler: „Unsere Gruppe kam aus Hattingen und Bochum. Die Stadt Bochum, die Sparkasse und die WAZ Bochum förderten damals ein großartiges Projekt in Gambia, die „Kinderklinik Bochum“. In der Ausbildung haben Frank Heuer und ich dann unseren Jahresurlaub in der Klinik verbracht und gearbeitet. Wir haben viele Menschen dort kennen- und schätzen gelernt. So sind wir nach Gambia gekommen.“

Aus diesem ersten Projekt, der Hilfe für die „Kinderklinik Bochum“ im Dorf Njaba Kunda, entwickelte sich das westafrikanische Land bald zum Schwerpunkt der Vereinsarbeit.

1987 unterstützte der Verein Ausbau und Renovierung eines Gesundheitszentrums in der gambischen Hauptstadt Banjul, 1991 eröffnete die Projekthilfe ihre eigene Gesundheitsstation im Dorf Jahaly: das „Jahaly Health Centre“ bzw. die „Buschklinik“. Seit der Eröffnung wurden in der Klinik, der 2009 von der gambischen Regierung der Status einer „Modellklinik“ zugesprochen wurde, weit mehr als eine halbe Million Patienten behandelt.

Der Verein finanziert sich aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen. Zurzeit hat der Verein 52 Mitglieder und ca. 300 Förderer. Vorstand und aktive Mitglieder arbeiten ehrenamtlich, für Verwaltungs- und Werbekosten wendet der Verein seit vielen Jahren deutlich weniger als ein Prozent der Einnahmen auf.

„Wir versprechen unseren Förderern und Spendern, dass ihre Spendengelder mit nur minimalem Abzug wirklich direkt vor Ort bei den Menschen in Jahaly ankommen“, sagt Vereinschef Matthias Ketteler.

Seit 2003 unterstützt der Verein in Jahaly und dem Nachbardorf Madina vier Gartenprojekte von Frauenkooperativen durch Einzäunung der Gärten und Brunnenbau. 2004 eröffnete die Projekthilfe direkt neben der Buschklinik einen Kindergarten mit Vorschule. Bau und Betrieb der ersten drei Jahre wurden durch den RTL Spendenmarathon finanziert. Gebaut und konzipiert für 240 Kinder, werden im Kindergarten inzwischen doppelt so viele Kinder betreut und auf die Grundschule vorbereitet. RTL-Projektpate Markus Lanz unterstützt den Verein bis heute – zuletzt stiftete er Anfang Juni dieses Jahres seinen Gewinn aus der RTL-Sendung „Wer wird Millionär“.

Die tägliche Arbeit in Jahaly wird von etwa 55 gambischen Mitarbeitern geleistet, darunter Krankenschwestern, Lehrer, Erzieher, Gärtner und Reinigungskräfte – unter der Leitung eines gambischen Projektmanagers.

Seit 2010 baut die Projekthilfe in den Dörfern Jahaly und Madina umweltfreundliche Herde, die nach und nach die traditionellen offenen Feuerstellen ersetzen sollen. Eine Plantage aus zehntausend Moringa-Bäumen, die seit 2012 angelegt wird, hat weitere Arbeitsplätze in Jahaly geschaffen. Der Verkauf von Moringa-Produkten wie Tee, Pulver, Öl und Seife in Deutschland soll langfristig zu einem wichtigen finanziellen Standbein der Projekte werden.

2011/2012 hat die Projekthilfe im Dorf Njaba Kunda die ehemalige Kinderklinik Bochum, die inzwischen als staatliches Gesundheitszentrum betrieben wurde, durch einen Neubau ersetzt – unterstützt mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Das neueste Projekt des Vereins ist die Zusammenarbeit mit dem „Friedensdorf International“ in Oberhausen, das seit 2012 auch schwer kranke oder verletzte Kinder aus Gambia zur Behandlung nach Deutschland bringt. Bereits 30 Kindern konnte auf diese Weise mit einer medizinisch dringend notwendigen Operationen geholfen werden.

Der Verein bedankt sich für die zahlreichen Spendenbeiträge in den letzten 30 Jahren und bittet herzlich darum, seine Arbeit für die Menschen in Jahaly auch weiterhin nach Kräften finanziell zu unterstützen.

 

Ulfert

Filmmaker, Journalist, Freelancer, Video Journalist

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